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Timo Boll rutscht auf Platz sieben - Olympia-Setzung gehalten

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Boll rutscht auf Platz sieben - Olympia-Setzung gehalten

04.07.2012, 10:40 Uhr | dpa

Timo Boll rutscht auf Platz sieben - Olympia-Setzung gehalten. Timo Boll ist nur noch die Nummer sieben in der Welt.

Timo Boll ist nur noch die Nummer sieben in der Welt. (Quelle: dpa)

Hannover (dpa) - Um ein Haar hätte sich Timo Bolls Reise zu den Japan Open als kompletter Horror-Trip erwiesen. Das überraschende Zweitrunden-Aus gegen den Südkoreaner Jung Young Sik kostete den Tischtennisstar die Weltranglisten-Position sechs.

Da aber außer dem Japaner Jun Mizutani kein weiterer Nicht-Chinese den Düsseldorfer überholte, ist Boll beim Olympia-Turnier in London an Position vier gesetzt. Dies geht aus dem Juli-Ranking hervor, das der Weltverband ITTF veröffentlichte.

"Timo ist mit einem blauen Auge davon gekommen", sagte Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Der Rekord-Europameister kann erst im olympischen Halbfinale auf einen Chinesen treffen. "Wenn er nicht in Japan gespielt hätte, hätte er auf Setzposition fünf zurückfallen können", verteidigte Roßkopf den Start des WM-Dritten in Kobe. Der missglückte Trip ging allerdings zulasten der deutschen Europameister-Mannschaft.

Denn der Olympia-Finalist von 2008 büßte ausgerechnet in der entscheidenden Juli-Rangliste den wichtigen zweiten Platz ein. Dies lag aber nicht nur an Boll. Weil Dimitrij Ovtcharov mit Brazil-Open-Sieger Oh Sang Eun (Südkorea) die Plätze elf und zwölf tauschte, zog neben Japan auch Südkorea an der DTTB-Auswahl vorbei. Deutschland kann als Vierter der Setzliste bereits in der Vorschlussrunde auf Titelverteidiger China treffen.

"Die Asiaten haben sich natürlich das eine oder andere Spiel zugeschoben. Aber die Setzung spielt für mich nicht so eine große Rolle", machte Roßkopf gute Miene zum bösen Spiel. "Wir müssen erst mal versuchen, ins Halbfinale zu kommen." Ovtcharov hingegen ärgerte sich. "Es war extrem wichtig, in der Mannschaft auf Zwei zu sein", sagte der Hamelner, der für Orenburg in Russland spielt. "Lange sah es gut aus, aber dann ist alles schief gelaufen, was schief laufen konnte. Jetzt müssen wir gucken, was die Auslosung bringt."

Anders als vor vier Jahren fokussieren sich beide deutsche Topspieler mehr auf den Einzelwettbewerb. London könnte für Boll gleichzeitig die größte und letzte Chance sein, sich nach dem Gewinn von Bronze bei der WM 2011 den Traum von einer Olympia-Medaille im Einzel zu erfüllen. "Die fehlt mir ja noch in meiner Sammlung", sagte der 31 Jahre alte Linkshänder. Die Chance war noch nie so groß, weil erstmals nur zwei Spieler pro Nation starten dürfen. Das trifft auch auf China zu. "Eine Leistung wie in Kobe darf dann nicht passieren", erklärte der Weltranglisten-Siebte.

Ovtcharov ist siebeneinhalb Jahre jünger und gehört erstmals zu den acht Topgesetzten. Mit der Kronprinzen-Rolle will sich der Europa-Top-12-Sieger aber nicht mehr zufriedengeben. "Mein persönliches Hauptziel ist eine Einzel-Medaille", kündigte der 23-Jährige an. Auch vor einem möglichen Viertelfinal-Duell mit einem Chinesen hat er keine Angst. "Ich habe beide schon geschlagen", sagte er über Weltmeister Zhang Jike und den zweifachen Olympia-Finalisten Wang Hao.

Roßkopf weiß, dass er zwei heiße Eisen im Feuer hat. "Beide sind Medaillen-Kandidaten im Einzel. Dima kann genauso eine Medaille gewinnen wie Timo", erklärte der Bundestrainer, der als Aktiver 1996 Bronze in Atlanta gewann. An der Vorbereitung werde es jedenfalls nicht scheitern. Der Coach, der mit Boll und Co. zurzeit einen Lehrgang mit Spitzenspielern aus ganz Europa in Österreich absolviert, bezeichnete die intensive Olympia-Präparation als "Luxus-Situation für europäische Verhältnisse".

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