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Tischtennis-WM: Kurioses aus Dortmund

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Breitensport wird breit getreten

29.03.2012, 18:32 Uhr | t-online.de

Tischtennis-WM: Kurioses aus Dortmund. Japans Superstars Ai Fukuhara und Shinji Kagawa in Dortmund. (Quelle: Manfred Schillings)

Japans Superstars Ai Fukuhara und Shinji Kagawa in Dortmund. (Quelle: Manfred Schillings)

Eine Kolumne von Marc L. Merten

Anachronismus ist ein Wortungetüm, das nur selten an einem Stammtisch fällt. In Dortmund ist das gerade anders. Denn bei einem Bier lässt sich mit diesem Begriff trefflich beschreiben, was heute stattfindet, aber eigentlich in eine andere Zeit gehört: wie die Tischtennis-Team-Weltmeisterschaft, das zweite Wortungetüm und eigentlicher Inhalt der Stammtisch-Diskussionen.

Eines vorweg: Demjenigen, der kein Intimus der Szene ist, unterläuft schnell ein Fehler. Mitnichten handelt es sich hierbei um DIE Tischtennis-WM. Denn es gibt nicht eine, sondern mehrere. Die der Einzelspieler und die der Teams. Durchgeführt werden sie, wie es so schön heißt, alternierend. Also im Wechsel. Das, so dachte die Internationale Tischtennis-Föderation (ITTF), sei eine gute Idee, um das WM-Turnier zu entzerren, übersichtlicher zu machen, auch für den Zuschauer. Der wisse ja sonst gar nicht, welche parallel stattfindenden Spiele er verfolgen solle. Jetzt ist das einfacher.

Massenabfertigung bis zur Goldmedaille

"Sierra Leone und Liberia kommen nicht", ließ der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) zu Beginn der WM noch verlauten. Ein harter Schlag, schließlich reduziert die Absage der beiden afrikanischen Staaten die Teilnehmer-Zahl und damit den Weltrekord bei Weltmeisterschaften: In der Dortmunder Westfalenhalle schlagen unglaubliche 118 Herren- und 91 Damen-Mannschaften auf. 149 Nationen sind gekommen und haben knapp 850 Spieler mitgebracht, die über 100 Matches pro Tag austragen, die von 165 Schiedsrichtern geleitet werden. Giganten-WM, Mammutveranstaltung, Massenabfertigung bis zur Goldmedaille.

Der Gedanke ist nobel: Jede Nation darf kommen, eine Qualifikation gibt es nicht. "Ein Stück Breitensport" nennt Tischtennis-Superstar Timo Boll die WM. Da hat er wohl recht. Wenngleich: Breitensport als Mehr-Klassen-Gesellschaft. Denn während die Top-Teams wie China, Deutschland und Schweden auf dem Center Court mit vier 30.000 Euro teuren Tischen Marke Sonderanfertigung vor bis zu 11.000 Zuschauern spielen, bleiben die kleinen Nationen in einer zweiten Halle mit 32 schlicht nebeneinander aufgereihten Tischen fast unter sich. Barbados gegen Togo wird dort schnell zum Tischtennis-Klassiker.

Asien goes Dortmund

Während immer mehr Verbände versuchen, ihre Sportart bestmöglich zu vermarkten, medial attraktiver und auf ihre Superstars ausgerichtet zu präsentieren, erscheint die Tischtennis-Team-WM wie ein Relikt aus längst vergessenen Zeiten. Trotzdem meckert Deutschlands Bundestrainer Jörg Roßkopf in jedes sich ihm bietende Mikrofon, dass die deutschen Fernsehsender die WM verschmähen.

Anders die Asiaten: Sie haben eine ganze Armada an Reportern und TV-Kameras mitgebracht. Und das nicht nur, weil China diesen Sport dominiert. Auch die Südkoreaner spielen in der Weltelite mit, nicht zu vergessen die Japaner. Und weil deren Spieler in ihren Ländern echte Volkshelden sind – nicht wie hierzulande maximal den halbwegs Sportinteressierten bekannt – trifft es sich gut, dass in Dortmund auch noch ein anderer japanischer Volksheld wohnt und seinen Sport direkt neben der Westfalenhalle ausübt.

Shinji Kagawa trifft Japans wirklichen Superstar

Shinji Kagawa, Fußball-Star von Borussia Dortmund, ist einen Tag lang Co-Kommentator von Tokyo-TV. Ein echter Coup für den Fernsehsender, denn immerhin ist Kagawa in Japan ein – Achtung – fast so großer Star wie Ai Fukuhara. Sie haben noch nie von Ai Fukuhara gehört? Das würde Ihnen in Japan nicht passieren. Dort ist die 23-Jährige ungefähr so bekannt wie Steffi Graf zu ihrer aktiven Tennis-Karriere in Deutschland.

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Fukuhara ist das, was man gemeinhin ein Wunderkind nennt. Erstmals Tischtennis spielte sie mit drei, wurde im Alter von zehn Jahren Profi und spielte mit elf erstmals für das Nationalteam. Nippon schenkte ihr schon früh eine eigene Fernsehshow, Videospiele von ihr eroberten den Markt. Jetzt, in Dortmund, steht die 1,55 Meter kleine Grazie neben dem mit 1,72 Meter fast schon übergroß wirkenden Kagawa. Zwei Helden aus Japan, die signierte BVB-Trikots und überdimensionale Tischtennis-Holzschläger austauschen und für ein Bild posieren, das sich in Japan in Windeseile verbreitet.

Autogramme reichen manchmal nicht aus

Der deutsche Gegenentwurf zu Fukuhara, zumindest sportlich, ist eigentlich Timo Boll. Eine eigene Fernsehshow hat er deswegen zwar nicht, und auch kein eigenes Videospiel. Aber diese WM ist auch seine WM, seine Heim-WM. Weshalb ihn noch mehr Fans als sonst um ein Autogramm bitten. Oder um etwas anderes. "Ein Spieler aus Togo wollte meinen Schläger haben", erzählt er lachend. Immerhin ist die Tischtennis-Team-Weltmeisterschaft nicht nur ein Wortungetüm, sondern auch ein Stück Breitensport.


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