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Deutschem Sport droht größere Dopingaffäre

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Deutscher Sport muss Dopingaffäre fürchten

15.01.2012, 14:07 Uhr | sid

Deutschem Sport droht größere Dopingaffäre. Blutdoping ist eine effektive Art der Leistungssteigerung. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Blutdoping ist eine effektive Art der Leistungssteigerung. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Auf den deutschen Leistungssport könnte im Olympia-Jahr eine Dopingaffäre größeren Ausmaßes zukommen. Darauf deuten monatelange Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Erfurt gegen einen früheren Vertragsarzt des Olympiastützpunktes Erfurt hin. Das berichten die "Süddeutsche Zeitung" und die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

Der Arzt steht unter Verdacht, seit 2006 "zu Dopingzwecken" gegen das Arzneimittelgesetz verstoßen zu haben. Im Zusammenhang mit dem Fall bestätigte die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) beiden Zeitungen bereits die Eröffnung eines Disziplinarverfahrens gegen eine Eisschnellläuferin.

Es handelt sich hauptsächlich um Athleten aus Thüringen

Die Erfurter Staatsanwaltschaft kündigte außerdem an, in nächster Zeit mindestens zehn weitere von dem verdächtigen Arzt betreute Aktive auch aus dem Radsport und der Leichtathletik zu vernehmen - zunächst als Zeugen. "Schwerpunktmäßig handelt es sich um Erfurter Sportler, um Thüringer oder dort am Stützpunkt angesiedelte Athleten", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die Ermittlungen sollen innerhalb der nächsten zwei Monate abgeschlossen sein.

Vorwurf der Eigenblut-Therapie steht im Raum

Der ins Zwielicht geratene Mediziner soll entnommenes Blut der Athleten mit UV-Licht bestrahlt und den Sportlern anschließend wieder zugeführt haben. Diese Eigenblut-Therapie soll die Sauerstoffaufnahmefähigkeit erhöhen, ist allerdings umstritten und vor allem seit 2011 wie in Deutschland schon längere Zeit durch den Code der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) verboten.

Dem Arzt droht im Falle eines Schuldspruchs wegen Gesetzesverstößen seit 2006 bis zu ein Jahr Haft oder eine Geldstrafe. Betroffene Athleten müssen Dopingsperren fürchten.

Pechstein-Ermittlungen brachten die Praktiken ans Licht

Aufmerksam geworden auf die Vorgänge in Erfurt waren die Behörden durch ihre Ermittlungen "gegen Unbekannt" im Fall der wegen Blutmanipulation gesperrt gewesenen Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein, die nicht von den genannten NADA-Ermittlungen betroffen sein soll. Bereits im April 2011 hatten die Ermittler in diesem Zusammenhang Razzien in der Praxis des verdächtigen Arztes sowie am Olympiastützpunkt Erfurt durchgeführt. Die Stützpunktleitung suspendierte den Mediziner daraufhin mit sofortiger Wirkung.

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