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Franzosen zerfleischen sich vor Finale gegen Neuseeland

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Franzosen zerfleischen sich vor Finale gegen Neuseeland

21.10.2011, 16:16 Uhr | dpa

Franzosen zerfleischen sich vor Finale gegen Neuseeland.  (Quelle: imago)

"Verzogene Gören" nennt Rugby-Trainer Marc Lievremont seine Schützlinge. (Quelle: imago)

Man muss sie einfach gern haben, diese Franzosen. Da stehen sie doch tatsächlich - niemand weiß so recht, warum - im Finale der Rugby-WM in Neuseeland. Der Gegner am Sonntag (10.00 Uhr MESZ/Sport1+ und im Sport1-Livestream) ist kein Geringerer als die unbesiegbar scheinenden All Blacks.

Und was macht der stolze Gallier? Er übt sich in Selbstzerfleischung. Es soll ja bloß keine Langeweile vor dem bedeutungslosen, weil eigentlich schon vorher entschiedenen Endspiel aufkommen.

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Australien holt Bronze

Unterdessen hat sich das australische Rugby-Team im kleinen Finale der Weltmeisterschaft in Neuseeland die Bronzemedaille gesichert. Der zweifache Weltmeister besiegte am Freitag im Eden Park von Auckland den Außenseiter aus Wales mit 21:18. Damit revanchierten sich die Wallabies in der Neuauflage des kleinen Finals von 1987 für die damalige knappe 21:22-Niederlage.

"Sie jammern immerzu, sind immer am Quaken"

"Verzogene Gören" seien seine Spieler, ließ Trainer Marc Lievremont die Weltpresse unlängst wissen. Die missratenen Schützlinge hatten gegen seinen ausdrücklichen Wunsch nach dem 9:8-Zittersieg im Halbfinale gegen Wales einen Ausritt durch Aucklands Nachtleben gewagt. "Sie sind undiszipliniert, ungehorsam und manchmal egoistisch", klagte Lievremont an: "Sie jammern immerzu, sind immer am Quaken."

Die Retourkutsche der Spieler ließ nach der neuerlichen Trainerschelte nicht lange auf sich warten. "Mir fehlt jegliches Verständnis für das, was er gesagt hat", sagte Lock (Zweite-Reihe-Stürmer) Lionel Nallet auf einer Pressekonferenz: "Wir wussten doch vorher, dass die Woche auch so schon kompliziert genug wird. Es gab keinen Grund, zusätzlichen Druck aufzubauen."

Mal wie Clowns mal wie Götter

Trotz der offensichtlich nicht ganz stimmigen Chemie zwischen Trainer und Mannschaft steht der zweimalige Vize-Weltmeister Frankreich zum dritten Mal im WM-Finale. Noch nie hat es eine Mannschaft mit zwei Vorrunden-Niederlagen so weit geschafft. Frankreich sei ein Team, das "in der einen Woche wie Clowns und in der nächsten wie Rugby-Götter" spiele, schrieb eine Nachrichtenagentur.

Beliebt sind die Clowns allerdings nicht. Die anhaltenden internen Querelen, vor allem aber der unverdiente Halbfinal-Sieg gegen früh dezimierte Waliser haben den Ruf arg ramponiert. "Schon seit einigen Wochen spielen wir gegen den Rest der Welt", sagte Flyhalf (Verbindungshalb) Morgan Parra. Frankreichs Endspielgegner Neuseeland - WM-Gastgeber, Topfavorit, Weltranglisten-Erster und Ex-Weltmeister - spielte bisher hingegen nahezu göttlich. Wie eine Walze mischten die All Blacks mit sechs klaren Siegen das Teilnehmer-Feld auf.

Carter: "Es wird eine riesige Herausforderung"

Gemessen an den bisherigen Leistungen der beiden Endspiel-Kontrahenten ist das Finale schon entschieden. Doch beim Blick in die WM-Historie sehen die favorisierten All Blacks Schwarz. Zwar holte Neuseeland 1987 gegen Frankreich im Eden Park in Auckland seinen bisher einzigen WM-Titel und behielt auch zuletzt beim 37:17 in der Vorrunde klar die Oberhand, doch in Erinnerung geblieben sind vor allem zwei Niederlagen gegen Les Bleus.

So mussten die - wie immer - als WM-Favorit angereisten All Blacks 1999 im Halbfinale die Koffer packen. 2007 flogen sie im Viertelfinale raus - das schlechteste Abschneiden der Rugby-Supermacht in der WM-Geschichte. "Sie sind unsere Erzfeinde bei Weltmeisterschaften. Sie sind gefährlich, besonders, wenn sie mit dem Rücken zur Wand stehen", sagte Neuseelands verletzter Superstar Dan Carter: "Die Franzosen sind die Besten, wenn es darum geht, dich zu überraschen. Es wird eine riesige Herausforderung."


Kursverluste an den Börsen

Kaum zu glauben angesichts der bisher gezeigten Leistungen. Zudem sind die All Blacks seit 17 Jahren in der Festung Eden Park unbesiegt. Die letzte Niederlage setzte es dort 1994. Gegen wen? Richtig, gegen Frankreich. Und eben solche Sachen sind es, die bei den All Blacks wie auch bei der gesamten neuseeländischen Bevölkerung ein gewisses Unbehagen hinterlassen.

"Die Franzosen haben etwas, das die All Blacks nicht kontrollieren können", sagte der neuseeländische Rugby-Journalist Ian Borthwick. Nach dem vorzeitigen WM-Aus 1999 sackten übrigens die Kurse an der neuseeländischen Börse ab, eine Universität bot ihren Studenten Trauerberatung an. Gepäckarbeiter am Flughafen von Auckland schrieben bei der Rückkehr der Mannschaft "Verlierer" auf die Taschen der All Blacks. Zumindest Letzteres wird dem Team (weil Gastgeber) dieses Mal erspart bleiben. Alles andere bleibt abzuwarten.

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