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DFB weist Herthas Berufung zurück

25.05.2012, 23:04 Uhr | dpa

. Fans stürmen den Rasen beim Relegationsspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC.

Fans stürmen den Rasen beim Relegationsspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC.

Die juristische Hängepartie um das Düsseldorfer Chaosspiel ist nach einer Marathon-Verhandlung vorerst beendet. Das Bundesliga-Relegationsduell zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC wird nicht wiederholt, die Rheinländer sind als Aufsteiger in das Fußball-Oberhaus bestätigt.

Das DFB-Bundesgericht wies nach einer mehr als zehnstündigen Sitzung die Berufung der Berliner gegen ein Urteil des DFB-Sportgerichts vom vergangenen Montag zurück. "Die Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters stand nicht in Zweifel. Eine Schwächung der Mannschaft ist nicht erwiesen", begründete der Vorsitzende Richter Goetz Eilers die Entscheidung.

Rehhagel: "Für mich war alles irregulär"

Die Berliner haben nun allerdings noch die Möglichkeit, vor das Ständige Schiedsgericht zu ziehen. Ob sie wirklich weitere Schritte planen, ist bislang noch offen: "Wir sind über das Urteil enttäuscht. Wir werden uns in Ruhe mit unserem Anwalt (Christoph Schickhardt, d.Red.) beraten", sagte Hertha-Präsident Werner Gegenbauer.

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes hatte zuvor in erster Instanz den Einspruch von Hertha gegen die Wertung der Partie abgewiesen. Sollte der Urteilsspruch des Bundesgerichts bestehen, kehrt die Fortuna nach 15 Jahren in die Bundesliga zurück. Die Berliner würde nach nur einer Saison wieder in die Zweitklassigkeit abstürzen.

Mit drastischen Worten hatte Hertha-Trainer Otto Rehhagel als Zeuge vor dem Bundesgericht für eine Wiederholung des Relegationsspiels plädiert. "Für mich war das alles irregulär", sagte der 73-Jährige zum Fan-Auflauf in der Schlussphase des Spiels, "das war ein Ausnahmezustand, wie ich ihn in 40 Jahren als Bundesligatrainer nicht erlebt habe."

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Kriegsvergleiche ziehen nicht

Hertha-Anwalt Christoph Schickhardt sprach in seinem Plädoyer von einem "Totalschaden für den deutschen Fußball" und forderte "eine Umdrehung des Spielergebnisses zu unseren Gunsten" oder eine Neuansetzung. Der DFB-Kontrollausschuss empfahl dem Gericht, die Berufung zurückzuweisen.

Das DFB-Bundesgericht befasste sich mit der Berufung des Berliner Klubs gegen das Urteil des Sportgerichts. Insgesamt wurden elf Zeugen gehört - darunter auch Rehhagel. "Wenn die Meute losrennt, gibt es kein Halten mehr", berichtete dieser. Er habe jedoch schon schlimmere Momente erlebt.

Auf die Frage, ob er in der hitzigen Schlussphase Furcht gehabt habe, sagte Rehhagel: "Halb Angst... Ich habe 1943 in einem Keller im Ruhrgebiet gesessen, als uns die Amerikaner bombardiert haben." Nach 44 Minuten verließ der zu Anekdoten aufgelegte Trainer-Dino wieder den Sitzungssaal. Düsseldorfs Anwalt Horst Kletke entgegnete Rehhagel, es gebe "keinen Anlass, das Spiel mit Bombenwürfen aus dem Zweiten Weltkrieg zu vergleichen. Hier wurde niemand verletzt."

Weitere Konsequenzen werden noch verhandelt

Der HauptstadtKlub hatte nach dem 2:2 am 15. Mai in Düsseldorf Protest gegen die Spielwertung eingelegt. Weil Fortuna-Anhänger schon vor dem Abpfiff den Rasen stürmten, hatte Schiedsrichter Wolfgang Stark das Spiel für 21 Minuten unterbrochen. Als die Fans den Rasen wieder verlassen hatten, pfiff der Referee die Partie noch einmal für 93 Sekunden an.

Gegen beide Vereine, die Berliner Profis Lewan Kobiaschwili, Christian Lell, Thomas Kraft und André Mijatovic sowie Fortunas Andreas Lambertz ermittelt unterdessen noch der DFB-Kontrollausschuss. Diese Fälle werden voraussichtlich zu einem späteren Zeitpunkt verhandelt.

Hertha muss mit einer Geldstrafe rechnen, weil Fans Bengalos gezündet und auch aufs Spielfeld geworfen hatten. Düsseldorf droht sogar ein Geisterspiel oder eine Platzsperre. Auch Fortuna-Kapitän Lambertz steht Ärger bevor, weil er im Innenraum des Stadions ein Bengalisches Feuer in der Hand hielt. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf ermittelt indes gegen Zuschauer und Spieler beider Teams.

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