Startseite
Sie sind hier: Home > Sport >

Hanebüchene Vergleiche: Todt verteidigt Rennen in Bahrain

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Todt: "Leider bedeutet Protest oft auch Verletzung von Menschen"

21.04.2012, 19:42 Uhr | sid

Hanebüchene Vergleiche: Todt verteidigt Rennen in Bahrain. Jean Todt  kritisiert die Medien für ihre Berichterstattung über die Ereignisse in Bahrain. (Quelle: dpa)

Jean Todt kritisiert die Medien für ihre Berichterstattung über die Ereignisse in Bahrain. (Quelle: dpa)

FIA-Präsident Jean Todt hat mit teils hanebüchenen Vergleichen die Austragung des Formel-1-Rennens im Golfstaat Bahrain gerechtfertigt. Angesprochen auf die fast täglichen Demonstrationen und die gewaltsamen Proteste erklärte der Franzose: "In jedem demokratischen Land sind Proteste erlaubt." Diese gebe es auch in seiner Heimat. "Leider bedeutet Protest oft auch Verletzung von Menschen. Das ist ein Weg, sich auszudrücken", sagte Todt.

In Bahrain würden "höchstens zehn Prozent" gegen die aktuellen Machthaber aufbegehren. "Sollen wir die anderen 90 Prozent bestrafen?", fragte der oberste Motorsport-Funktionär der Welt.

Auch rund um Fußballspiele gibt es Verletzte

Auch mit Ausschreitungen in Fußball-Stadien verglich Todt die Bahrain die politisch motivierten Unruhen, die Bahrain seit 14 Monaten erschüttern. Wenn es zu diesen komme, "dann werden dort immer mindestens drei Leute verletzt", sagte Todt.

Er wolle das nicht als Beispiel nehmen. "Aber so etwas ist schon in Großbritannien, in Deutschland, in Frankreich, auf der ganzen Welt passiert. So etwas kann eben passieren. Das heißt aber doch nicht, dass wir mit dem Sport aufhören sollten."

Berichterstattung angeblich verfälscht

Kritik übte Todt an der Berichterstattung der Medien über die Proteste in dem Wüstenstaat. "Schade, dass solche Berichte in Umlauf sind. Ich bin nicht sicher, ob all diese Berichte tatsächlich das widerspiegeln, was in diesem Land passiert", sagte der Präsident des Automobil-Weltverbandes und beklagte damit eine angeblich verfälschte Berichterstattung.

Einen Kommentar zum gewaltsamen Todes eines Demonstranten am Tag des Qualifyings lehnte er ab. "Ich kann nichts zu Dingen sagen, von denen ich die Details nicht kenne. Ich habe diese Details nicht. Es wäre demnach falsch, wenn ich etwas dazu sagen würde."

Todt: "Sport kann helfen, gesellschaftliche Probleme zu lösen"

Trotz der zahlreichen Proteste gegen das Rennen hofft der FIA-Boss auf die positiven Auswirkungen des Rennwochenendes in Bahrain. "Wenn der Sport dabei helfen kann, ein gesellschaftliches Problem zu lösen, dann ist es gut. Ich habe beispielsweise viele Aussagen von Nelson Mandela gehört, der meinte, dass der Sport einige Wunden heilen könne. Wenn dies gelingt, dann dürfen wir doch stolz sein, dass die Formel 1 einen gewissen Anteil daran hat", sagte Todt.

Aus der Formel-1-Familie habe sowieso keiner ein Problem in Bahrain. "Alle, mit denen ich im Fahrerlager gesprochen habe, sind sehr happy. Man sagte mir sogar, dass es ein Fehler gewesen wäre, wenn wir nicht hierher gekommen wären. Die meisten Teamchefs denken zum Beispiel so. Leider liest man solche Aussagen nur selten in den Medien. Ich respektiere die Medien und deren Arbeit. Es spiegelt eben nicht immer das wider, was ich hier zu sehen und zu hören bekomme", erklärte Todt und untermauerte dies mit der offiziellen Sprachregelung der Rennställe. Unter der Hand hatten aber zahlreiche Teammitglieder ihre Bedenken an der Reise nach Bahrain geäußert.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Die besten Videos des Jahres 2016 
Passant entlarvt angeblichen Beinamputierten

Misstrauisch werden die vermeintlichen Beinstümpfe befühlt. Video

Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal