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Barrichello: Fünf Handys warten auf Anrufe

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Fünf Handys für den neuen Job

27.11.2011, 10:24 Uhr | Motorsport-Total.com, t-online.de

Barrichello: Fünf Handys warten auf Anrufe. Rubens Barrichello: Bleibt er in der Formel 1 oder nicht? (Quelle: xpb)

Rubens Barrichello: Bleibt er in der Formel 1 oder nicht? (Quelle: xpb)

Rubens Barrichello hat gestern in seiner Heimatstadt Sao Paulo das vielleicht letzte Qualifying seiner Grand-Prix-Karriere bestritten - und wie: Im unterlegenen Williams landete er auf dem zwölften Startplatz - vor Toro Rosso, vor Sauber, vor einem Renault. "Die Runde war großartig", schwärmt er. "Mehr wäre nicht gegangen." Zwar weiß Barrichello trotz dieser Galavorstellung noch immer nicht, ob er heute zum letzten Mal an einem Formel-1-Rennen teilnehmen wird. Doch er er tut einiges dafür, weiter im Rennzirkus mitzumischen.

"Ich denke nicht so, dass ich eine Entscheidung treffen muss, nur weil die Zukunft ungewiss ist", sagt er. "Ich habe meine Arbeit sehr gut gemacht und heute bewiesen, dass in mir sehr viel Speed steckt, auch viel Motivation." Sein Alter sei jedenfalls kein Handicap, findet der 39-Jährige: "Michael Schumacher (42) und Pedro de la Rosa (40) sind viel älter als ich. Dagegen bin ich ja ein Teenager!"

Fünf Handys in der Tasche

"Mit all den Änderungen für nächstes Jahr - dem neuen Motor, den neuen Ingenieuren - wäre es sehr clever vom Team, an den derzeitigen Fahrern festzuhalten", argumentiert Barrichello, stellt aber klar: "Ich erwarte keinen Gefallen. Wenn man will, dass ich bleibe, werde ich bleiben. Es ist nicht so, dass ich alles unterschreiben würde. Ich brauche ein gutes Paket, die richtige Kombination. Ich glaube, die hat Williams für nächstes Jahr. Ich kann ihnen beim Wachsen helfen."

Das Team setzt er "nicht unter Druck, sondern ich versuche ihnen zu zeigen, dass das der richtige Weg ist". Doch vorerst ist Warten angesagt, bis sich ein interessiertes Team meldet. Sorgen, dass er einen wichtigen Anruf verpassen könnte, macht sich Barrichello jedenfalls nicht, denn: "Ich habe momentan fünf Handys in meiner Tasche. Ich spiele Golf damit, gehe damit ins Fitnesscenter. Wenn mich jemand erreichen will, wird er mich erreichen."

Renault hat kein Interesse

Viele Möglichkeiten hat der elffache Grand-Prix-Sieger nicht mehr: Bei Renault-Teamchef Eric Boullier ist er abgeblitzt, Force India hat sich für Nico Hülkenberg und Paul di Resta entschieden, Toro Rosso setzt nur auf Red-Bull-Junioren. Bleiben neben Williams noch die drei neuen Teams. Lotus würde er sich vielleicht antun, HRT und Marussia eher nicht. Die beste Option für seine Zukunft wäre also nach aktuellem Stand der Dinge ein Verbleib bei Williams.

"Ich würde mit jedem reden", gibt Barrichello zu, "aber ich brauche die Garantie, dass ich nächstes Jahr ein konkurrenzfähiges Auto bekomme. Dieses Jahr hat zwar vom Team her Spaß gemacht, aber das Fahren mit so einem Auto ist keine Freude, um ehrlich zu sein. Es ist mir schon wichtig, weiterhin Formel 1 zu fahren, aber ich will auch konkurrenzfähig sein."

Massa sieht Sponsorensuche kritisch

Aber Barrichellos Aussichten sind objektiv betrachtet düsterer als vor drei Jahren, denn damals hätte er neben Brawn möglicherweise andere Alternativen gehabt. Die sind jetzt nicht mehr vorhanden, weswegen er voll auf Williams angewiesen ist. Daher hat er sich nun sogar dazu herabgelassen, Sponsoren zu suchen, was sein Landsmann Felipe Massa kritisch sieht. Barrichello: "Ich verstehe, dass Felipe mich beschützen will, aber irgendwie fühlt es sich gar nicht so schlecht an."

"Einige denken, es sei peinlich für mich, dass ich Sponsoren suchen muss. Wenn das notwendig ist, damit ich ein konkurrenzfähiges Auto bekomme, dann habe ich aber kein Problem damit", betont er. "Es läuft auch ganz gut. Ich rede mit einigen Leuten, die sehr interessiert sind, und ich hoffe, dass wir etwas zusammenstellen können. Ich weiß aber nicht, ob es davon abhängig ist. Ich habe dem Team nur gesagt, dass ich auf die Suche gehe - für den Fall, dass es so weit kommt."

Rubinho hofft auf schlechtes Wetter

Die beste Antwort wäre ohnehin ein Topergebnis beim Heimrennen, auch wenn ein Wunder passieren müsste, damit Barrichello im 19. Anlauf endlich in Interlagos gewinnt. Obwohl er ein Trockensetup gewählt hat, wünscht er sich für den Grand Prix Schlechtwetter: "Ich hoffe, dass es regnet, denn ich habe all meine Reifen verbraucht. Unser Auto ist im Regen nicht großartig, aber ich liebe Regen. Das würde mir schon helfen..."

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