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Formel 1 steht 2012 vor einem Umbruch

09.01.2012, 13:12 Uhr | Motorsport-Total.com, t-online.de

Formel 1 steht 2012 vor einem Umbruch. Ob sich die Teams 2012 auf ein neues Concorde-Abkommen einigen können, ist noch völlig offen. (Quelle: imago)

Ob sich die Teams 2012 auf ein neues Concorde-Abkommen einigen können, ist noch völlig offen. (Quelle: imago)

Sportlich wird es in der kommenden Formel-1-Saison heiß her gehen. Neben der Jagd auf Doppelweltmeister Sebastian Vettel ist aber auch hinter den Kulissen für Zündstoff gesorgt. Das sogenannte Concorde-Agreement läuft in diesem Jahr aus und muss neu verhandelt werden.

Weil sich aber noch nicht einmal die Teams untereinander einig sind, dürften die politischen Ränkespiele an Schärfe zunehmen. Der Druck auf alle Beteiligten steigt.

Teams wollen 70 Prozent des Gewinns einstreichen

Das derzeitig gültige Concorde-Abkommen, das im Wesentlichen die Verteilung der Preisgelder und kommerziellen Einnahmen an die Teams regelt, endet am 31. Dezember 2012. Ein neuer Vertrag für einen Zeitraum ab 2013 ist also vonnöten. Doch gegenwärtig deutet noch wenig darauf hin, dass sich die Formel-1-Teams, der Motorsport-Weltverband FIA sowie der Inhaber der Vermarktungsrechte FOA unter Leitung von Bernie Ecclestone alsbald auf ein neues Abkommen verständigen werden.

Momentan werden 50 Prozent der Vermarktungserlöse der Formel 1 an die Teams ausgeschüttet, die andere Hälfte der Einnahmen fließt auf das Konto von Ecclestones Firma. Diese Aufteilung besteht im Grundsatz seit dem vierten Concorde-Agreement von 1997 und stößt bei zahlreichen Rennställen inzwischen auf Widerstand. Ein Anteil von mindestens 70 Prozent ist das erklärte Verhandlungsziel der Teams, die sich untereinander zuletzt aber immer seltener auf einen gemeinsamen Kurs verständigen konnten.

Verhandlungen werden deutlich schwieriger

Red Bull, Ferrari und Sauber verkündeten deshalb im November ihren Ausstieg aus dem Zusammenschluss der Rennställe, der Formula One Teams Association (FOTA). HRT ist bereits seit zwei Jahren nicht mehr in der Vereinigung vertreten und Toro Rosso gilt aufgrund seiner Verbindung zum Mutterteam Red Bull ebenfalls als potenzieller Aussteiger. Die Verhandlungen über ein neues Concorde-Agreement sind dadurch nicht einfacher geworden, denn plötzlich sitzen in FOTA, FOA und FIA nicht mehr nur drei Parteien am Verhandlungstisch.

Teams wie Ferrari können nun die Bedingungen, unter denen sie sich erneut zur Teilnahme an der Formel-1-Weltmeisterschaft verpflichten, individuell aushandeln. Seit dem 1. Januar 2012 darf Ecclestone einzelnen Teams neue Angebote unterbreiten. Allerdings ist der Formel-1-Boss durch das bestehende Concorde-Agreement dazu verpflichtet, allen anderen Teams die gleichen Konditionen anzubieten. Damit soll eine Situation wie jene von 2005 verhindert werden, als Ferrari mit Ecclestone und der FIA einen Sondervertrag abschloss, der ausgesprochen gute Konditionen für den Traditionsrennstall beinhaltete.

Piratenserie gilt als unwahrscheinlich

Ob und wie es mit der Formel 1 ab 2013 weitergeht, ist derzeit also in der Schwebe. Das Szenario einer Piratenserie, mit der einige Rennställe in Konkurrenz zur Weltmeisterschaft der FIA treten könnten, erscheint allerdings weniger wahrscheinlich als 2004. Damals drohten die Hersteller Mercedes-Benz, BMW, Toyota, Renault und Honda mit dem Ausstieg aus der Formel 1 und der gleichzeitigen Schaffung einer eigenen Rennserie, um ihre Verhandlungsposition gegenüber Ecclestone zu stärken.

