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Kehrtwende im "Fall Erfurt"

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Kehrtwende im "Fall Erfurt"

27.04.2012, 19:20 Uhr | dpa, dapd, sid

. Die Blutprobe eines Leistungssportlers wird untersucht.  (Quelle: dapd)

Die Blutprobe eines Leistungssportlers wird untersucht. (Quelle: dapd)

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hat in der Erfurter Blutmanipulations-Affäre eine spektakuläre Kehrtwende vollzogen und an Glaubwürdigkeit eingebüßt. Im Gegensatz zu ihren ersten Verlautbarungen teilte die WADA nun mit, dass die UV-Bestrahlung von Blut erst seit dem 1. Januar 2011 verboten ist. Zuvor hatte die WADA stets erklärt, die seit Anfang 2011 gültige Regel sei nur eine Präzisierung. Der "Fall Erfurt", der das Potenzial zum größten Dopingskandal seit der Wiedervereinigung zu haben schien, fällt wie ein Kartenhaus in sich zusammen - ein schwerer Schlag für den weltweiten Anti-Doping-Kampf mit unabsehbaren Folgen.

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Aus dem WADA-Schreiben an die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) geht hervor, dass die Methode erst durch einen damals neu aufgenommenen Paragrafen (M2.3) als verboten einzustufen sei. "Diese Frage war bislang nicht beantwortet. Sie spielt eine Rolle bei der Beurteilung der Behandlungen durch einen Erfurter Mediziner, der über mehrere Jahre Blut von Athleten des Olympiastützpunkts Thüringen mit UV-Licht bestrahlt hat", heißt es in einer Mitteilung der NADA.

Kritik aus der Politik

Kritik übte die Sportausschussvorsitzende Dagmar Freitag. "Die Einschätzung der WADA zur Causa Erfurt kommt für mich überraschend. Ich bin davon ausgegangen, dass das, was Generalsekretär Howman vor Wochen gesagt hat, eine belastbare Aussage der WADA gewesen ist", sagte die SPD-Politikerin dem SID: "Dass WADA-Experten nun zu einer anderen Einschätzung gekommen sind, ist für mich enttäuschend, weil nun der Eindruck entstehen könne, dass Manipulationen am Blut von Spitzenathleten über Jahre hinweg als Kavaliersdelikt angesehen worden sein könnten. Es ist ein schlechtes Signal für einen glaubwürdigen Kampf gegen Doping."

Der Sportmediziner Andreas Franke soll am Olympia-Stützpunkt Thüringen in Erfurt das Blut von rund 30 Sportlern - unter anderem Radprofis, Eisschnellläufer und Leichtathleten - einer unzulässigen UV-Bestrahlung unterzogen und dann reinfundiert haben - angeblich, um Infekten vorzubeugen.

Erst zwei Verfahren

Erst gegen zwei der 30 Athleten hat die NADA Verfahren eingeleitet. Beide möglichen Verstöße gegen Anti-Doping-Bestimmungen beziehen sich auf die Zeit nach dem 1. Januar 2011. Seit Bekanntwerden der UV-Bestrahlung von Sportlern in Erfurt gibt es einen heftigen Wissenschaftlerstreit darüber, ob die Methode als Doping einzustufen ist und eine leistungssteigernde Wirkung hat.

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