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Fan-Gewalt: Innenminister nehmen Vereine in Pflicht

01.06.2012, 13:30 Uhr | dpa

Fan-Gewalt: Innenminister nehmen Vereine in Pflicht. Die Innenminister fordern auf ihrer Konferenz mehr Entschlossenheit im Kampf gegen die Gewalt im Fußball.

Die Innenminister fordern auf ihrer Konferenz mehr Entschlossenheit im Kampf gegen die Gewalt im Fußball. (Quelle: dpa)

Göhren-Lebbin (dpa) - Nach den neuerlichen Gewaltausbrüchen in und um Fußballstadien wollen die Innenminister von Bund und Ländern von den Verbänden und Vereinen endlich Taten sehen.

"Der Kuschelkurs muss vorbei sein", forderte Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) am Freitag zum Abschluss der dreitägigen Innenministerkonferenz im mecklenburgischen Ferienort Göhren-Lebbin.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) kündigte ein Gipfeltreffen mit den Verantwortlichen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL) noch vor dem Start der neuen Saison an, um konkrete Maßnahmen zu vereinbaren. "Wir sind entschlossen, der Gewalt in und vor den Stadien ein Ende zu setzen", betonte er. Sollte in der neuen Saison keine Besserung eintreten, bleibe auch die Abschaffung der Stehplätze in den Fankurven nach englischem Vorbild eine Option.

Dagegen gibt es weiterhin großen Widerstand in den Clubs. DFB-Präsident Wolfgang Niersbach räumte in der "Bild"-Zeitung allerdings ein: "Die jüngsten Ausschreitungen machen auf traurige Weise deutlich, dass die bisherigen Konzepte und Maßnahmen alleine nicht ausreichen." Der Fußball werde deshalb seine Möglichkeiten im Kampf gegen Gewalt völlig ausschöpfen und vertraue auf die Konsequenz und Entschlossenheit der staatlichen Stellen.

Die Minister schließen auch eine Beteiligung der Vereine und Verbände an den Kosten für Polizei-Einsätze nicht grundsätzlich aus - insbesondere, wenn es um Einsätze in den Stadien selbst geht. Die Ressortchefs verlangen unter anderem ein entschiedeneres Vorgehen der Vereine gegen gewalttätige Fans und verstärkte Videoüberwachung, um Straftäter besser identifizieren zu können. Der Einsatz von Gesichtsscannern am Einlass, mit deren Hilfe notorische Gewalttäter erkannt und vom Stadionzutritt abgehalten werden sollten, ist hingegen vom Tisch.

"Wir werden andere technische Möglichkeiten testen", kündigte Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) an. Der derzeitige Chef der Innenministerkonferenz beziffert die Zahl der "gewaltbereiten Chaoten" auf bundesweit 15 000 mit einem harten Kern von etwa 2500. "Diese Chaoten gefährden nicht nur die Sicherheit der vielen friedlichen Fans, sie bringen auch den Fußball in Verruf", sagte Caffier.

Sein nordrhein-westfälischer Amtskollege Ralf Jäger (SPD) ermahnte die Vereine, Bußgelder gegen Fans zu verhängen, die etwa im Stadion Leuchtraketen abfeuern. "Es muss eine klare Positionierung gegen Gewalt geben. Die Kultur des Wegschauens muss ein Ende haben", sagte Jäger. Er forderte zudem mehr Geld für gewaltvorbeugende Fanprojekte. Durch den Verkauf der Fernsehübertragungsrechte flössen mehr als 600 Millionen Euro zusätzlich in die Kassen der Vereine. "Einen Teil sollten sie für mehr Sicherheit ihrer Fans ausgeben und dafür weniger für Ablösesummen."

Als Größenordnung nannte Schünemann etwa ein Prozent der Summe. Mit sechs Millionen Euro könnten seinen Angaben zufolge die bislang zu zwei Dritteln mit Steuergeldern unterstützten 51 Fanprojekte der Profiligen vollständig finanziert werden. Kommunen und Länder könnten dann ihren Anteil für Projekte im Amateurbereich einsetzen, denn auch in den unteren Ligen greife die Gewalt um sich.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) begrüßte die klaren Ansagen der Innenminister. "Es kann nicht sein, dass der Steuerzahler immer mehr Geld für immer mehr Polizeieinsätze bei Fußballkrawallen bezahlen muss und die Vereine von den deutlich über 600 Millionen Euro zusätzlichen Einnahmen aus TV-Fußballübertragungsrechten nur eine mickrige Summe für Präventionsarbeit zahlen", sagte der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Frank Richter. Es sei zudem unstrittig, dass Polizeieinsätze im öffentlichen Raum Sache des Staates seien. Einsätze in Stadien etwa, als Folge nicht wahrgenommener privater Verantwortung, müssten aber bezahlt werden, betonte er.

Zuletzt war es bei der Partie zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC am 15. Mai in der Nachspielzeit zu chaotischen Szenen gekommen, als Anhänger des Zweitliga-Dritten vor dem Abpfiff auf das Spielfeld stürmten. Doch schon seit Jahren klagen die Länder über hohe finanzielle und personelle Belastungen, die dadurch entstehen, dass die Polizei bei Fußballspielen im Einsatz ist.

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