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Hambüchen holt achten Reck-Titel in Serie

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Hambüchens goldene Rückkehr: 30. Titel

17.06.2012, 13:24 Uhr | dpa

Hambüchen holt achten Reck-Titel in Serie. Fabian Hambüchen überzeugte bei den Deutschen Meisterschaften.

Fabian Hambüchen überzeugte bei den Deutschen Meisterschaften. (Quelle: dpa)

Düsseldorf (dpa) - Mit ausgebreiteten Armen pushte er das Publikum, doch verbal blieb Fabian Hambüchen nach seiner grandiosen Rückkehr in die Weltelite auf dem Teppich. "Es war wirklich ein Super-Mehrkampf. Aber bis London ist jetzt noch Zeit, kleine Fehler auszumerzen", sagte der 24-jährige.

Nach überlegenem Mehrkampfsieg krönte er seinen Auftritt bei den deutschen Turn-Meisterschaften in Düsseldorf mit Gold am Reck und Boden. Mit seinen nunmehr 30 Titeln rückte der Hesse damit Rekordmeister Eberhard Gienger (34 Titel) wieder ein gehöriges Stück näher.

Ohne groben Schnitzer hatte der frühere Reck-Weltmeister seinen ersten Sechskampf seit Oktober 2011 mit glänzenden 91,10 Punkten überlegen gewonnen und sich seinen sechsten deutschen Mehrkampf-Titel gesichert. Die komplette Saison hatte sich der Vorturner aus Wetzlar ausschließlich auf die Olympia-Vorbereitung fokussiert, die EM ausgelassen und sich vorsichtige Kritik der Teamgefährten gefallen lassen müssen. 40 Tage vor dem Olympia-Auftakt in London kommt Cheftrainer Andreas Hirsch nun kaum noch am Mehrkampf-Einsatz von Hambüchen in London vorbei, zumal dessen ärgste Rivalen Marcel Nguyen (89,05) und Philipp Boy (88,20) am Reck patzten und damit Riesen-Rückstände auf Hambüchen aufwiesen.

An seinem Paradegerät bestätigte Hambüchen im Finale mit Schwierigkeit 7,4 und 16,10 Punkten, dass er wieder zu den Kandidaten auf eine olympische Medaille gehört. Es war sein achter Reck-Titel in Serie, das war noch keinem Deutschen gelungen. Tags zuvor war er sogar auf 16,35 Punkte gekommen. "Hut ab! Fabian ist absolut stabil zurückgekehrt", sagte Hirsch anerkennend. Am Boden, wo Hambüchen aufgrund der operierten Achillessehne noch ein abgespecktes Programm anbot, reichte es überraschend auch zum Titel.

Eine enttäuschende Meisterschaft erlebte der dreifache Titelverteidiger Boy. Nach akuten Problemen mit dem Handgelenk zog er sich am Boden auch noch eine Kapselverletzung am Fuß zu. "Ich bin absolut unzufrieden", meinte der WM-Zweite im Mehrkampf kopfschüttelnd. Am Sonntag kam er mit bandagiertem Fuß zum dritten Titel am Pauschenpferd in Serie. Aber der erneute Absturz vom Reck machte ihn nicht glücklich. Dennoch meinte "Chef" Hirsch, bei den ersten Drei habe er den "unbedingten Willen verspürt, in London zum Kern der Olympia-Mannschaft zu gehören." Nominiert wird das Team nach der zweiten Qualifikation in zwei Wochen in Frankfurt.

Ähnlich eindrucksvoll wie Hambüchen dominierte Elisabeth Seitz mit ihrem Meister-Hattrick den Wettkampf der Frauen. Die Schülerin aus Mannheim verbesserte bei ihrem dritten Mehrkampfsieg nacheinander mit dem Weltklasse-Resultat von 58,75 Punkten ihren Rekord gleich um 2,05 Punkte und durfte wie ihr männliches Pendant 4000 Euro Siegprämie in Empfang nehmen. "Nach vielen Monaten mit Fußproblemen bin ich glücklich, dass ich an jedem Gerät Höchstwerte geturnt habe", sagte die 18-Jährige und holte sich am Sonntag am Boden und am Stufenbarren mit Glanznote 15,20 ihr neuntes und zehntes nationales Gold.

Einen großen Schritt in Richtung Olympia machten Nadine Jarosch aus Detmold mit dem persönlichen Rekordwert von 56,15 und die Stuttgarterin Kim Bui (54,80), die sich die weiteren Podestplätze im Mehrkampf sicherten. Oksana Chusovitina, die am Dienstag 37 Jahre alt wird, hielt sich mit dem Titel am Schwebebalken schadlos, musste beim Sprung aber überraschend Janine Berger (Ulm) den Vortritt lassen.

Ex-Europameister Matthias Fahrig konnte seine Chancen auf ein London-Ticket nicht verbessern, da er im Boden-Finale zweimal stürzte. Sein insgesamt fünfter Sprung-Titel tröstete ihn nur wenig. Einen Leckerbissen bot der Hachinger Nguyen dem Publikum am Barren, wo er mit 15,875 Punkten einen Spitzenwert erzielte, der sogar über dem Resultat bei seinem EM-Triumph in Montpellier lag. Auch an den Ringen war der Bayer nicht zu schlagen.

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