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Konkrete Maßnahmen bei Sicherheitsgipfel gefragt

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Konkrete Maßnahmen bei Sicherheitsgipfel gefragt

16.07.2012, 14:51 Uhr | dpa

Konkrete Maßnahmen bei Sicherheitsgipfel gefragt. In der vergangenen Saison kam es zu einer Zunahme von Fanausschreitungen.

In der vergangenen Saison kam es zu einer Zunahme von Fanausschreitungen. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Jetzt ist Schluss mit dem Kuschelkurs! Unter dem wachsenden Druck der Politik sucht der deutsche Fußball am Dienstag schon wieder Antworten auf die drängende Gewaltfrage und muss konkrete Maßnahmen zur Eindämmung der Ausschreitungen in Stadien liefern.

Vor dem dritten Sicherheitsgipfel binnen 27 Monaten in Berlin reichen die Forderungen von personalisierten Eintrittskarten über verschärfte Videoüberwachung bis zur Einrichtung einer zentralen Stelle für Stadionverbote. Fanvertreter fürchten deshalb vermeintlich populistische Schnellschüsse.

"Wir alle können unsere Augen nicht vor der zunehmenden Gewalt in und um die Stadien herum verschließen", betonte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) vor dem Treffen mit allen 54 Proficlubs, Deutschem Fußball-Bund (DFB) und Deutscher Fußball Liga (DFL). Diese müssten ein konkretes Handlungskonzept liefern. "Diese Chaoten gefährden nicht nur die Sicherheit der vielen friedlichen Fans, sie bringen auch den Fußball in Verruf", meinte unlängst Lorenz Caffier (CDU), als Vorsitzender der Innenministerkonferenz ebenfalls mit am Tisch.

Die Bilder vom Saisonfinale mit dicken Rauchschwaden in Köln, Randale in Karlsruhe und dem Platzsturm von Düsseldorf haben den Ton der Debatte erneut verschärft. Der neue DFB-Präsident Wolfgang Niersbach rief eine "Null-Toleranz-Politik" gegen Störer sowie Pyrotechnik aus und erkannte "dass die bisherigen Konzepte und Maßnahmen alleine nicht ausreichen."

Schon im April 2010 und zuletzt im November 2011 saßen Politik und Sport beisammen - heraus kam damals wenig Konkretes und ein neues Gremium. Die so genannte Task Force Sicherheit erarbeitete Handlungsempfehlungen, im Raum stehen eine Vielzahl an möglichen Schritten. Unter anderem sind die Ordnungsdienste in den Arenen auf dem Prüfstand. Aus Sicht von Ligapräsident Reinhard Rauball seien zudem bessere Videokameras zur Überwachung sinnvoll.

Gesichtsscanner spielen in der Diskussion gar keine Rolle mehr, das Schreckgespenst eines Stehplatzverbots ist nach der Kehrtwende von Innenminister Friedrich zumindest vorerst vom Tisch. Im Ernstfall werde es bei seinem Club nur noch personalisierte Sitzplätze - wie bei der WM 2006 in Deutschland - geben, hatte Martin Kind, Vereinspräsident von Hannover 96, allerdings vor einiger Zeit erklärt.

Nicht nur deshalb ist die Sorge vor überstürzten Beschlüssen im Fanlager groß. "Wir haben es mit einer Thematik zu tun, in der Schnellschüsse ganz oft in die falsche Richtung gehen können, wo sich Entscheidungen infolge von populistischen Diskussionen mittelfristig als fatal und falsch erweisen können", sagte Michael Gabriel, Leiter der Koordinationsstelle für Fan-Projekte, der Nachrichtenagentur dpa.

Zudem fühlen sich die Anhänger beim Entscheidungsprozess am Dienstag übergangen. "So gut es ist, dass dort die wichtigsten Vertreter der Clubs an den Tisch kommen, es fehlen aber die Experten, die tagtäglich die Arbeit vor Ort verrichten", meinte Gabriel, Mitglied der Task Force Sicherheit. "Warum hat der DFB nicht die Brust rausgenommen und die Fans mit ins Boot geholt?", fragte René Lau von der Arbeitsgemeinschaft Fananwälte, "ich befürchte, dass die Vereine von der Politik die Pistole auf die Brust gesetzt bekommen und zu härteren Sanktionen gezwungen werden."

Egal welche Beschlüsse der Gipfel aber liefert - ein baldiges Ende der Gewaltdiskussionen ist auch mit schärferen Maßnahmen wohl nicht in Sicht. Hinter vorgehaltener Hand bekennen selbst Beteiligte, dass es eine Illusion sei, dass am Dienstag alle Probleme gelöst werden können.

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