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Schumacher auf Schlingerkurs

14.05.2012, 11:25 Uhr | Spiegel Online

. Es läuft nicht rund für Michael Schumacher in der Formel 1. (Quelle: dpa)

Es läuft nicht rund für Michael Schumacher in der Formel 1. (Quelle: dpa)

Das Ziel sieht Michael Schumacher nur noch selten, auch beim Großen Preis von Spanien schied er frühzeitig aus. Die neue Formel-1-Saison droht für den Mercedes-Piloten zum Debakel zu werden. Der 43-Jährige flüchtet sich in seltsame Erklärungen und sucht die Schuld bei anderen.

Michael Schumacher ahnte nichts Gutes, als er zu den Rennkommissaren musste. Sein Crash mit Williams-Pilot Bruno Senna hatte in Barcelona für Aufsehen gesorgt. Schuld, so waren sich die Experten einig, hatte der Deutsche. Doch dieser lieferte den Rennkommissaren eine andere Version.

Erfolgsaussichten in Monaco gering

Senna hätte die Linie gewechselt und so die Kollision ausgelöst. Schumacher dachte, Senna bliebe rechts und wollte deshalb links vorbeiziehen. Dann aber zog Senna wieder nach links und schnitt Schumachers Fahrlinie. Der konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und knallte dem Williams-Piloten ins Heck.

Die Kommissare sahen es anders und bestraften Schumacher. Fünf Startplätze muss der Deutsche beim nächsten Rennen in Monaco zurück. Auf dem engen Stadtkurs wiegt die Strafe doppelt schwer. Die Erfolgsaussichten sind also auch beim Prestigerennen an der Côte d'Azur am 27. Mai eher gering.

Schuld sind die Anderen

Nach dem dritten Ausscheiden im fünften Rennen steht fest: Der Mercedes-Pilot hat den Saisonauftakt verpatzt. Doch die Gründe sucht Schumacher derzeit nicht bei sich selbst. Nach dem Großen Preis von Bahrain hatte er deutliche Kritik an Reifenhersteller Pirelli geübt: "Teilweise fahren wir mit 60 oder 70 Prozent durch die Kurven. Sobald du ein bisschen schneller fährst, fliegen die Reifen von der Felge."

Pirelli ließ die Rüge nicht auf sich sitzen. Sportchef Paul Hembery konterte: "Wir haben die Reifen gebaut, die man von uns verlangt hat." Außerdem sei die Kritik eher aus der Frustration Schumachers entstanden, nicht genügend Erfolg zu haben.

Berger empfiehlt Schumacher das Qualifying abzuschenken

Auch im eigenen Team gibt es Skeptiker. "Es fällt Michael schwer zu verstehen, warum Nico (Rosberg, Schumachers Teamkollege, d. Red) ihm in den ersten Runden von China so wegfahren konnte", sagte ein Mercedes-Ingenieur. Dabei sei es offensichtlich, dass Rosberg mit den Reifen gut zurecht kommt und sie am, aber nicht über dem Limit bewegen könne. "Schumacher dagegen ist mit seinem aggressiven Fahrstil immer ein Prozent über der Grenze der Gummis. Deshalb verliert er momentan Zeit auf Nico."

Schumacher, so glaubt Ex-Pilot Gerhard Berger, muss seine Erfahrung im Rennen einsetzen: "Im Zeittraining kann er Nico kaum packen. Er muss wie Niki Lauda in der Saison 1984 denken, der dem schnelleren Teamkollegen Prost von vornerein das Qualifying schenkte und sich stattdessen auf die Rennabstimmung des Autos konzentrierte." Am Ende holte Lauda mit dieser Taktik mit einem halben Punkt Vorsprung auf Prost den Titel.

Massa: "Michael ist ein Kämpfer"

Dass Schumacher aufgibt, glauben Branchenkenner nicht. "Michael ist ein Kämpfer, der sich in Probleme reinbeißt, je heftiger sie sind", sagt sein ehemaliger Teamkollege Felipe Massa. "Michael hat trotz seiner momentanen Pechsträhne Blut geleckt," so Ex-Teamkollege Johnny Herbert. "Er weiß, dass er ein Auto hat, mit dem er gewinnen kann."

Zudem ist das Entwicklungspotential von Mercedes groß. Das Team produziert neue Autoteile am Fließband. Einem ersten Paket in Mugello, wo unter anderem ein neues, leichteres Getriebe aus Karbon erfolgreich getestet wurde, folgten weitere Verbesserungen in Barcelona. Insgesamt verspricht sich Mercedes von den Weiterentwicklungen einen Zeitgewinn von acht Zehntelsekunden pro Runde.

Mercedes hält Schumacher alle Türen offen

Wenn für Michael Schumacher alles glatt laufe, könnte auch er in Zukunft zurück auf die Siegerstraße finden. So sieht es jedenfalls Teamchef Ross Brawn: "Wir haben ihm nicht immer das beste Auto hingestellt und ihm fehlte ein wenig das Glück."

Über seine Zukunft gibt sich Schumacher verschlossen. Solange es ihm Spaß mache, sähe er keinen Grund aufzuhören. Mercedes-Vorstandschef Dieter Zetsche, in Barcelona am Sonntag vor Ort, hält ihm weiterhin die Tür offen. Zetsche machte schon vor Wochen bei einer Aktionärsversammlung des Konzerns klar: "Michaels Schumachers Vertrag läuft Ende dieser Saison aus. Wir werden uns im Laufe der Saison zusammensetzen und von beiden Seiten sehen, wie die Interessenslage ist."

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