Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Mehr Sport >

Heikle Israel-Debatte für das IOC

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Heikle Israel-Debatte für das IOC

21.05.2012, 12:56 Uhr | dpa

Quebec (dpa) - Israels brisanter Antrag kommt zur Unzeit. Mitten in den finalen Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele in London ist das IOC in eine Zwickmühle geraten.

Zum Gedenken an die tödlichen Attentate bei den München-Spielen vor 40 Jahren hat der stellvertretende Außenminister Israels, Danny Ayalon, eine Schweigeminute während der Eröffnungsfeier am 27. Juli in London gefordert. IOC-Präsident Jacques Rogge lehnte diesen Wunsch ohne Begründung ab und musste dafür heftige Kritik einstecken. Ayalon nannte Rogges schriftliche Antwort auf sein Anliegen "inakzeptabel". Er will das Internationale Olympische Komitee (IOC) jetzt mit einer konzertierten Aktion unter Druck setzen und umstimmen.

Das IOC habe, so Rogge, bereits bei mehreren Gelegenheiten der israelischen Opfer gedacht und werde dies auch weiterhin tun. Bei dem Überfall eines palästinensischen Terrorkommandos auf die israelische Olympia-Delegation waren 1972 elf israelische Mannschaftsmitglieder ums Leben gekommen. Am 5. September jährt sich die Tragödie zum 40. Mal "Seien Sie versichert, dass innerhalb der olympischen Familie die Erinnerung an die Opfer des schrecklichen Massakers von 1972 niemals verblassen wird", erklärte Rogge und verwies auf ein Treffen mit Vertretern der israelischen Delegation am Rande der Spiele in London zu einer Zeremonie im kleineren Kreis.

"Olympischen Beleidigung" kommentierte die "New York Post" empört. Die "New York Daily News" unterstellte Rogge sogar "Berechnung statt Mitgefühl". Tatsächlich sieht sich das IOC knapp zwei Monate vor Beginn der vermeintlich unproblematischen Sommerspiele in London einer unangenehmen öffentlichen Debatte ausgesetzt. "Wir werden den Fall nicht auf sich ruhen lassen", kündigte Ayalon an. Es gehe doch nur um eine Minute. Bereits bei vergangenen Olympischen Spielen hat es ähnliche Anfragen aus Israel gegeben.

Durch die Absage an Israel geht das IOC möglichen Konflikten mit der arabischen Welt aus dem Weg. 23 arabische und 53 muslimische Länder sind derzeit unter dem IOC-Dach vereint. "Als IOC-Mitglied frage ich mich, warum so eine Schweigeminute jetzt?", meinte das israelische IOC-Mitglied Alex Gilady, seit 1994 in der Ringe- Organisation. "Der richtige Zeitpunkt für solch eine Schweigeminute war 1976. Das ist eine Obsession. Ich verstehe sie, kann sie aber nicht unterstützen. Sie könnte die olympischen Einheit gefährden."

Schließlich stehen die komplizierten IOC-Verhandlungen mit hochrangigen Vertretern von Saudi-Arabien kurz vor dem Abschluss. Der Öl-Staat will als letztes Land erstmals auch Frauen für sein London-Team nominieren.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Amateur am Werk 
Ungeschickter Bauarbeiter löst Kettenreaktion aus

Es kommt wie es kommen muss. Zum Glück kam der Mann noch einmal glimpflich davon. Video

Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal