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Sebastian Vettel unter Mauschelei-Verdacht

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Italienische und spanische Zeitungen wittern eine Mauschelei

29.11.2011, 11:26 Uhr | sid, dpa

Sebastian Vettel unter Mauschelei-Verdacht. Sebastian Vettel jubelt mit dem Sieger Mark Webber nach dem Red-Bull-Doppelerfolg in Brasilien. (Quelle: dpa)

Sebastian Vettel jubelt mit dem Sieger Mark Webber nach dem Red-Bull-Doppelerfolg in Brasilien. (Quelle: dpa)

War es wirklich ein Getriebeschaden? Oder hat Sebastian Vettel seinen Red-Bull-Teamkollegen Mark Webber beim Großen Preis von Brasilien einfach nur elegant vorbeigelassen? In Runde 30 hatte der alte und neue Formel-1-Weltmeister dem Australier den Weg zu dessen ersten Sieg seit dem 1. August 2010 freigemacht.

Dank der 25 Punkte für den Sieg überholte Webber in der WM-Wertung Ferrari-Pilot Fernando Alsonso und schob sich noch auf Rang drei vor. Der Spanier hat in der Endabrechnung einen Zähler weniger. An Vize-Weltmeister Jenson Button konnte Webber nicht mehr vorbeiziehen. (Hier finden Sie den WM-Endstand)

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"Corriere della Sera": "Dahinter steckt eine Stallorder"

Besonders für die italienische Presse ist der Fall klar. Sie werfen dem Red-Bull-Piloten Mauschelei vor. "Sie reden von Problemen mit der Schaltung, doch dahinter steckt eine Stallorder. Kannibale Vettel macht seinem Teamkollegen Webber ein Geschenk und lässt ihm den letzten Krümel eines riesigen Festmahls", titelte der "Corriere della Sera".

"La Repubblica" stieß ins gleiche Horn: "Vettel ist ein Monster-Pilot, über seine Cleverness lässt sich manchmal streiten. Rennstall-Richtlinien sind allgemein akzeptiert, doch Vettel sollte nicht stundenlang seine Schaltung verteufeln." Und die spanische Sportzeitung „Marca“ wunderte sich über das "Phantom-Problem im Getriebe" des bis dahin fehlerfrei funktionierenden Autos.

Vettel und Horner weisen Vorwurf zurück

Der Beschuldigte verwahrte sich gegen die Kritik. "Ich kann ihnen sagen, ich hatte ein Getriebeproblem", sagte Vettel. Wie 20 Jahre zuvor der legendäre Brasilianer Ayrton Senna bei seinem ersten Heimsieg an gleicher Stelle hatte Vettel sein Auto trotz der Getriebeprobleme bis ins Ziel gebracht - mit einem Unterschied: "Er hat das Rennen damals gewonnen", merkte Vettel an.

Genau wie Vettel wies auch Teamchef Christian Horner die Theorien, "die irgendwelche Leute immer haben werden", kategorisch zurück. "Wie zum Himmel dieses Getriebe bis zum Ende gehalten hat, ist für mich zu hoch. Wenn jemand glaubt, dass wir etwas zusammengebraut hätten, kann ich nur mit der Hand auf dem Herzen sagen: Wir hatten ein großes Problem, allein schon gemessen an meinem Blutdruck an der Boxenmauer."

Button verteidigt Vettel

Vettel selbst versuchte zu erklären, wie er trotz der Probleme, die mit längerer Dauer des Rennens immer stärker wurden, sein Tempo so halten konnte, dass er außer Webber niemand anderes vorbeilassen musste und am Ende Zweiter wurde. "Ich habe da gepusht, wo ich konnte, in den Kurven. Aber sobald ich auf den Geraden war, musste ich früher hochschalten", sagte er. Horner erklärte, dass man versucht habe, die Zahl der Schaltmanöver so gering wie möglich zu halten.

In Schutz genommen wurde Vettel von Vize-Weltmeister Jenson Button, der ihn trotz der Getriebeprobleme nicht einholen konnte und am Ende Dritter wurde. "Ich kann das ja nur von außen beurteilen. Aber als Fahrer lernt man, sich an Situationen anzupassen. Wenn du Benzin sparen oder die Bremsen schonen sollst, stellst du dich darauf ein und fährst anders. Wir mussten in diesem Jahr sehr oft Sprit sparen und nach fünf, sechs Runden kann man ganz gute Rundenzeiten hinbekommen", sagte der McLaren-Pilot.

"Sun" lobt Vettels "meisterliche Fahrt trotz der Getriebeprobleme"

Ähnlich sahen es auch die Zeitungen in Buttons Heimat. "Es gab dunkle Gerüchte im Fahrerlager, es sei als Dank für den Australier vom Team inszeniert gewesen - aber das ist weit entfernt von der Wahrheit", schrieb der "Mirror". Und die "Sun" brachte es auf den Punkt: "Um ehrlich zu sein, das war eine wahrhaft meisterliche Fahrt von Vettel, der das Auto trotz der Getriebeprobleme auf Platz zwei gefahren hat."

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