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Fan-Vertreter: Vereine sollen Grenzen setzen

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Fan-Vertreter fordert konsequente Vereine

16.05.2012, 17:19 Uhr | dpa

Fan-Vertreter: Vereine sollen Grenzen setzen. Michael Gabriel setzt bei der Diskussion um Fan-Gewalt vor allem auf konsequentes Durchgreifen der Vereine.

Michael Gabriel setzt bei der Diskussion um Fan-Gewalt vor allem auf konsequentes Durchgreifen der Vereine. (Quelle: dpa)

Frankfurt/Main (dpa) - Geldbuße, Stadionverbot, Geisterspiel? Der Kampf gegen Randalierer im Fußball kann aus Sicht des Fan-Vertreters Michael Gabriel nicht durch drakonische Strafen von DFB oder Polizei gewonnen werden.

Eine Hauptrolle komme den Clubs zu, weil sie einen anderen Draht zu ihren Anhängern hätten als der Verband. "Die Vereine sollten in den Dialog mit den Fans viel mehr Zeit investieren. Aber sie dürfen sich auch nicht scheuen, Grenzen zu setzen", sagte der Leiter der Koordinationsstelle Fanprojekte in Frankfurt/Main der Nachrichtenagentur dpa nach dem Skandalspiel von Düsseldorf.

Ein positives Beispiel ist für Gabriel, wie Dynamo Dresden nach den Ausschreitungen seiner Fans im Pokalspiel bei Borussia Dortmund im Oktober 2011 mit den Randalierern umgegangen war: Der Verein habe seinen Fans keine Karten für das nächste Auswärtsspiel beim FC St. Pauli zur Verfügung gestellt und seine Unterstützung für eine Kampagne zur Legalisierung von Pyrotechnik im Stadion gestoppt. Die Zusammenarbeit mit den Anhängern sei aber nicht komplett eingestellt worden. Es sei sogar ein weiterer Fan-Betreuer eingestellt worden.

Das Resultat: Bei einem vom Deutschen Fußball-Bund verhängten Geisterspiel gegen den FC Ingolstadt im März verkauften die Fans knapp 35 000 "Geistertickets", um mit den Einnahmen die 100 000 Euro Strafe zu zahlen, die der Verein vom DFB aufgebrummt bekam. Rund 200 000 Euro kamen zusammen - 30 000 spendete der Verein an Projekte für Fanarbeit und Gewaltprävention.

Aber woher kommt die erschreckende Gewaltbereitschaft vieler Fans? Gabriel beobachtet vor allem bei Ultra-Gruppierungen eine Entfernung vom Fußball. "Die eigene Gruppe hat eine so große Bedeutung erlangt, dass deren Interessen über die der Spieler, des Vereins und des Sports gestellt werden", sagt er. "Es ist völlig aus dem Blick geraten, dass es um ein Spiel geht."

Das habe sich bei den Krawallen in Karlsruhe nach der verlorenen Relegation des KSC gegen Jahn Regensburg gezeigt. Bei Ausschreitungen waren rund 150 Anhänger in den Sicherheitsbereich des Wildparkstadions eingedrungen und wollten die Geschäftsstelle stürmen. Bei Schlägereien in der Stadt wurden insgesamt 75 Menschen verletzt, darunter 18 Polizisten. Baden-Württembergs Innenminister Reinhold Gall (SPD) forderte Stadionverbote für die Randalierer.

Aber gerade solche persönlichen Strafen durch Behörden hält Gabriel für problematisch: "Wenn sie als ungerecht empfunden werden, schaffen sie eher Märtyrer, als dass sie das Problem bekämpfen." Wichtig sei, dass der Verein als den Fans emotional naher Akteur Konsequenzen ziehe. Denn Strafen vom vergleichsweise anonymen DFB oder der Polizei würden selbst zersplitterte Fangruppen wieder vereinen und gegen einen gemeinsamen Gegner aufbringen.

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