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Formel 1: Webber zerbricht an Vettels Erfolgen

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Webber zerbricht an Vettels Erfolgen

16.10.2011, 15:55 Uhr | t-online.de

Formel 1: Webber zerbricht an Vettels Erfolgen. Mark Webber in der Boxengasse des Korean International Circuit. (Quelle: xpb)

Mark Webber in der Boxengasse des Korean International Circuit. (Quelle: xpb)

Aus Yeongam berichtet Elmar Brümmer

Mannschafts-Weltmeister werden, was zählt das schon in einer Ego-Sportart wie der Formel 1? Für die richtige Antwort muss man nur in das Gesicht von Mark Webber schauen. Der Adjudant von Sebastian Vettel bei Red Bull Racing hat zwar mit seinem dritten Platz beim Großen Preis von Korea seinen Beitrag geleistet, dass der Dosen-Rennstall auch den Titel in der Konstrukteurs-Wertung vorzeitig und erfolgreich verteidigen konnte. Aber Webber wirkte wie ein Häufchen Elend.

Als Vettel nach seinem 20. Formel-1-Sieg, dem zehnten in diesem Jahr mit dem Kollegen anstoßen wollte, ging die Champagner-Pulle ins Leere. Auch auf dem Siegerfoto mit der Mannschaft wirkte der Aussie wie ein Fremdkörper. Tapfer sagt er: "Es ist der Tag des Teams." Denn Piloten zählen Mannschafts-Titel in der persönlichen Statistik in der Regel nicht mit - es sei denn, sie haben es nötig.

Rennfahrer der traurigen Gestalt

Er liegt zwar noch ganz gut im Rennen um Platz zwei in der Fahrer-WM, aber das ist ein imaginärer Titel. Es wirkt so, als ob Webber in den letzten anderthalb Jahren an Vettel und dessen Erfolgen zerbrochen ist. Während der Heppenheimer, dem am Mittwoch in der Rennfabrik in Milton Keynes ein triumphaler Empfang bereitet werden soll, auch ein Weltmeister der Herzen ist, wirkt Webber wie ein Rennfahrer der traurigen Gestalt. Sebastian Vettel braucht gar keine Stallorder, um den Kollegen in den Status eines Beifahrers zu versetzen, wie es im letzten Jahrzehnt Michael Schumacher mit Rubens Barrichello vorexerziert hat.

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Zu oft zur falschen Zeit am falschen Ort

Der Erfolg des Deutschen scheint sich selbst zu befruchten, und zugleich zieht sich der 35 Jahre alte Webber immer weiter zurück. Dass er am Sonntag 120 Kilometer lang spektakulär gegen Lewis Hamiltons McLaren um Platz zwei gekämpft hat, war das Beste, was diesem sonst eher trüben Grand Prix passieren konnte. Aber das Rad-an-Rad-Duell endete dann doch zu Gunsten des Briten. Webber macht eine falsche Taktik und einen falsch terminierten Reifenwechsel dafür verantwortlich. Das mag schon stimmen, aber die generelle Tendenz lautet auch: Die Nummer zwei von Red Bull ist häufiger zur falschen Zeit am falschen Ort als der Nummer-Eins-Pilot. "Ich wünsche mir für den Rest der Saison nichts anderes, als auch einmal perfekte Wochenenden zu haben."

Webber überkommt Michael-Stich-Syndrom

Der Australier fährt seit vergangenem Jahr in der Form seine Lebens, aber der Maßstab Vettel ist einfach zu hoch. Webber wehrt sich mit besten Mitteln, in der dramatischen Schlussphase des Vorjahres galt eigentlich er als Titelfavorit. Aber seit dem Finale von Abu Dhabi mit der Krönung Vettels überkommt Webber eine Art Michael-Stich-Syndrom. Da kann er sich auf twitter ruhig den Kampfnamen "aussiegrit" zulegen - der Wille allein ändert nichts an der festgefügten Rangordnung im Team. Vettel ist mit 24 die Zukunft, er ist jetzt schon der große Motivator, sein Selbstbewusstsein färbt auf die anderen ab.

Bester Beifahrer der Welt

Damit wir uns richtig verstehen: Mark Webber ist kein schlechter Typ, beileibe auch kein schlechter Formel-1-Pilot, obwohl er seit gut 14 Monaten keinen Grand Prix mehr gewonnen hat, in dieser Saison also noch komplett sieglos ist – während Jenson Button, Fernando Alonso und Lewis Hamilton dem Überflieger Vettel schon Niederlagen beigebracht haben. Dabei sitzt Webber im gleichen Auto. Was ihm bleibt? Sich den Status als bester Beifahrer der Welt, den er für das kommende Jahr noch sicher hat, schön zu reden: "Trotz allem finde ich, dass es kein desaströses Jahr für mich gewesen ist. Natürlich bin ich weit weg von Sebastian, aber das gilt für alle von uns. Sebastian ist der Maßstab der Formel 1. Und was er gerade leistet, das ist wirklich außergewöhnlich." Damit hat er in jedem Fall recht.

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