Startseite
Sie sind hier: Home > Sport > Mehr Sport >

Konflikt mit WADA: NADA wehrt sich gegen Vorwürfe

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Konflikt mit WADA: NADA wehrt sich gegen Vorwürfe

05.06.2012, 13:33 Uhr | dpa

Konflikt mit WADA: NADA wehrt sich gegen Vorwürfe. Andrea Gotzmann und Lars Mortsiefer von der NADA wehren sich gegen die WADA-Kritik.

Andrea Gotzmann und Lars Mortsiefer von der NADA wehren sich gegen die WADA-Kritik. (Quelle: dpa)

Bonn (dpa) - Die Erfurter Blut-Manipulations-Affäre sorgt nun für eine handfeste Auseinandersetzung zwischen Welt-Anti-Doping-Agentur WADA und der nationalen Agentur NADA.

Die NADA setzte sich gegen die Vorwürfe der WADA zur Wehr, in der Causa Erfurt nicht alle relevanten Unterlagen weitergereicht zu haben. Gleichzeitig soll es jedoch weiter intensive Gespräche zwischen beiden Institutionen zu diesem Thema geben. Das sagten NADA-Vorstandsvorsitzende Andrea Gotzmann und Vorstandsmitglied Lars Mortsiefer in Bonn.

Nachdem am Montag WADA-Generaldirektor David Howman nach Frankfurt/Main geflogen war, nur um deutschen Journalisten angeblich ohne Kenntnis der NADA Interviews zum Thema zu geben und dabei der nationalen Agentur Vorwürfe im Umgang mit dem Fall gemacht hatte, ging diese nun ihrerseits in die Offensive.

"Die Zurückhaltung von Informationen stimmt nicht. Wir sind sehr, sehr erstaunt und haben das Herrn Howman mitgeteilt", meinte Gotzmann und zitierte aus einem Schreiben der NADA an die WADA vom Montag: "Für uns ist es absolut nicht nachvollziehbar dass Sie - nach Durchsicht der Unterlagen - zu dem Schluss kommen, dass die NADA unvollständige Unterlagen an die WADA übermittelt habe. Diesen Vorwurf weisen wir mit Entschiedenheit zurück."

Im Mittelpunkt der Affäre steht der Sportmediziner Andreas Franke. Er soll am Olympia-Stützpunkt (OSP) Thüringen in Erfurt das Blut von rund 30 Sportlern einer unzulässigen UV-Bestrahlung unterzogen und dann reinfundiert haben - angeblich, um Infekten vorzubeugen. Erst gegen zwei der 30 Athleten hat die NADA Verfahren eingeleitet. Beide möglichen Verstöße gegen Anti-Doping-Bestimmungen beziehen sich auf die Zeit nach dem 1. Januar 2011.

Howman war auf Distanz zu Aussagen der NADA vom Ende April gegangen. Damals hatte die deutsche Agentur unter Berufung auf eine WADA-Mitteilung bekanntgegeben, dass die UV-Bestrahlung von Blut erst seit 2011 verboten sei. Die NADA hatte das Schreiben der WADA als "finale Einschätzung" bezeichnet und sich in ihrem Vorgehen bestätigt gesehen.

NADA-Chefin Gotzmann kritisierte, dass die Welt-Agentur den Weg über die Öffentlichkeit wählte, um ihre Kritik loszuwerden. "Es ist sehr, sehr bedauerlich, dass man das nicht persönlich bespricht. Wir haben in unserem Schreiben ja angeboten, nach Kanada zu fahren. Wir haben in der Kommunikation immer sehr schnell Antwort bekommen. Die Zusammenarbeit war bisher hervorragend. Dieses stellt aber eine weitere gute Zusammenarbeit infrage", sagte die promovierte Sportbiochemikerin.

Howman hatte den Deutschen auch vorgeworfen, die WADA habe beispielsweise Ermittlungsakten der Erfurter Staatsanwaltschaft "nie zu Gesicht bekommen" und erklärt, man solle dann "von uns keine Meinung erwarten, wenn man uns so wichtige Informationen vorenthält". Dem entgegnete Mortsiefer: "Die WADA weiß, dass es ein staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren gibt und wir aus Gründen des Schutzes der Persönlichkeitsrechte nicht alle Informationen lückenlos weiterleiten können."

Ein für Ende Mai angekündigtes, von der NADA in Auftrag gegebenes Gutachten steht noch aus, wird aber täglich bei der Bonner Institution erwartet. Dies müsse dann erst noch gesichtet und bewertet werden, was einige Zeit in Anspruch nehmen wird, hieß es.

Schon deshalb sei ein von Howman vorgeschlagenes Schiedsgerichtsverfahren gegen einen beliebigen Athleten nicht möglich. "Für uns sind die Fakten wichtig und wir haben uns an die medizinischen und juristischen Gremien gewandt. Ohne die Fakten können wir kein Schiedsgerichtsverfahren gewinnen. Wir werden sehen, ob und wie die Schiedsgerichte einbezogen werden. Aber wir werden nichts überstürzt angehen", erklärte Mortsiefer. Er sagte dies auch im Hinblick darauf, dass bereits eine Athletin, die in Erfurt von dem umstrittenen Mediziner Andreas Franke mit der UV-Bestrahlung des Blutes behandelt worden war, für Olympia in London nominiert wurde.

Mortsiefer betonte, man werde das Gespräch mit der WADA weiter suchen. "Das ist das Ziel. Wir arbeiten ganz eng zusammen, gerade vor Olympia. Wir müssen aber auch schauen, dass kein Schaden an der Institution NADA bleibt." Alles Grundlegende habe die WADA vorliegen. "Es ist sehr, sehr schade, dass man jetzt an einem solchen Fall die gesamte Arbeit der NADA in ein solches Licht rückt", sagte der Jurist.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal