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DSV und Lange trennen sich zum Jahresende

15.12.2011, 12:55 Uhr | dpa, dapd

Schwimmen: DSV und Lange trennen sich zum Jahresende. Dirk Lange bei der Schwimm-WM 2011 in Shangai. (Quelle: dpa)

Dirk Lange bei der Schwimm-WM 2011 in Shangai. (Quelle: dpa)

Der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) und Bundestrainer Dirk Lange haben sich auf eine Trennung zum Ende dieses Jahres geeinigt. "Herr Lange hat jetzt noch Resturlaub. Ab dem 1. Januar 2012 gehen beide Seiten getrennte Wege", sagte DSV-Generalsekretär Jürgen Fornoff.

Jetzt ist es amtlich. Nach langem juristischen Tauziehen haben der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) und Bundestrainer Dirk Lange ihre Zusammenarbeit auch offiziell beendet. Beide Seiten gaben in einer gemeinsamen Presseerklärung die Vereinbarung eines Aufhebungsvertrages bekannt. Als Grund wurde die unterschiedliche Auffassung in der Frage der sportlichen Leistung der Nationalmannschaft bekanntgegeben. In der Erklärung wurde betont, dass die Trennung nicht aufgrund schlechter Leistungen des Teams erfolgt sei. Vielmehr danke man Dirk Lange "für die außerordentlich erfolgreiche Tätigkeit in den letzten drei Jahren, in welcher Athleten des DSV 60 internationale Medaillen und Weltmeister- und Europameistertitel errungen haben.".

Lange blickt nach vorne

"Ich bin natürlich froh, dass ich jetzt wieder arbeiten kann, wie ich das machen möchte. Es haben sich jetzt schon Verbände bei mir gemeldet, die nach Olympia mit mir zusammenarbeiten wollen", sagte Lange, "auch wenn ich als Legionär für andere tätig sein sollte, wünsche ich der Nationalmannschaft alles Gute."

Neuer Bundestrainer nach Olympia

Einen neuen Bundestrainer wird es bis zu den Olympischen Spielen im kommenden Jahr in London nicht geben. Bis dahin sollen die Aufgaben auf die Heimtrainer, die ohnehin das Gros der Arbeit leisten, aufgeteilt werden. Dazu wird sich Leistungssportdirektor Lutz Buschkow einbringen. Neben den etablierten Stützpunkttrainern wie Henning Lambertz, Paul-Biedermann-Coach Frank Embacher oder auch Britta Steffens Heimcoach Norbert Warnatzsch wird auch der von Buschkow sehr geschätzte Diagnostik-Bundestrainer Markus Buck weitere Aufgaben bekommen, aber nicht in einer hervorgehobenen Position. «Ich überlasse das dem Team mit dem Sportdirektor, wie sie das im einzelnen aufteilen», sagte DSV-Präsidentin Christa Thiel. Die Frage, wie es nach London 2012 weitergeht, "ist erstmal überhaupt kein Thema für uns», betonte Thiel. "Die Frage der Struktur darf jetzt nicht der Fokus sein. Der Fokus liegt auf den Olympischen Spielen. Darauf konzentrieren wir uns, nicht auf Spekulationen." Der neue Mann am Beckenrand soll danach in einem offiziellen Bewerbungsverfahren gefunden werden.

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Faire Verhandlungen trotz zerrüttetem Verhältnis

Lange will die Zeit bis zu Olympia erst einmal "überbrücken". Bis dahin wird er sich in die Betreuung der Brustschwimmer Marco Koch (Darmstadt) und Cameron van der Burgh (Südafrika) einbringen. Der Aufhebung des bis Ende 2012 laufenden Kontraktes stimmte der 48-Jährige nur gegen eine üppige finanzielle Zahlung zu. Über Inhalt des Aufhebungsvertrages und die Verhandlungen, die fair und professionell abgelaufen sein sollen, vereinbarten aber beide Seiten Stillschweigen. Auch wenn Verband und der scheidende Trainer am Donnerstag bemüht waren, nette Formulierungen zu finden, galt das Verhältnis zwischen Lange und Leistungssportdirektor Buschkow schon seit langer Zeit als zerrüttet. Beide Seiten wollten und konnten nicht mehr weitermachen. Insbesondere nicht mit Blick auf Olympia in London. Der selbst- und sendungsbewusste Lange hatte seit seinem Amtsantritt 2008 mehr Kompetenzen gefordert, als der DSV ihm zugestehen wollte. Innerhalb des Verbands galt er nicht als Teamplayer.

Kommunikationsprobleme seit der WM

Bei der WM im Juli in Shanghai waren die Beckenschwimmer im Gegensatz zu den von Buschkow als Bundestrainer betreuten Wasserspringern hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Nach der vorzeitigen Abreise der einzigen Gold-Hoffnung Britta Steffen zeigte die Führungsebene keine gemeinsame Linie. Vielmehr offenbarte sich ein Kommunikationschaos - mit einem neuen Bundestrainer soll es bei der nächsten WM besser werden.



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