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EM 2012: Michel Platini kontert Kritik von Philipp Lahm

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Platini kontert Lahm-Kritik - Für EM "alles bereit"

23.05.2012, 17:39 Uhr | dpa

EM 2012: Michel Platini kontert Kritik von Philipp Lahm. UEFA-Präsident Michel Platini bei der Vergabe der EM 2012 an Polen und die Ukraine.

UEFA-Präsident Michel Platini bei der Vergabe der EM 2012 an Polen und die Ukraine. (Quelle: dpa)

Nyon (dpa) - Gut zwei Wochen vor EM-Beginn hat UEFA-Präsident Michel Platini die unpolitische Linie seines Verbandes in der Diskussion um die Menschenrechte im Co-Gastgeberland Ukraine verteidigt.

Der Chef der Europäischen Fußball-Union wies die Forderung von DFB-Kapitän Philipp Lahm nach einer Positionierung und einem Eingreifen der UEFA mit deutlichen Worten zurück.

"Er kann sagen, was er will. Das ist mir egal. Herr Lahm ist nicht mein Chef. Er hat von mir nichts zu fordern. Er ist Kapitän der deutschen Nationalmannschaft, nicht Kapitän der UEFA", sagte Platini in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa in Nyon.

Auch für künftige Ausschreibungen lehnt der Franzose einen Mindeststandard in Menschenrechtsfragen als Bewerbungsbedingung ab. "Die Mitglieder des Exekutivkomitees müssen nach ihrem besten Wissen und Gewissen wählen", sagte Platini und betonte: "Am Anfang waren alle zufrieden mit der Wahl Polen und Ukraine. Und was machen wir, wenn eine Regierung wechselt? Nehmen wir dann das Turnier aus politischen Gründen wieder weg? Schwierig, schwierig."

Lahm hatte zuletzt im "Spiegel" die politische Führung der Ukraine wegen des Umgangs mit der inhaftierten Oppositionsführerin Julia Timoschenko kritisiert. Der Münchner hatte von der UEFA gefordert, sich deutlich zur Frage der Menschenrechte in der früheren Sowjetrepublik zu äußern. In Richtung Platini sagte er: "Ich glaube, dass er Position beziehen sollte. Und ich bin gespannt, was er zu sagen hat."

Lange hatte der 56 Jahre alte frühere Weltklasse-Profi öffentlich geschwiegen - was ihm nicht nur von Lahm zum Vorwurf gemacht wurde. "Jeder hat sein Aufgabengebiet auszufüllen. Ich mache keine Politik, ich mache Fußball. Wenn ich Politik machen wollte, würde ich in die Politik gehen", sagte Platini.

Die UEFA werde sich auch in Zukunft nicht in politische oder religiöse Belange einmischen. Er habe die Regierung in der Ukraine auf die Sorgen in Bezug auf den Umgang mit Timoschenko hingewiesen. "Aber die Reaktion ist klar: 'Kümmern Sie sich um Ihren eigenen Kram. Das ist nicht Ihr Zuständigkeitsgebiet, das ist ein Problem der ukrainischen Justiz.'", sagte Platini.

Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning, zeigte sich "sehr enttäuscht" von Platinis Aussagen und stellte sich vor Lahm: "Ihn für seine klare Haltung anzugreifen ist bodenlos. Ich finde, Herr Platini sollte sich ein Beispiel an Philipp Lahm nehmen", erklärte Löning. Er warf Platini vor, sich "offenbar nicht mit der Situation der Menschenrechte in der Ukraine auseinandergesetzt" zu haben.

Dagegen warf der Europameister von 1984 einigen Politikern Unglaubwürdigkeit vor. "Ich kann Ihnen die damaligen Reaktionen zeigen, als die EM an Polen und die Ukraine vergeben wurde. Alle haben applaudiert und die Öffnung zum Osten begrüßt." Diejenigen, die jetzt den Spielen in der Ukraine fernbleiben wollten, seien "die Gleichen, die vor vier Jahren gesagt haben, wie toll es ist, dass wir uns Polen und der Ukraine öffnen", sagte der UEFA-Chef.

Anfang Mai hatten beispielsweise EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und die anderen 26 Mitglieder der EU-Kommission angekündigt, aus Protest gegen die Behandlung der Oppositionsführerin Timoschenko den EM-Spielen in der Ukraine fernbleiben zu wollen. Auch zahlreiche deutsche Politiker wollen nicht in die Ukraine reisen, wo die DFB-Elf von Bundestrainer Joachim Löw ihre drei Vorrundenspiele gegen Portugal (9. Juni in Lwiw), die Niederlande (13. Juni in Charkow) und Dänemark (17. Juni in Lwiw) bestreitet.

"Wenn jetzt einige nicht in die Ukraine kommen wollen, kommen sie nicht. Wenn sie kommen, kommen sie. Ich mache keine Politik, ich mache Fußball und organisiere die EURO. Für anderes ist es jetzt zu spät", erklärte Platini dazu. Er verwies vor dem Eröffnungsspiel des Co-Gastgebers Polen gegen Griechenland am 8. Juni im Nationalstadion von Warschau auf die große Bedeutung der ersten EM im ehemaligen Ostblock. "Alles ist bereit. Wir sehen keine großen Probleme mehr. Die Menschen in Polen und der Ukraine wollen unbedingt zeigen, dass sie eine hervorragende EURO organisiert haben", sagte Platini.

Und nach all den Negativ-Schlagzeilen und Sorgen über die Gastgebertauglichkeit der beiden Länder ist der Verbandschef mittlerweile von einer erfolgreichen EURO überzeugt. "Wir wissen doch, wie es ablaufen wird. Wie bei allen Welt- und Europameisterschaften. Der erste Tag wird schwierig, am zweiten wird es besser, und am dritten ist es gut", prophezeite Platini.

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