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Formel 1: Sebastian Vettel lernt noch immer von Michael Schumacher

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"Habe noch nie gefragt: Michael, wann bremst Du?"

06.10.2011, 11:38 Uhr | sid, t-online.de

Formel 1: Sebastian Vettel lernt noch immer von Michael Schumacher. Sebastian Vettel hat keine Fahrtipps von Michael Schumacher nötig.   (Quelle: dpa)

Sebastian Vettel hat keine Fahrtipps von Michael Schumacher nötig. (Quelle: dpa)

Sebastian Vettel lernt immer noch von Michael Schumacher - allerdings nur abseits der Rennstrecke. "Ich weiß, dass viele Leute denken: Na, der Schumacher wird dem Vettel schon Tipps geben, wie er fahren muss. Deshalb fährt der Sebastian so schnell. Das ist Blödsinn. Ich habe Michael noch nie gefragt: Wie gehe ich Kurve fünf an? Wann schaltest Du runter? Wann bremst Du für Kurve zehn? Solche Ratschläge kann man gar nicht umsetzen", sagte der alte und wohl auch neue Formel-1-Weltmeister im Gespräch mit dem Magazin "Stern".

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"Aber abgesehen vom Fahren musste Michael in seiner Laufbahn schon viele Entscheidungen treffen, die ich jetzt treffen muss. Beispielsweise den Umgang mit meiner Privatsphäre", so Vettel weiter.

"Man muss eine Linie ziehen"

Vettel kann generell den Wunsch der Fans verstehen, möglichst viel von ihren Idolen wissen zu wollen. "Ich habe mich früher selbst am Fernseher für die Fahrer begeistert. Zum Beispiel für den Michael. Ich habe mich auch gefragt: Wie ist der sonst so? Was trinkt er gerne, was isst er? Wer sind seine Freunde, wie ist seine Familie? Ich verstehe, dass die Fans so etwas wissen wollen, und ich versuche wirklich, auch etwas zurückzugeben", versicherte Vettel: "Aber man muss irgendwo eine Linie ziehen, sonst verschlingt einen die Formel 1. Klarzumachen, dass irgendwo ein Stoppschild steht - ja, das kann man von Michael lernen."

Freundin und Familie bleiben im Hintergrund

Der 24 Jahre alte Red-Bull-Pilot versucht ganz bewusst, seine Familie und seine Freundin aus der Öffentlichkeit herauszuhalten. "Ich bin hier auf Geschäftsreise. Im Ernst: Meine Freunde, meine Familie müssen oft auf mich verzichten - dann muss es übers Telefon gehen. Aber sie wollen und sollen ihr eigenes Leben haben. Und nicht als "die Freundin von Vettel" oder "der Vater von Sebastian" herumlaufen - das gibt nur Probleme", sagte Vettel.

Vettel will nicht verehrt werden

Er selbst bemüht sich, trotz der Erfolge normal zu bleiben, gerade wenn sich die Umgebung schneller verändere als man selbst. "Die Leute sagen halt nicht mehr: 'Hey, Sebastian, wie geht's?' Da schwingt inzwischen schon viel Ehrfurcht mit, so eine Heldenverehrung", erklärte Vettel: "Das darf mir nicht zu Kopf steigen - das registriert die Umgebung sofort. Da wird man schnell wieder abgeschossen."

Das Boot wieder auf Kurs gebracht

Am Sonntag beim Grand Prix in Japan braucht Vettel nur noch einen Punkt, um zum zweiten Mal Weltmeister zu werden - und das fünf Rennen vor dem Saisonende. Den riesengroßen Vorsprung in der WM-Wertung erklärt er mit einer größeren Gelassenheit. "Im letzten Jahr sind uns deutlich mehr kleinere Fehler unterlaufen - und die haben uns dann auch noch über die Maßen beschäftigt", sagte er: "In diesem Jahr haben wir erstens weniger Fehler gemacht. Zweitens sind wir nicht in Panik geraten: Wenn das Boot anfing zu schaukeln, haben wir es trotzdem auf Kurs gehalten."

"Ich fühle mich sicherer"

Auch er selbst habe im Rennauto jetzt viel mehr Kontrolle als noch vor ein paar Jahren. "Am Anfang war ich sehr mit dem reinen Fahren beschäftigt, ich hatte keine Zeit, darüber nachzudenken, was die Reifen machen. Wann ich an die Box muss. Auf welcher Position die Konkurrenten liegen", sagte Vettel: "Jetzt habe ich während des Rennens diese Dinge im Blick und fühle mich einfach sicherer."

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