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Rudern: Drama bei Ruderklassiker Oxford - Cambridge

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Oxford - Cambridge: "Dramatischstes Boat Race, das es je gab"

08.04.2012, 13:16 Uhr | dpa

Rudern: Drama bei Ruderklassiker Oxford - Cambridge. Favorit, aber Verlierer des 158. Vergleichs mit Cambridge: Oxfords Universitäts-Achter. (Quelle: imago)

Favorit, aber Verlierer des 158. Vergleichs mit Cambridge: Oxfords Universitäts-Achter. (Quelle: imago)

Ein Protest-Schwimmer, eine Kollision mit einem abgebrochenen Ruder-Blatt und ein kollabierter Ruderer: Das 158. Boat Race zwischen den Elite-Universitäten Oxford und Cambridge war hochdramatisch. Im Duell zweier deutscher Starter setzte sich der Bonner Moritz Schramm mit den Hellblauen aus Cambridge durch - Oxfords Hanno Wienhausen aus Leverkusen war hingegen der Pechvogel des Tages.

Sein Ruder brach ab. Und sogar die Siegerehrung wurde abgesagt, weil Alexander Woods im dunkelblauen Oxford-Achter im Ziel zusammengebrochen war. "Er wurde sofort ins Krankenhaus gebracht, sein Zustand ist stabil", teilte der Veranstalter mit. Die "Sun on Sunday" schrieb vom dramatischsten Boat Race, das es je gab". (Lesen Sie auch: Betrunkene Schiedsrichter, gesunkene Boote)

"Anti-Elitismus-Aktivist" stört das Rennen

Aber der Reihe nach: Zunächst hatte es vor rund 250.000 Zuschauern nach einem sportlich packenden Spektakel zwischen dem bei den Buchmachern favorisierten Oxford-Team mit mehr internationaler Erfahrung und Cambridge ausgesehen. Sie lagen etwa gleichauf, als urplötzlich der Kopf eines bärtigen Schwimmers vor Oxfords Ruderblättern auftauchte und das Rennen etwa auf der Hälfte der 6,8-Kilometer-Strecke zwischen Putney und Mortlake für 30 Minuten unterbrochen werden musste.

Der Störenfried gab sich als "Anti-Elitismus-Aktivist" aus London zu erkennen, der sich für diese lebensgefährliche Aktion gezielt das als elitär geltende Ruder-Event ausgesucht hatte. Der 35-Jährige wurde von einem Motorboot gerettet und von der Polizei an Land in Handschellen abgeführt - er grinste dabei. "So eine Schande", klagte der Schiedsrichter. "Dummer Junge", schimpfte der "Sunday Mirror". Der Londoner wurde am Sonntag offiziell wegen Verstoßes gegen die öffentliche Ordnung angeklagt und muss sich am 23. April vor Gericht für seine Aktion verantworten.

Schramm: "Das am Ende war furchtbar"

Nach reichlich Diskussionen kam es zum Neustart auf dieser Höhe der Strecke und dann wenig später zum nächsten Aufreger: Die Ruderblätter der beiden Teams gerieten heftig aneinander - und Wienhausens Blatt brach ab. Derart gehandicapt hatte die Oxford-Crew das klare Nachsehen und Cambridge ruderte locker mit 4,25 Längen Vorsprung ins Ziel. Dort kam es dann noch zu echten Schreckensmomenten, als Oxfords Woods im Boot zusammenbrach und minutenlang von Notärzten behandelt werden musste.

"Das Rennen war ungewöhnlich", sagte der Medizinstudent Schramm. "Man freut sich, dass man das Rennen gewonnen hat und man ist stolz - aber das am Ende war furchtbar", ergänzte der 25-Jährige und vergaß alle Rivalität. "Ich glaube, dies persönlich war für mich die überragende Emotion: Dass ich mir Sorgen um Alex gemacht habe." Im Vorjahr hatte noch Oxford souverän gewonnen. In der Gesamtbilanz der Regatta, die auf das Jahr 1829 zurückgeht, führt Cambridge nun mit 81 zu 76 Siegen. 1877 ging das Duell unentschieden aus.

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