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Skandalspiel: Hertha-Fans sollen über Weiterklage abstimmen

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Hertha-Fans sollen entscheiden

24.05.2012, 10:46 Uhr | dapd, t-online.de

Skandalspiel: Hertha-Fans sollen über Weiterklage abstimmen. Die Hertha-Mitglieder sollen über eine Fortführung der Klage entscheiden. (Quelle: imago)

Die Hertha-Mitglieder sollen über eine Fortführung der Klage entscheiden. (Quelle: imago)

Hertha-Präsident Werner Gegenbauer hat einen irren Plan: Die Mitglieder des Klubs sollen darüber entscheiden, ob es zu einer Fortführung der Klage gegen die Wertung des Relegationsrückspiels bei Fortuna Düsseldorf kommt. Gegenbauer wolle bei einer erneuten Abweisung des Einspruchs am Freitag "die Mitglieder in der Versammlung fragen, ob wir weiter vor das DFB-Schiedsgericht ziehen", zitierte der Berliner "Tagesspiegel" den Präsidenten. Am Dienstag findet dann die Mitgliederversammlung der Hertha statt, auf der ein neues Präsidium gewählt werden soll.

Anscheinend herrscht über das weitere Vorgehen des Klubs keine Einigkeit. Anwalt Christoph Schickhardt hatte am Mittwoch per "Bild"-Zeitung verlauten lassen, das Urteil des DFB-Bundesgerichts zum Düsseldorfer Skandalspiel hinzunehmen.

Berlin scheitert in erster Instanz

Sollte "nichts Außergewöhnliches passieren, werden wir nicht vors Schiedsgericht ziehen", sagte der Jurist weiter. Gegenbauer will sich dagegen den Gang vor das Schiedsgericht offen halten.

In erster Instanz waren die Berliner vor dem DFB-Sportgericht gescheitert. Doch der nach dem 2:2 im Relegations-Rückspiel bei Fortuna Düsseldorf sportlich abgestiegene Hauptstadtklub gab sich nicht geschlagen, legte Berufung gegen das Urteil ein und schickte den Fall so an das DFB-Bundesgericht.

Hertha setzt auf Videobeweise

Ihre Chancen auf einen Erfolg in der zweiten Instanz stufen die Berliner selbst als gut ein. In der Berufungsverhandlung setzen die Berliner insbesondere auf Videobeweise, die in der ersten Verhandlung von Richter Hans Lorenz nicht zugelassen worden waren. "Die Videobeweise werden zeigen, dass die Umstände ganz klar zu einer Schwächung geführt haben", ist Schickhardt überzeugt.

Sie sollen den Nachweis erbringen, dass doch eine Beeinträchtigung der Berliner Spieler in den Schlussminuten durch die Anwesenheit von Fans und Polizisten im Innenraum stattgefunden habe. Die Verhandlung findet am Freitag ab 12.30 Uhr vor dem Bundesgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) unter Vorsitz von Richter Goetz Eilers statt.

Gang vor CAS ist möglich

Folgt die höhere Instanz der Berliner Beweisführung, könnte sie das Spiel für irregulär erklären und entweder als Sieg für die Hertha werten oder eine Wiederholung ansetzen. Ob die Düsseldorfer wiederum eine solche Entscheidung akzeptieren würden, ist mehr als fraglich. Sollte der Fall dadurch vor das Schiedsgericht kommen, ist mit einem schnellen Urteil nicht zu rechnen. Während die beiden anderen Rechtsorgane mit Richtern besetzt sind, die sich ständig mit der Sportgerichtsbarkeit beschäftigen, wird das Schiedsgericht aus fachfremden Juristen gebildet. Diese müssten sich erst mit der Materie vertraut machen. Das kostet Zeit.

Noch mehr Zeit würde allerdings ein Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne in Anspruch nehmen, der im Anschluss für den Verein möglich wäre. Nicht nur die beiden Klubs stünden dann vor etlichen Planungsschwierigkeiten, auch die Deutsche Fußball Liga (DFL) käme in Bedrängnis. Sie ist für die Erstellung der Spielpläne für die 36 Vereine in den beiden Bundesligen verantwortlich. Das kann aber erst geschehen, wenn feststeht, wer in welcher Liga spielt.

Kritik an Preetz und Gegenbauer wird lauter

Unabhängig vom sportjuristischen Ausgang steht Hertha BSC eine interne Zerreißprobe bevor. Vor der Mitgliederversammlung mehrt sich die Kritik an Manager Michael Preetz und Präsident Gegenbauer. Präsidiumsmitglied Ingmar Pering hielt Preetz vor, zwei Abstiege verantworten zu müssen und kritisierte Gegenbauer für dessen Vorstoß, Preetz halten zu wollen. Der harte Kern der Hertha-Fans kündigte zudem den Boykott der für Donnerstag angesetzten Diskussionsrunde Hertha im Dialog an.

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