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Olympia: Panama plant Bob-Mannschaft für Sotschi 2014

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Panama plant Bob-Mannschaft für Sotschi 2014

28.02.2012, 15:08 Uhr | dpa, sid

Olympia: Panama plant Bob-Mannschaft für Sotschi 2014. Panamas Bob-Mannschaft trainiert auf der Laufbahn eines Stadions in Panama City. (Quelle: imago)

Panamas Bob-Mannschaft trainiert auf der Laufbahn eines Stadions in Panama City. (Quelle: imago)

Die Wintersport-Welt staunte nicht schlecht, als sich bei den Olympischen Spielen 1988 in Calgary ein Viererbob aus dem exotischen Jamaika in die Eisrinne stürzte. 26 Jahre später könnte sich die Geschichte in ähnlicher Weise wiederholen. Diesmal plant ein Team aus Panama, 2014 in Sotschi einen eigenen Schlitten an den Start zu bringen.

Die heitere Olympia-Mission der vier Jamaikaner wurde vier Jahre später verfilmt und unter dem Titel "Cool Runnings" in den Kinos gezeigt. Auch die Idee und der Weg zu Panamas erster Bobmannschaft bietet genügend Stoff für ein Hollywood-Drehbuch.

Casting-Show im Fernsehen

Ein Schweizer Anwalt mit panamaischer Staatsbürgerschaft fährt 2010 im Touristenbob erstmals die Natureispiste in St. Moritz herunter - und wird vom Sport infiziert. Wenig später greift Christoph Zollinger, der mit seiner Familie in Panama lebt, zum Telefonhörer. Am anderen Ende ist der Schweizer Hans Hiltebrand, zweifacher Weltmeister, ehemaliger Trainer, Sportchef und Schlittenbauer. Er soll mit seiner umfassenden Erfahrung das eisige Projekt "Spirit of Panama" umsetzen - und einen Olympia-Start Panamas möglich machen.

"Eigentlich wollte ich mich zur Ruhe setzen. Doch die Idee, mit Panama in Sotschi zu starten, reizte mich ungemein, vor allem weil es sehr seriös geplant ist", sagte der 67 Jahre alte Hiltebrand am Rande der Bob-WM in Lake Placid. Nach dem Telefonat mit dem 42-jährigen Zollinger ging dieser auf die Suche nach einem Anschieber. Zuerst wurde der Leichtathletik-Verband Panamas kontaktiert, danach unterstützte das staatliche Fernsehen eine Casting-Show. 85 Athleten nahmen daran teil, auch Mitglieder der Special-Forces-Einheit der Nationalpolizei. Auf dem Programm standen Ausdauerlauf, Sprinttraining, Wurftraining und Weitsprung, was die Panamaer am besten können. Immerhin hatte Irving Saladino 2008 in Peking Olympia-Gold geholt.

Zum ersten Mal Schnee gesehen

Der zweitbeste Weitspringer des mittelamerikanischen Landes ist der 25-jährige Jonathan Romero, der inzwischen wie Arsenio Caballero (29 Jahre), Eduardo Fonseca (25) und Andreas Rodriguez (27, zum Team von Pilot Zollinger gehört. Rodriguez ist Landesmeister im Sprint über 100 und 200 Meter. Mit einem Bob auf Rädern - wie bei "Cool Runnings" - wurde im Leichtathletik-Stadion von Panama-Stadt der Start simuliert. Nebenbei wurden die Strukturen gelegt: ein  Bob- und Wintersportverband wurde gegründet und die Lizenzen vom Weltverband FIBT und vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) eingeholt.

"Es gab auch Rückschläge", berichtete Hiltebrand. Anschieber Romeo hatte noch nie Schnee gesehen. "Kein Witz, er zitterte vor Kälte", erinnerte sich Hiltebrand und dachte: "Es wird nicht klappen." Mittlerweile hat das Team Trainingsfahrten in Innsbruck, St. Moritz und Lake Placid absolviert - und sogar Sturzerfahrung gesammelt. Die ersten Rennen fuhren die Bob-Exoten im November 2011 im America's Cup. Zollinger kletterte in der FIBT-Weltrangliste inzwischen auf Platz 55 im Zweierbob - von 98 Teilnehmern.

Hiltebrand hat große Erfolge gefeiert

Von der kommenden Saison an wird es ernst. "Dann muss alles passen", betonte Hiltebrand, während Zollinger noch auf Sponsorensuche ist. Der Etat wird mit rund 200.000 Euro beziffert, noch ist er nicht komplett abgedeckt. Dieses Projekt sei "nichts für Spinner", so Hiltebrand. Der ehemalige Top-Pilot steht für Seriosität - und für Erfolge. Als Aktiver, Trainer und Berater nahm er insgesamt an neun Olympischen Winterspielen teil. Zudem baute er Weltklasse-Bobs und führte als Cheftrainer Kanadas Pierre Lueders in Nagano zum Olympiasieg im kleinen Schlitten. Jetzt hofft er auf ein Happy End für Panama.

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