Daraus wurde letztlich nichts und durch die Aufsplittung der FOTA sind derzeit weder die FOTA selbst noch die abtrünnigen Teams in einer ausreichend komfortablen Position, um Ecclestone mit einer Piratenserie ernsthaft drohen zu können.

Ecclestone will sich Beziehung zu Ferrari und Co. nicht verscherzen

Aus diesem Grund plädiert der frühere FIA-Präsident Max Mosley für ein ungewöhnliches Modell: Ecclestone solle den Anteil aus den Einnahmen zu gleichen Teilen an die acht kleineren Rennställe verteilen und die vier Topteams Red Bull, McLaren, Ferrari und Mercedes außen vor lassen. "Die vier Topteams können dann noch lange mit einer eigenen Meisterschaft drohen, sie würde sowieso nicht funktionieren", erklärt Mosley im Interview mit "auto motor und sport". "Wenn sie dann zu Bernie und der FIA zurückkehren, könnten beide sagen: 'Ihr seid willkommen, aber es ist kein Geld mehr für euch übrig.' Sie müssten dann allein von ihren Sponsoreinnahmen leben."

Ob Ecclestone auf den Rat seines alten Freundes Mosley hört, ist fraglich. Eine solche Strategie würde die Verhandlungen mit den Topteams wahrscheinlich nicht gerade beschleunigen. Was wiederum die Frage aufwirft, ob 2012 überhaupt mit einem neuen Concorde-Agreement zu rechnen ist, oder ob sich die Akteure erst 2013 auf ein neues Abkommen einigen. Zur Erinnerung: Der derzeitige Vertrag kam erst Mitte 2009 zustande, nachdem die Formel 1 anderthalb Jahre ohne gültiges Concorde-Agreement auskommen musste. Stattdessen regelte übergangsweise eine Art Vorvertrag die Verteilung der kommerziellen Einnahmen.

Ein 13. Team hat es schwer

Doch selbst wenn sich alle Beteiligten noch in diesem Jahr auf ein neues Concorde-Agreement ab 2013 einigen, sind die Bedingungen für den Einstieg eines 13. Teams - und somit für ein 26 Autos umfassendes Starterfeld - denkbar schlecht. Durch die Verschiebung der Einführung des neuen Motorenreglements auf das Jahr 2014 sind das Concorde-Abkommen und die Veränderung eines wesentlichen Bestandteils des technischen Regelwerks zeitlich nicht aufeinander abgestimmt.

Im Klartext bedeutet dies: Möchte ein Team ab 2013 in die Formel 1 einsteigen (laut Informationen von 'Motorsport-Total.com' kommen dafür derzeit Lola und Stefan Grand Prix in Frage) und dem neuen Concorde-Agreement beitreten, müsste es zunächst ein Auto für die derzeitige 2,4-Liter-V8-Formel konstruieren und dann für 2014 ein im Grundsatz komplett anderes Fahrzeug bauen. Eine Herkulesaufgabe, die für einen Neueinsteiger womöglich nicht zu bewältigen wäre.

Situation bewusst herbeigeführt?

Doch es gibt auch Stimmen im Formel-1-Fahrerlager, die meinen, dass diese Situation von den bestehenden Teams nicht nur billigend in Kauf genommen, sondern bewusst herbeigeführt wurde. Denn wenn der Einstieg eines 13. Teams erschwert wird, würden die Einnahmen aus der weltweiten Formel-1-Vermarktung auch künftig unter lediglich zwölf Rennställen verteilt. Das bedeute mehr Geld für alle.

Ein nicht unwichtiges Argument, wenn man bedenkt, dass angeblich ein Drittel des derzeitigen Starterfeldes bereits jetzt ums wirtschaftliche Überleben kämpft. Die Voraussetzung dafür wäre allerdings ein neues Concorde-Agreement - möglichst bald.

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