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EM 2012: Michel Platini redet über EM in ganz Europa

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Platini redet über EM in ganz Europa: "so eine Idee"

02.07.2012, 09:32 Uhr | dpa

EM 2012: Michel Platini redet über EM in ganz Europa. UEFA-Präsident Michel Platini regt eine EM in ganz Europa an.

UEFA-Präsident Michel Platini regt eine EM in ganz Europa an. (Quelle: dpa)

Kiew (dpa) - Alberne Schnapsidee, ernst gemeinte Option oder billiges Ablenkungsmanöver? Noch vor seiner ausschweifenden Lobeshymne auf die Gastgeber Polen und Ukraine hat UEFA-Präsident Michel Platini mit einem revolutionären Vorschlag für die EM 2020 Erstaunen und Kopfschütteln provoziert.

Anstatt in einem Land (wie 2016 in seiner Heimat Frankreich) oder zwei oder drei Gastgebernationen zu spielen, schlug Platini eine EM in mehreren Staaten vor. "Ich könnte mir die EURO 2020 in ganz Europa vorstellen. Man könnte in 12 oder 13 Städten in ganz Europa spielen", sagte der 57 Jahre alte Franzose am Samstag in Kiew.

So überraschend dieser Vorschlag kommt und so charmant und romantisch er in Zeiten der Euro-Krise auch klingt - er scheint nicht mehr als eine sportpolitische Nebelkerze zu sein. Die UEFA hat für die übernächste EM nämlich ein Gastgeberproblem. Wunschkandidat Türkei hat sich mit Istanbul auch für Olympia 2020 beworben - beide Großereignisse in einem Land binnen weniger Wochen sind illusorisch.

Die anderen offiziellen Kandidaten Georgien/Aserbaidschan und Schottland/Wales/Irland stoßen in der UEFA-Zentrale in Nyon auf wenig Begeisterung. Nicht nur hinter den Kulissen wurde Deutschland schon wieder als kompetenter Notnagel-Gastgeber gehandelt. Um sich Luft zu verschaffen, verschob die UEFA die Meldefrist für Kandidaten bis September 2013; im September 2013 wird das Internationale Olympische Komitee (IOC) in Buenos Aires den Olympia-Gastgeber der Spiele 2020 bestimmen.

Und nun also ein öffentlichkeitswirksamer Europa-Vorschlag: Kaum waren die Worte des schelmisch grinsenden UEFA-Chefs am Tag vor dem EM-Finale zwischen Titelverteidiger Spanien und Deutschland-Bezwinger Italien verklungen, setzte im pickepackevollen Presseraum des Olympiastadions von Kiew ein leichtes Grummeln ein, das sich später in eine von Argwohn und Unverständnis geprägte Diskussion verwandelte. Da hatte Platinis Ablenkungsmanöver schon mal funktioniert.

Nun gilt Platini nicht gerade als verrückter Gallier, der permanent mit neuen Spinnereien aufwartet. Mit ihrer strikten Positionierung gegen die Einführung der Torlinientechnik hat sich die UEFA zwar isoliert, aber auch bei dem neuerlichen Platini-Vorstoß darf man davon ausgehen, dass sich der als künftiger FIFA-Präsident gehandelte Spitzenfunktionär vorher seine Gedanken gemacht hat, welche auch immer. FIFA-Boss Joseph Blatter - selbst der Großmeister der kreativen Ersatz-Themenfindung in schwierigen Zeiten - dürfte für dieses Manöver Anerkennung zollen.

So argumentierte Platini bei der Verteidigung seines Reformprojektes wohl auch noch unter dem Eindruck der schwierigen Vorbereitungen in der Ukraine mit bereits bestehender Infrastruktur und der Finanzkrise. "Wir müssten keine Stadien oder Flughäfen bauen, gerade jetzt in Zeiten der wirtschaftlichen Krise. Wir sollten darüber unter finanziellen, juristischen und organisatorischen Perspektiven diskutieren", sagte Platini und freute sich offensichtlich diebisch auf "eine lebhafte Debatte mit vielen Fürs und Widers".

Das Exekutivkomitee seines Verbandes findet das Gedankenspiel interessant, behauptete Platini. Das Gremium mit dem ehemaligen DFB-Präsidenten Theo Zwanziger wird über das Szenario einer fußballerischen Turnierzerfaserung nun also debattieren und soll im Januar 2013 eine Entscheidung treffen. Üblicherweise werden solche Entscheidungen aber auch gerne nochmals verschoben - und dann stillschweigend verworfen.

"Es ist nur eine Idee, aber mir gefällt dieser Gedanke", betonte Platini. Ein bisschen zu oft wies er beim anschließenden Frage- und Antworten-Spiel darauf hin, dass "alles bisher nur so eine Idee" ist.

Die Kritik: Die Identität eines Turniers, das sich oft in den drei Wochen in den Gastgeberländern entwickelt, würde komplett verloren gehen. Typische EURO-Stimmung wie sie jetzt auch von Polen und Ukrainern verbreitet wurde, würde nur schwer aufkommen. Für viele Länder ist eine Europameisterschaft zudem eine großartige Chance, sich der Weltöffentlichkeit zu präsentieren und Touristen anzulocken.

Und so klang es auch ein wenig widersinnig, als Platini in seinen Dankesworten sagte: "Dieses Turnier wird in Erinnerung bleiben. Polen und die Ukraine können stolz sein. Noch nie hat eine Europameisterschaft ein solch wichtiges Erbe hinterlassen."

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