09.05.2012, 16:15 Uhr | dpa
Düsseldorf (dpa) - Das Internationale Olympische Komitee (IOC) will die Dopingproben der Olympischen Spiele 2004 in Athen nun doch nachtesten lassen. "Dies wird gegenwärtig diskutiert", bestätigte das IOC entsprechende Medienberichte in den USA.
Auch Arne Ljungqvist, Vorsitzender der Medizinischen Kommission des IOC, hatte sich ähnlich geäußert. "Ich denke, wir werden es aller Wahrscheinlichkeit nach tun", sagte er.
Der Schwede hatte sich Mitte April noch zögerlich gezeigt, ob Nachtests für die Athen-Spiele sinnvoll seien. "Viel würden wir sicher nicht finden. Aber wir werden sehen", meinte Ljungqvist damals. Nach IOC-Regeln sind Nachuntersuchungen der Dopingproben bis zu acht Jahre nach den Spielen erlaubt, um sie im Nachhinein noch für mögliche Bestrafungen heranzuziehen. Diese Frist für die rund 3000 im Doping-Analyselabor Lausanne gelagerten Kontrollen von Athen endet im Sommer.
Bei den Nachtests der Proben von 2004 würde nach verbotenen Substanzen wie Insulin oder das Wachstumshormon gefahndet werden, die vor acht Jahren mit den damaligen Analysemethoden noch nicht entdeckt werden konnten.
Bei Doping-Nachkontrollen von den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin, vor allem auf den Wirkstoff CERA, eine neue Version des Blutdopingmittels EPO in der dritten Generation, wurde nichts gefunden. Dagegen wurden bei Nachkontrollen der Pekinger Dopingproben von 2008 gleich sechs Athleten entlarvt. Darunter waren der deutsche Radprofi Stefan Schumacher, der Italiener Davide Rebellin, Olympia-Zweiter im Straßenrennen, und 1500-Meter-Olympiasieger Rashid Ramzi (Bahrain).
Quelle: dpa
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