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Behindertensport: Vierfach-Amputierter will die Erde umschwimmen

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Vierfach-Amputierter will alle fünf Kontinente erschwimmen

14.09.2011, 14:05 Uhr | sid

Behindertensport: Vierfach-Amputierter will die Erde umschwimmen. Der vierfach amputierte Franzose Philippe Croizon will um die Erde schwimmen. (Quelle: AFP)

Der vierfach amputierte Franzose Philippe Croizon hat die letzte Etappe seines beeindruckenden Vorhabens gemeistert. (Quelle: AFP)

Philippe Croizon plant etwas Einzigartiges. Ohne Arme und Beine möchte der 43-jährige Franzose im kommenden Jahr fünf Kontinente auf dem Wasser durchkreuzen. Ein Schicksalsschlag gab seinem Leben eine unvorstellbare Wende.

Sport 
Ohne Beine und ohne Arme

Der schwerbehinderte Franzose Philippe Croizon hat den Ärmelkanal durchschwommen. Video

Vor 17 Jahren wollte der gelernte Stahlarbeiter seine Fernsehantenne vom Dach montieren - und hätte das beinahe mit dem Leben bezahlt. Ein Stromschlag von 20.000 Volt durchfuhr den Körper des damals 26-Jährigen. Beide Arme und Beine mussten amputiert werden, und Croizon stand vor einer großen Entscheidung: Aufgeben oder weiterleben. Er wählte das Leben und hat nun einen unglaublichen Plan gefasst. Die Meerengen zwischen fünf Kontinenten möchte Croizon durchqueren - aus eigener Kraft, ohne Arme und Beine. "Ich tue das, um anderen zu zeigen, dass es sich immer lohnt zu kämpfen", sagt er.

Ärmelkanal hat Croizon schon hinter sich

Bei Croizon scheint nichts unmöglich. Im September durchschwamm er den Ärmelkanal von England nach Frankreich. 34 Kilometer, mit einem Schnorchel und zwei eigens angefertigten Beinprothesen, die auf den Stümpfen seiner Oberschenkel befestigt werden. Ein Set der Schwimmhilfen kostet etwa 12.000 Euro. Ein Investition, über die Croizon nicht lange nachdenkt, obwohl ausgerechnet das Geld mitverantwortlich war für die dramatische Wende in seinem Leben.

1994 plante Croizon mit seiner schwangeren Frau und seinem ersten Sohn einen Umzug. Das Appartment in Saint-Remy-sur-Creuse war für die bald vierköpfige Familie zu klein geworden. Die Fernsehantenne auf dem Dach war teuer gewesen, deshalb wollte Croizon sie in die neue Heimat mitnehmen. Doch das Schicksal wollte es anders, Croizon bekam auf der Metallleiter einen normalerweise tödlichen Stromschlag.

Neuen Mut dank neuer Ziele

Erst nach zwanzig Minuten alarmierte ein Nachbar den Rettungswagen, Croizon kämpfte um sein Leben, die Ärzte kämpften vergeblich um den Erhalt seiner Gliedmaßen. Nach insgesamt über hundert Stunden Narkose und etlichen Operationen wachte Croizon zwei Monate nach dem Unfall in seinem Krankenbett auf. "Ich war verzweifelt", sagt er. Im Fernsehen sah er einen Bericht über eine englische Kanalschwimmerin. "Ich habe mich gefragt: Warum mache ich so was nicht?"

Mit dem großen Ziel vor Augen war Croizon wie neu geboren. Zwei Jahre lang trainierte er wöchentlich 35 Stunden, ehe er im September den Ärmelkanal durchquerte: "Das ist wie den Mount Everest zu besteigen. Ich hatte wahnsinnige Schmerzen. Aber ich habe nie daran gezweifelt, dass ich es schaffe." Nach der Heldentat gratulierte sogar Staatspräsident Nicolas Sarkozy per Brief und lud Croizon in die Nationalversammlung ein. Als der Ausnahmeathlet dort persönlich begrüßt wurde, standen alle Parlamentarier auf und applaudierten.

In fünf Etappen um die Erde

Ab Mai 2012 will Croizon also nun seinen nächsten Traum verwirklichen. Über fünf Etappen will er fünf Erdteile auf dem Wasser durchkreuzen. Den Auftakt macht eine rund 20 Kilometer lange Strecke von Papua Neuguinea nach Indonesien. Es folgt ein Teilstück von Jordanien nach Ägypten und eines durch die Straße von Gibraltar. Zum krönenden Abschluss will Croizon im August die Beringstraße zwischen Asien und Amerika durchschwimmen.

Quallen, Haie und eisige Wassertemperaturen sollen ihn dabei nicht aufhalten. Schocken kann Croizon ohnehin nichts mehr, den größten Kampf seines Lebens hat er schließlich bereits gewonnen. Und der Titel seines Buches, das Croizon mit Hilfe eines Sprachcomputers geschrieben hat, spricht Bände. "J'ai decide de vivre" - "Ich habe mich entschieden, zu leben".

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