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Formel 1: Verständnis und Unterstützung für Sebastian Vettel

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Verständnis und Unterstützung für Vettel

28.03.2012, 16:41 Uhr | sid

Formel 1: Verständnis und Unterstützung für Sebastian Vettel. Sebastian Vettel (li.) und Mercedes-Motosportchef Norbert Haug. (Archivbild) (Quelle: imago)

Sebastian Vettel (li.) und Mercedes-Motosportchef Norbert Haug. (Archivbild) (Quelle: imago)

Sebastian Vettel, der die Formel 1 zwei Jahre lang fast nach Belieben beherrscht hat, lernt in der Anfangsphase der Saison 2012 eine andere Seite seines Berufes kennen. Nach zwei Rennen liegt der Weltmeister nur auf Platz sechs der Fahrerwertung, hat 18 Punkte und damit 17 weniger als Spitzenreiter Fernando Alonso im Ferrari. Zudem sorgte er mit seinen Reaktionen nach dem Zusammenstoß mit Narain Karthikeyan in Malaysia für einigen Wirbel.

"In Deutschland bricht ein Fall Vettel aus", stellte die "Gazzetta dello Sport" fest und spekulierte über "Spannungen" im Red-Bull-Lager. "Er hat gegen den Verhaltenskodex verstoßen", sagte der frühere Formel-1-Fahrer Marc Surer. "Sebastian muss damit klarkommen, dass es jahrelang für ihn nur nach oben ging und jetzt auf einmal nicht mehr", stellte Altmeister Hans-Joachim Stuck fest.

Prominente Unterstützer

Vettel hatte in Malaysia den Inder eine "Gurke" genannt und ihm sehr deutlich den Stinkefinger gezeigt. Mercedes-Sportchef Norbert Haug bricht allerdings eine Lanze für den jungen Champion. "Auch als Doppelweltmeister ist Sebastian Vettel ein großartiger Mensch und ein ursprünglicher Racer geblieben", sagte Haug: "Man sollte die Kirche im Dorf lassen, wenn man jetzt urteilt."

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Auch Fahrerkollege Adrian Sutil, als Nachfolger des glücklosen Felipe Massa bei Ferrari im Gespräch, steht Vettel bei. "Ich kann ihn verstehen", sagte Sutil im Gespräch mit der Tageszeitung "Die Welt": "Ich habe mich auch oft über die Überrundeten geärgert."

FIA hat sich bereits eingeschaltet

Die Szene mit dem erhobenen rechten Mittelfinger Vettels war von der Onboard-Kamera aufgezeichnet worden. Ein entsprechendes Foto wurde vom britischen Sender BBC verbreitet und rief prompt den Automobil-Weltverband FIA auf den Plan, der sich mit der Angelegenheit beschäftigen wird. Surer glaubt allerdings nicht an drastische Folgen für Vettel: "Ich denke, dass die Leute in Paris bei der FIA Verständnis haben für jemanden, der einfach sauer ist. Und deswegen wird es wahrscheinlich keine schlimme Strafe geben."

In einer ersten Stellungnahme auf seiner Homepage gestand Vettel ein, dass der elfte Platz von Malaysia "nicht nur für mich, sondern auch für das ganze Team frustrierend" gewesen sei: "Trotzdem müssen wir uns in nächster Zeit vermehrt auf uns selbst konzentrieren und dafür sorgen, dass uns alles, was außen herum passiert, nicht ablenkt. Nur so können wir im nächsten Rennen wieder Punkte gutmachen." Das findet am 15. April in China statt, und bis dahin muss er sich auch noch vor seinem eigenen Team verantworten. Vettel hatte sich trotz aussichtsloser Position kurz vor dem Ende des Rennens in Malaysia geweigert, aufzugeben. Im Falle eines Ausscheidens hätte Red Bull beim nächsten Rennen straffrei das Getriebe wechseln dürfen, was sonst mit einer Rückversetzung um fünf Startplätze geahndet wird.

Durchfahren bringt Sympathien

Vettel hatte seine Weigerung so erklärt: "Man wollte wohl das Auto sparen, aber ich wollte die Zielflagge sehen. Ich hätte reinkommen sollen, aber ich habe gedacht, es gehört sich, zu Ende zu fahren, auch wenn das Auto den Geist aufgibt." Auch in diesem Fall bekommt er Unterstützung von Norbert Haug. Er könne zwar, so Haug, zu dem speziellen Fall nichts sagen, da er die teaminternen Vereinbarungen nicht kenne, aber "einen Rennfahrer, der fährt, solange sein Auto fahren kann, verstehe ich allemal".

Marc Surer schlug sich bei der Bewertung der Szene ebenfalls auf Vettels Seite: "Es war die richtige Entscheidung. Das Team muss bei solchen Kommandos auch aufpassen. Man darf nur bei einem technischen Defekt das Auto an die Box holen." Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko hatte die Aufforderung damals allerdings mit technischen Problemen begründet: "Das war keine taktische Entscheidung."

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