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Hertha BSC: DFB-Sportgericht lehnt Einspruch ab

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Sportgericht lehnt Herthas Einspruch ab - Düsseldorf 18. Bundesligist

21.05.2012, 17:20 Uhr | sid

Hertha BSC: DFB-Sportgericht lehnt Einspruch ab. Düsseldorfs Maximilian Beister im Zweikampf mit Herthas Hubnik (Foto: imago) (Quelle: imago)

Düsseldorfs Maximilian Beister im Zweikampf mit Herthas Hubnik (Foto: imago) (Quelle: imago)

Das unter skandalösen Umständen zu Ende gegangene Relegationsspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC (2:2) wird nicht wiederholt. Das teilte das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Frankfurt mit. Der Einspruch wurde als unbegründet abgewiesen. "Der Einspruch hatte keinen Erfolg, weil kein Einspruchsgrund nachzuweisen war. Der Schiedsrichter hat jederzeit regelkonform gehandelt, und die von Hertha BSC behauptete einseitige Schwächung durch die Unterbrechung konnte nicht belegt werden", sagte der Vorsitzende Richter Hans E. Lorenz. Hertha BSC geht jedoch in Berufung und zieht vor das DFB-Bundesgericht. (Kommentar: Fragwürdiges Urteil)

Die Videobeweise werden zeigen, dass die Umstände ganz klar zu einer Schwächung geführt haben", sagte Herthas Anwalt Christoph Schickhardt: "Das ist kein Urteil, das wir akzeptieren können." Dagegen war man bei Fortuna natürlich zufrieden. "Für mich war für das Urteil die Klarheit der Schiedsrichteraussagen entscheidend. Aus unserer Sicht ist dieses Urteil gerecht", sagte Vorstandsvorsitzender Peter Frymuth. Finanzvorstand Paul Jäger warnte jedoch vor verfrühter Aufstiegsgewissheit: "Eine Berufung ist kein Scheingefecht. Man weiß nie, was dort passiert. Fest steht aber, heute haben wir gewonnen."

Laut erster Instanz sind die Berliner abgestiegen, während die Fortuna nach 15 Jahren in die Bundesliga zurückkehrt. Die Kosten des Verfahrens trägt Hertha BSC. Allerdings haben die Berliner bereits das DFB-Bundesgericht angerufen. Am Mittwoch dürfte es somit zu einer weiteren Verhandlung am Grünen Tisch kommen. Danach wäre sogar noch der Gang vor das DFB-Schiedsgericht möglich. Selbst der Internationale Sportgerichtshof CAS könnte theoretisch noch eine Rolle in der Auseinandersetzung spielen.

Gericht folgt Düsseldorfs Argumentation

Die Profis beider Mannschaften hatten sich am Wochenende im Stand-by-Modus befunden und mit angezogener Handbremse trainiert. Die Düsseldorfer sagten ihre für die nächsten Tage geplante Mannschaftsfahrt nach Mallorca ab, nachdem sie bereits ihre große Aufstiegsparty in der Arena verschoben hatten.

Das Gericht folgte bei seiner Entscheidung der Argumentation der Fortuna-Seite, die Partie am 15. Mai sei trotz der Vorkommnisse am Rande wie dem Platzsturm der Düsseldorfer Fans in der Nachspielzeit unter regulären Bedingungen zu Ende geführt worden. Schiedsrichter Wolfgang Stark hatte das Spiel nach einer gut 20-minütigen Unterbrechung für etwa 90 Sekunden wieder angepfiffen und in seiner Zeugenaussage am Freitag erklärt, er habe dies ohne Druck der Sicherheitsbeauftragten getan. Damit entkräftete Stark den Vorwurf der Berliner, er habe die Begegnung nur aus "Deeskalations-Gründen" fortgesetzt.

Es ging "nur noch um die Rettung der eigenen Haut"

Auch der Kontrollausschuss hatte dafür plädiert, den Einspruch abzulehnen. In einem flammenden Plädoyer hatte allerdings Hertha-Anwalt Christoph Schickhardt wegen der chaotischen Umstände "mit historischen Maßstäben" ein Wiederholungsspiel gefordert. "Von diesem Urteil sollte ein Signal ausgehen, bevor es irgendwann Tote gibt. Es geht darum, den Spielbetrieb vor Verrohung, Anarchie und Gewalt zu sichern. Vielleicht ist das die letzte Chance", erklärte Schickhardt: "Dazu bedarf es keines Blutvergießens."

Hertha berief sich auf die "psychologische Schwächung" der eigenen Spieler nach der Unterbrechung. Nach dem Wiederanpfiff sei es "nur noch um die Rettung der eigenen Haut" unter "irregulären" Umständen gegangen - nicht zuletzt, weil Eckfahnen und ein Elfmeterpunkt fehlten. "Zu einem ordentlichen Spielbetrieb gehört ein vollständiger Spielaufbau. Das Regelwerk war nur noch Makulatur", sagte Schickhardt und verwies auf Paragraph 1 der Spielordnung. Die Düsseldorfer sahen in der Fortsetzung der Partie indes eine Tatsachenentscheidung. Fortuna-Anwalt Horst Kletke sagte in der Marathon-Verhandlung, das Spiel sei "ordnungsgemäß" zu Ende geführt worden.

Anzeige gegen Kobiashvili wegen Körperverletzung

Hertha BSC hatte am Samstag um Entschuldigung für das Fehlverhalten einiger Profis gebeten, die Stark nach dem Schlusspfiff verbal und im Fall von Levan Kobiashvili auch körperlich attackiert hatten. Der Unparteiische, der von einer "Hetzjagd" der Berliner Spieler sprach, hat Kobiashvili wegen Körperverletzung angezeigt. Der DFB-Kontrollausschuss ermittelt zudem gegen Torhüter Thomas Kraft, Christian Lell und Andre Mijatovic sowie gegen Fortuna-Kapitän Andreas Lambertz wegen Fehlverhaltens. Die Urteile werden noch in dieser Woche erwartet.

Kobiashvili soll Stark mit der Faust auf den Hinterkopf geschlagen haben. Die Berliner hätten zudem "die Schiri-Kabine stürmen" wollen, hatte Stark berichtet und die entscheidende Behauptung der Berliner Offiziellen entkräftet: "Wenn man unmittelbar nach dem Schlusspfiff so massiv und gezielt auf das Schiedsrichter-Team losgehen kann, stellt sich die Frage nicht, ob die Spieler Todesängste ausgestanden haben."

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