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Rehhagel droht peinlicher Karriere-Abschluss

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Steigt Rehhagel mit der Hertha ab?

27.04.2012, 16:34 Uhr | dpa

Rehhagel droht peinlicher Karriere-Abschluss. Hertha-Trainer Otto Rehhagel: "Ich habe nichts zu verlieren."

Hertha-Trainer Otto Rehhagel: "Ich habe nichts zu verlieren."

Bei seiner vermutlich letzten Trainerstation steht Altmeister Otto Rehhagel vor einer der größten Pleiten. In Berlin war der Meistercoach im Februar mit viel Brimborium angetreten, um Hertha BSC vor dem Absturz zu bewahren - das Gastspiel auf Schalke könnte nun den Gang in die Zweitklassigkeit besiegeln.

Es liegt nicht mehr nur an der Hertha, den unmittelbaren Absturz nach dem Erstliga-Aufstieg 2011 zu vermeiden. Wenn die Konkurrenten aus Köln und Augsburg selbst punkten, nützen Hertha womöglich sogar zwei Siege nicht. In den gut zwei Monaten seiner Zeit bei Hertha hatte Rehhagel sich bislang stets dagegen gesträubt, in der Tabelle den Blick auf die Liga-Rivalen zu richten. Nur Hertha, "das ist mein Thema", betonte er immer wieder. Inzwischen haben es Rehhagel und seine Spieler nicht mehr selbst in der Hand.

Absolute Identifikation hört sich anders an

Impulse für ein verunsichertes Team, Tricks und Kniffe aus Rehhagels jahrzehntelanger Erfahrung und nicht zuletzt den Überraschungseffekt: All das hatte sich Hertha durch den Coup erhofft - bislang vergebens. Mittlerweile sind nur noch Durchhalteparolen zu hören. "Wir haben noch zwei Spiele und stehen zwei Punkte hinter dem Relegationsplatz", sagte Rehhagel in dieser Woche. "Solange es rechnerisch möglich ist, bleiben wir natürlich am Ball." Ähnliche Formulierungen hatte er nach allen zehn Partien auf der Bank der Berliner parat. Sechsmal musste er Niederlagen erklären, unter anderem die Klatsche in Augsburg (0:3) und die Heimblamagen gegen Bayern München (0:6), Wolfsburg (1:4), Freiburg (1:2) und Kaiserslautern (1:2).

Ob sich der frühere Titelsammler mit dem Engagement in der Hauptstadt einen Gefallen getan hat, wurde immer mehr die zentrale Frage. Eine Antwort hatte er selbst eigentlich schon bei seiner Präsentation vorweggenommen. "Ich habe nichts zu verlieren", verkündete Rehhagel - nach absoluter Identifikation mit einem Klub in der Krise klang das nicht.


Hertha hofft auf Comeback der Verteidiger

Vielmehr übte Rehhagel immer wieder leise Kritik an Personal und Zusammensetzung des Kaders. "Wir müssen mit den Spielern auskommen, die wir haben", sagte der 73-Jährige regelmäßig. "Uns fehlen die erfahrenen Leute im Kampf gegen den Abstieg", betonte er jüngst.

Dass zu allem Überfluss auch noch viele Verletzungen dazukamen, passt in die glücklose Hertha-Rückrunde. "So etwas habe ich noch nicht erlebt", sagte Rehhagel. Gegen Kaiserslautern fehlte fast die komplette Stammabwehr, in Gelsenkirchen hofft Hertha nun auf eine Rückkehr der Verteidiger Christoph Janker und Roman Hubnik.

Mit Klamauk gegen die Tragödie

Im Kurz-Trainingslager in Castrop-Rauxel versuchte der Coach in dieser Woche, letzte Kräfte für den Liga-Endspurt zu mobilisieren. Abgeschottet von den Medien sollten Mannschaft und Betreuer noch einmal enger zusammenrücken, am Donnerstagabend saßen alle zusammen in Bochum im Kino. Auf dem Programm: American Pie 4. Lacher und Klamauk gegen die sich sportlich anbahnende Tragödie.

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