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Formel 1: Darum ist diese Saison so spannend

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Die Gummi-Formel macht alles möglich

14.05.2012, 10:12 Uhr | t-online.de

 Formel 1: Darum ist diese Saison so spannend. Maldonado vor Alonso: An solche Bilder muss sich der Formel-1-Fan erst noch gewöhnen. (Quelle: dpa)

Maldonado vor Alonso: An solche Bilder muss sich der Formel-1-Fan erst noch gewöhnen. (Quelle: dpa)

Von Elmar Brümmer (Barcelona)

Fünfter Sieger im fünften Rennen, diese Formel-1-Saison schreibt schon jetzt Geschichte. So etwas gab es bisher nur einmal, vor 29 Jahren. Und dann auch noch so ein Sieger beim Europaauftakt: Maldo-wer? Solche Geschichten wie die von Pastor Maldonado braucht dieser Sport, von der Abwechslung lebt das Geschäft. Und trotzdem gärt es im Fahrerlager. Die Formel-1-Gemeinde ist gespaltet: Wie viel Show darf und wie viel Sport muss sein?

Sport muss bei allen Überraschungen berechenbar sein. Das ist diese Saison ganz gewiss nicht. "Du fährst zu einem Rennwochenende, und Du weißt nicht ob Du gewinnen kannst oder nicht mal die Top Ten schaffst", sagt Fernando Alonso, der beim Großen Preis von Spanien Zweiter im Duell mit dem Williams-Piloten Maldonado geblieben war. Sebastian Vettel haut in die gleiche Kerbe: "Es ist für uns im Moment schwierig, alles zu verstehen, was hier passiert. Williams war vor drei Wochen nirgends, nun fahren sie uns allen um die Ohren."

Wetterfühlige Autos

Längst solidarisieren sich die meisten mit der zunächst stark kritisierten Meinung von Michael Schumacher, der darüber geklagt hatte, mit Rücksicht auf die Reifenabnutzung manchmal kaum mehr als die Hälfte des Fahrzeugspotenzials nutzen zu können. Formel Schongang? Wie auf Eiern fahre man, hatte der Rekordweltmeister geklagt, und er wollte die Beschwerde ausdrücklich nicht auf seine eigenen Ergebnisse gemünzt haben, sondern auf die gesamte Philosophie der Formel 1: Darf eine ganze Sportart von einem Faktor so abhängig sein? Einmal in Schwung gebracht, droht die Debatte schnell heiß zu laufen.

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Keine Frage, die neuen Gummimischungen im Zusammenspiel mit der aerodynamischen Beschneidung der Rennwagen haben die Rennställe enger zusammenrücken lassen und die Hackordnung, die über Jahre ähnlich starr erschien wie die im Eiskunstlaufen, ziemlich durcheinander gewirbelt. Die verrückte Qualifikation von Barcelona legte die Basis für den bunt gemischten Grand Prix, aber ausgerechnet die Stunde, die die spannendste des Wochenendes sein soll, war diesmal die absurdeste. Nicht mal die Hälfte der Top Ten drehte ernsthaft schnellste Runden – um Reifen zu sparen. Dass viele Kalkulationen dann doch nicht aufgingen, lag am Temperatursturz um zehn Grad über Nacht. Wetterfühlige Rennwagen! Die Formel 1 und die Temperaturmethode – selbst Sebastian Vettel griff zum Föhn, um seine Pneus aufzuheizen. Es sollte nichts nützen – bei seinem ersten Saisonsieg vor drei Wochen war er eine Minute schneller als der Sieger, diesmal war es eher umgekehrt.

Kompliziertes Spiel mit Luftdruck und Fahrwerkseinstellungen

Manche mögen es heiß, Rennreifen ganz besonders. Die Pneus, die der Monopolist Pirelli liefert, arbeiten prinzipiell am besten, wenn sie sich auf 90 bis 100 Grad erhitzt haben. Einen Tick zu viel darunter oder darüber, und schon reißt die Leistungsfähigkeit abrupt ab. Die Kalkulation ist deshalb so schwierig, weil sich jeder Reifen von Kurveneingang bis –ausgang um bis zu 30 Grad erhitzen kann, um auf der Geraden wieder an die zehn Grad zu verlieren. Das komplizierte Spiel mit Luftdruck und Fahrwerkeinstellung ist darin noch gar nicht einbezogen... Von Auto zu Auto ist dieses ideale Temperaturfenster, dass es auf jeder Strecke zu treffen gilt, unterschiedlich. Man nennt es deshalb den "sweet spot"... Klingt kompliziert? In echt ist es noch viel komplizierter. Selbst die Zahlenfetischisten in den Rennställen, und davon gibt es Hunderte, wissen nicht mehr so recht, wem oder was sie vertrauen können.

Den italienischen Hersteller trifft keine Schuld. Es wäre ein Klacks, Reifen zu fertigen, die hunderte Kilometer halten. Aber Bernie Ecclestone hatte diktiert, dass die verschiedenen Mischungen nicht zu haltbar sein sollen – um möglichst bis zum Ende eine spannende Fernseh-Show zu bieten. Daran hält sich Pirelli natürlich. Und das Überraschungsmoment – siehe Maldo-wer? – gibt den Schwarz-Magiern momentan recht. Das Vettel, Alonso und Hamilton dann trotz aller Widrigkeiten die WM-Gesamtwertung anführen, spricht für die These Hemberys, dass sich die besten Fahrer am schnellsten mit neuen Gegebenheiten arrangieren. Die Fahrt ins Ungewisse geht weiter.

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