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Formel 1: Auch in Kanada bleibt die Formel 1 eine Wundertüte

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Hamilton: "Das Unnormale ist die Normalität in diesem Jahr"

11.06.2012, 09:13 Uhr | t-online.de

Formel 1: Auch in Kanada bleibt die Formel 1 eine Wundertüte. Romain Grosjean, Lewis Hamilton und  Sergio Perez jubeln nach dem Großen Preis von Kanada. (Quelle: Reuters)

Romain Grosjean, Lewis Hamilton und Sergio Perez jubeln nach dem Großen Preis von Kanada. (Quelle: Reuters)

Von Elmar Brümmer (Montreal)

Vergessen Sie doch einfach alle Prognosen. Vergessen Sie Startaufstellungen. Vergessen Sie alles, was Sie von Reifen so wissen. Vielleicht, wenn das Wetter gut ist, lassen Sie auch die ersten 50 Runden einfach aus. Und dann machen Sie sich selber ein Bild von dieser Formel 1. Und Sie sind mitten in der Dramatik gelandet.

Großer Preis von Kanada, siebter WM-Lauf, siebter Sieger. Und noch eine ganze Menge mehr an Überraschungen. Lewis Hamilton, Romain Grosjean, Sergio Perez – auch dieser Grand Prix hat am Ende alles über den Haufen geworfen, was bisher galt in der Königsklasse. Damit ist klar: Auch im zweiten Saisondrittel bleibt es bei der Formel Wundertüte.

Hamilton: "Man muss immer vorn dabei sein"

So gern wir Sebastian Vettel (Lesen Sie auch: Die deutschen Fahrer in der Einzelkritik) auf dem Podium und damit auch an der WM-Spitze gesehen hätten, wahrscheinlich fehlten nach dem unplanmäßigen zweiten Boxenstopp nur drei Minuten angesichts seines Höllentempos zum Schluss – die neuerliche bunte Reihe auf dem Podest, die vielleicht bunteste bisher, ist das perfekte Spiegelbild dieser Saison. Völlig abgefahren, um es mit Blick auf die Pneus von Fernando Alonso auszudrücken, der lange wie der sichere Sieger aussah.

Triumphator Hamilton, der mit Vollgas aus der persönlichen Krise gefahren ist, glaubt nicht an ein schnelles Ende dieser Situation: "Es ist wirklich schwierig zu verstehen, wie die Autos und die Reifen reagieren. Auf Dauer wird die Konstanz wird den Ausschlag geben." Die Eichhörnchen-Taktik also. Man muss nicht ständig gewinnen, aber immer vorn dabei sein. Die ersten drei der WM-Wertung, Hamilton, Alonso und Vettel sind nur durch drei Pünktchen voneinander getrennt. Das ist weniger als wenig. Hamilton ahnt: "Das Unnormale ist die Normalität in diesem Jahr."

Gute Karten im Vertragspoker

Der Brite selbst ist das beste Beispiel – die Pole-Position an Vettel verloren, erneut zwei Patzer bei den Boxenstopps, und dann drückt er den ganzen Frust mit dem Gas- und Bremspedal weg. Und zwar zu einer Phase, als die Reifen der anderen durchaus im Rahmen des Üblichen waren. Der Weltmeister von 2008 ist der leidenschaftlichste Rennfahrer im Feld, und die Versöhnung mit seiner Pussycat Doll Nicole Scherzinger scheint ihn noch zusätzlich zu beflügeln.

Ebenso wie die guten Karten, die er ganz plötzlich wieder im Vertragspoker mit McLaren hat. Das Team wollte ihn zum Schnäppchenpreis, sein Management aber stellt sich irgendwas um die 25 Millionen Euro vor – im Jahr, versteht sich. Deshalb sagt er: "Dieser Erfolg fühlt sich so gut an wie mein erster Formel-1-Sieg vor fünf Jahren."

Schumi bleibt das Pech treu

Das Negativ-Beispiel ist das Schicksal von Michael Schumacher. In der Qualifikation hatte er gerade die beste Sektorbestzeit aufgestellt, als ihm die roten Flaggen gezeigt wurden. Mit der Winzigkeit von 0,04 Sekunden war er zu spät über die Startlinie gerollt – eine Strategiepanne des Teams. Was wäre gewesen, wenn er als Vierter hätte losfahren dürfen? Hypothetisch. In diesem Jahr sind es die kleinen Dinge, die einen gigantischen Unterschied machen. Fünf Ausfälle in sieben Rennen, das ist indiskutabel.

Schumi stellt sich vors Team in seiner Enttäuschung. Wie kann denn ein DRS-Heckflügel klemmen, und warum klebt das Pech immer am Auto Nummer sieben? So jedenfalls behält der Frust die Oberhand, und die Vertragsverlängerung rückt in weitere Ferne. Andererseits: So schnell, wie sich das Blatt drehen kann. Denn auch für Schumi gilt das Fazit von Sieger Hamilton: „Wir lernen in jedem Rennen dazu, und müssen alle immer wieder unsere Autos neu verstehen.“

Perez empfiehlt sich erneut als Massa-Ersatz

Das einzig sichere ist die Unsicherheit. Romain Grosjean, der bei Lotus immerhin einen Kimi Räikkönen im Griff hat, wittert im zweiten Formel-1-Anlauf seine große Chance, nachdem er vor zwei Jahren schon mal als untauglich abgewiesen wurde. Normal ist das nicht, dass so einer eine zweite Chance bekommt in diesem Geschäft. Vielleicht hat ihm die doppelte Staatsbürgerschaft geholfen. Der Genfer hat auch einen französischen Pass, und das gefällt doch dem Motorenhersteller Renault besonders gut.

Äußerst  ungewöhnlich ist auch das zweite Renn-Jahr des Sergio Perez. Der Mexikaner in Diensten des Schweizer Sauber-Teams gilt als Reifenschoner, was für einen Latino-Rennfahrer an sich schon besonders ist. In Montreal hielt er 41 von 70 Runden auf einem Satz Pneus aus, um dann am Ende mit voller Fahrt einen etablierten Piloten nach dem anderen zu kassieren. Und das alles vom 15. Startplatz aus. Ganz besonders wichtig für den 22-jährigen war, wie er Felipe Massa düpierte. Der Vertrag des Ferrari-Piloten läuft zum Saisonende aus, und schon seit Wochen halten sich die Gerüchte, dass "Checco" Massa ablösen wird – Sauber ist seit Jahren Ferrari-Kunde und Talentlieferant.

Neue Namen, neue Chancen, und automatisch werden Recken wie Jenson Button, der als Professor der Fahrkunst gilt oder Mark Webber, der so nah wie nie am Red-Bull-Rivalen Sebastian Vettel dran scheint, verdrängt. Zumindest für ein Wochenende. In zwei Wochen startet die Formel 1 in Valencia. Wenn da wieder alles neu wird, ist eigentlich alles beim Alten.

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