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Schumachers frei gelegtes Selbstvertrauen

25.06.2012, 07:20 Uhr | t-online.de

. Michael Schumacher scherzt nach seinem dritten Platz in Valencia mit den Journalisten. (Quelle: dpa)

Michael Schumacher scherzt nach seinem dritten Platz in Valencia mit den Journalisten. (Quelle: dpa)

Von Elmar Brümmer (Valencia)

Es könnte so eine Art Schumi-Mantra werden. Also sich ganz langsam die Erkenntnis vorsagen, die nach den 57 chaotischen Runden beim Großen Preis von Europa offensichtlich ist: "Ich-kann-es-also-doch-noch." Nach zweieinhalb Jahren im Silberpfeil von Mercedes ein dritter Platz, das muss der Rekordchampion nach den jüngsten Fehlschlägen wie einen Weltmeistertitel empfinden. (Die deutschen Fahrer in der Einzelkritik)

Mit neuer Bescheidenheit hat die ungeheure Freude, die Michael Schumacher nach getaner Arbeit und einer unglaublichen Aufholjagd in der zweiten Rennhälfte und besonders in den letzten paar Runden verspürte, nichts zu tun. Eher mit wieder frei gelegtem Selbstvertrauen, vor allem aber Vertrauen ins Auto nach zuletzt fünf Ausfällen in sieben Rennen.

Schumacher von heute noch stärker

Samstags hatte er sich zwar die Qualifikation mit Startplatz zwölf versaut, die Top Ten um die Winzigkeit von 0,007 Sekunden verpasst – aber im Chaos-Rennen stand er sogar die 20 Runden lange Rutschpartie am Anfang auf harten Reifen durch. Was für eine Taktik: Erst die schnelleren Gegner einbremsen, um sie dann am Ende zu kassieren, wenn deren Pneus hin sind. Das auf einer Strecke getan zu haben, die nicht gerade fürs Überholen bekannt ist, habe ihn "extra glücklich" gemacht.

Formel 1 - Video 
"In Valencia ging es drunter und drüber"

Danner und Wasser analysieren den GP von Europa. zum Video

Nach der Pole-Position von Monte Carlo ist die Rückkehr aufs Podium in Valencia der nächste Beweis, was in dem 43-Jährigen noch steckt, wenn sein Rennwagen zu den Umständen passt. Kein Zufall, dass sich die beiden jüngsten Erfolge auf so genannten Fahrerstrecken eingestellt haben. Der alte Erzrivale Jacques Villeneuve hält den Schumacher von heute noch für stärker als den Schumi bei Ferrari, weil die Formel 1 an sich stärker geworden ist. Zwei magere WM-Pünktchen waren vor Valencia auf seinem Konto, man wollte ihm nach so viel Pech schon die Startnummer 13 verleihen, jetzt hat er 17 Zähler. Kollege Nico Rosberg, als Sechster gestartet, konnte sich im Rennen nicht verbessern. Auf so was achten sie im internen Duell sehr.

Bei Mercedes hoffen sie nun, dass Schumacher über die kleinen Erfolge das große Ziel weiterverfolgt. Sprich: Sich dazu zu entschließen, seinen zum Jahresende auslaufenden Kontrakt noch um ein, zwei Jährchen zu verlängern. Die Option hat allein der 43-Jährige. Er will sich aber nicht auf ein bestimmtes Datum, nicht mal auf eine Jahreszeit festnageln lassen – aber irgendwann in den nächsten Sommermonaten muss die Entscheidung fallen. Mehr Lust als Frust, das wäre schon mal eine gute Verhandlungsgrundlage.

Die beste Antwort auf die Kritik

Noch als er gebeten wurde, ein Statement auf Deutsch vor den Fernsehkameras abzugeben, ein hunderte Male erlebtes Ritual für ihn, sprudelte es in Valencia auf Englisch aus ihm heraus – so überwältigt war er selbst. Als ob sich zweieinhalb Jahre Warten, Leiden, Hoffen in diesem dritten Platz auflösen würden. Selbst für einen Routinier wie ihn war es in einem Chaos-Rennen wie diesem schwer, den Überblick zu behalten. Er musste nach der Zieldurchfahrt an der Box nachfragen. "P 3" kam die prompte Antwort, worauf Schumacher ebenso präzise und kurz zurückbrüllte: "Wow!"

Zurück in der Boxengasse, hätte er die ganze Welt umarmen können, etwa 30 Teammitglieder und Managerin Sabine Kehm reichten dem Familienmensch auch schon: "Sie haben das Vertrauen in mich nie verloren, und ich nie das in sie. Es war die beste Antwort auf die Kritik zuletzt, die wir geben konnten – zurückzukommen und das abzuliefern, was wir heute getan haben."

Die Proteste von Red Bull, Schumacher hätte in der letzten Gelb-Phase zu viel Gas gegeben, verpufften, als der Pilot schon auf dem Weg nach Hause an den Genfer See war.

Haug: "Ein historischer Moment"

Mercedes-Sportchef Norbert Haug wähnte gar einen "historischen Moment". So weit wollte Schumacher, für den Platz drei ein Zwischenschritt war, noch nicht gehen. Aber: "Das sind die Momente, die die Formel 1 so besonders machen, die man wirklich genießen kann. Es ist ein wunderbares Gefühl, nach so langer Zeit, wieder dort zu sein. Es war aufregend – aber genau dafür bin ich hier."

Die Frage, auf wen er sein Geld in dieser so engen und kuriosen WM setzen würde, Alonso, Vettel oder Hamilton antwortete er gewohnt verschmitzt: "Die Dinge ändern sich so schnell – vielleicht auf mich selbst."

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