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Formel 1: Bahrain-Streckenbetreiber beschwichtigt die Kritiker

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Bahrain-Streckenbetreiber beschwichtigt die Kritiker

16.04.2012, 16:40 Uhr | dpa

Formel 1: Bahrain-Streckenbetreiber beschwichtigt die Kritiker. Der Williams von Nico Hülkenberg beim Rennen in Bahrain in der Saison 2010. (Quelle: imago)

Der Williams von Nico Hülkenberg beim Rennen in Bahrain in der Saison 2010. (Quelle: imago)

Der Geschäftsführer des Bahrain International Circuit versucht die Öffentlichkeit vor dem Formel-1-Rennen trotz anhaltender Proteste in dem Königreich zu beruhigen. "Ich denke, es wird nichts Dramatisches passieren", sagte Zayed Al Zayani. "Es ist nicht Afghanistan, es ist nicht Syrien."

In einigen Dörfern könne es etwas Unruhe geben, aber es werde nichts passieren, was man nicht im Griff habe. Al Zayani versicherte: "Ich habe keinen Zweifel, dass die Formel 1 kein Angriffsziel ist, weder die Teams noch die Medien."

Sky bleibt zuhause, RTL berichtet vor Ort

Trotz dieser Versicherungen wird der Fernsehsender Sky aus Sicherheitsgründen keine Mitarbeiter zu dem umstrittenen Grand Prix schicken. Der WM-Lauf soll dennoch am kommenden Sonntag von 14 Uhr an live im Abo-Kanal übertragen werden. "Die Situation ist zu unübersichtlich und zu gefährlich", erklärte Dirk Grosse von der Sky-Sport-Kommunikation zu dem Verzicht auf Personal am Rennort. "Die Sicherheit der Mitarbeiter geht vor." Die Sky-Kommentatoren Jacques Schulz und der frühere Rennfahrer Marc Surer werden das Rennen aus dem TV-Studio in Ismaning übertragen. Dort läuft das Weltbild auf.

Hingegen will RTL, das ebenfalls alle Rennen überträgt, seinen Reporterstab nach Bahrain schicken. Das bestätigte der Privatsender auf Anfrage. Allerdings hat auch RTL Probleme mit der politischen Situation in Bahrain. Der Auslandsreporterin Antonia Rados wurde nach eigenen Angaben das Einreisevisum verweigert. Das hatte die bekannte Journalistin während der Live-Übertragung des Rennens aus Shanghai berichtet.

Amnesty International fordert erneute Absage

Im Vorjahr hatten die Verantwortlichen nach wochenlangen Protesten der schiitischen Bevölkerungsmehrheit gegen das sunnitische Herrscherhaus den Grand Prix abgesagt. Damals hatte es bei den blutigen Unruhen über 30 Tote gegeben. Auch in diesem Jahr gibt es großen Widerstand gegen die politischen und sozialen Verhältnisse in dem kleinen Golfstaat. Mehrere Menschenrechtsorganisationen, darunter Amnesty International, fordern eine erneute Absage des Rennens.

Der Internationale Automobilverband FIA entschied jedoch am Rand des Großen Preises von China, dass der WM-Lauf in Bahrain wie geplant stattfinden soll. Die Rennwagen sollen am Dienstag in der Hauptstadt Manama eintreffen. Einige Angestellte des Formel-1-Managements sind bereits seit mehreren Tagen dort. Einige Fahrer und Teammitglieder flogen von Shanghai in ihre Heimat zurück. Andere verbringen die Tage bis zum Bahrain Grand Prix in den nahe gelegenen Emiraten Dubai oder Abu Dhabi.

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