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Sebastian Vettel: Neuer Bolide streikt am letzten Testtag

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Vettel-Wagen zickt beim Testfinale

05.03.2012, 08:53 Uhr | dpa

Sebastian Vettel: Neuer Bolide streikt am letzten Testtag. Sebastian Vettel war beim Testfinale größtenteils zum Zusehen verdammt. (Quelle: imago)

Sebastian Vettel war beim Testfinale größtenteils zum Zusehen verdammt. (Quelle: imago)

Sebastian Vettels neuer Formel-1-Dienstwagen hat den Doppelweltmeister ausgerechnet beim Testfinale im Stich gelassen. "So ist das manchmal: Manchmal ist der Hund drin", sagte Vettel auf dem Circuit de Catalunya bei Barcelona ein. Eigens für die letzten beiden Probetage hatte Red Bull aus Milton Keynes ein neues Chassis einfliegen lassen. Teamkollege Mark Webber und Vettel sollten den noch einmal stark überarbeiteten RB8 zwei Wochen vor dem WM-Auftakt den finalen Belastungstests unterziehen. Doch dann das: Ein Getriebeproblem bremste Vettel. "Es ist ganz normal, dass ein neues Auto noch ein bisschen rumzickt", sagte der Champion.

Er wollte so gern noch mal richtig Gas geben. Er konnte aber nicht. Am Nachmittag blieb die Box lange Zeit geschlossen, hinter dem Tor wechselte die Red-Bull-Crew das Getriebe. Zuvor hatte Vettel bei einem kleinen Ausritt auch noch den Frontflügel des neuen Wagens beschädigt. Die Quittung für die unliebsamen Komplikationen: Gerade mal 15 Runden bis zwei Stunden vor Testende, letzter Platz in der Zeitentabelle.

Vettel zieht positives Fazit

Vettel zeigte sich trotz der fehlenden weiteren Erfahrung mit seinem neuen Boliden nicht allzu besorgt. "Wenn der Wagen nicht schnell wär, wäre es ein bisschen schlimmer", meinte er. "Alles in allem können wir zufrieden sein. Das Auto hat sich - bis auf heute - gut benommen", betonte der 24 Jahre alte Heppenheimer.

Allerdings hatte der Titelverteidiger auch zu Beginn der Testreihen in Jerez Probleme mit dem neuen Wagen gehabt. Bis zum Finale der Vorbereitung auf dem Grand-Prix-Kurs in Katalonien schaffte es Vettel dann nur einmal auf Platz eins. "Die Leute können über uns reden, was sie wollen. Aber solange wir in der Zeitentabelle nicht oben stehen, haben wir noch Arbeit vor uns", meinte Stallrivale Webber am Wochenende. Er hatte bei keinem seiner Einsätze die Tagesbestzeit erzielen können.

Konkurrenz sitzt Red Bull im Nacken

Vor übereilten Prognosen nehmen sich alle in Acht. Die Konkurrenz scheint aber gerüstet für die Attacke auf den Branchenprimus. "Es werden immer noch die Teams vom vergangenen Jahr zu schlagen sein. Aber ich denke, dass wir eine gute Chance haben, sie früh in der Saison schon einige Male zu ärgern", sagte Mercedes-Pilot Nico Rosberg nach seinem letzten Testauftritt. "Mercedes ist definitiv stärker als in den Jahren zuvor", befand Vettel. Duelle zwischen ihm und Kumpel Michael Schumacher im neuen Silberpfeil wären wohl das i-Tüpfelchen für die deutschen Formel-1-Fans.

Mercedes hat offensichtlich deutliche Fortschritte gemacht, McLaren mit Vizeweltmeister Jenson Button und Ex-Champion Lewis Hamilton hat wohl ebenfalls weiter aufgeholt. Nicht zu vergessen Lotus mit Rückkehrer Kimi Räikkönen. Der finnische Weltmeister von 2007 legte bis zur Mittagspause die Bestzeit hin. Bereits am Donnerstag und Freitag hatte sein französischer Teamkollege Romain Grosjean jeweils die schnellste Runde auf dem 4,655 Kilometer langen Kurs bei Barcelona gedreht. "Lotus ist vielleicht ein Geheimtipp", meinte Vettel: "Ich denke, es ist alles etwas enger zusammen."

Ferrari hüllt sich in Schweigen

Ob das auch für Ferrari gilt, ist unmittelbar vor dem WM-Auftakt eine der großen Fragen. Während bei Red Bull und Vettel noch keine größere Panik wegen des verkorksten Testfinales herrschte, lieferte die Scuderia selbst ausreichend Stoff zu Spekulationen über den Gemütszustand im Team. Die Italiener strichen am Wochenende die üblichen Pressekonferenzen mit seinen Fahrern Fernando Alonso und Felipe Massa. Vettel ließ sich hingegen das Wort nicht mal von seinem zickigen Auto verbieten.

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