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Olympia: Positive Doping-Befunde bei Nachuntersuchungen von Athen

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Olympische Doping-Sünder nach Jahren überführt

16.07.2012, 20:02 Uhr | dpa

Olympia: Positive Doping-Befunde bei Nachuntersuchungen von Athen. Bei Nachuntersuchungen der Olympischen Spiele 2004 hat es wohl fünf positive Doping-Befunde gegeben. (Quelle: imago)

Bei Nachuntersuchungen der Olympischen Spiele 2004 hat es wohl fünf positive Doping-Befunde gegeben. (Quelle: imago)

Den bisher unentdeckten Dopingsündern der Olympischen Spiele 2004 droht eine böse Überraschung. Bei den Nachuntersuchungen der eingefrorenen Proben von den Athen-Spielen hat es nach dpa-Informationen mindestens fünf positive Befunde gegeben. Die Medizinische Kommission im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) hatte Mitte April angekündigt, einige der knapp 3000 Kontrollen von Athen mit neuen Nachweismethoden noch einmal analysieren zu lassen. Dabei wurden positive Proben entdeckt. Das IOC wollte dies auf Nachfrage zunächst nicht bestätigen.

Bei der Ankündigung im August 2004, dass die knapp 3000 Kontrollen von Athen für eventuelle Nachuntersuchungen eingefroren würden, hatte IOC-Spitzenfunktionär Richard Pound, damals Chef der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), vom "Beginn einer ganz neuen Ära" im Kampf gegen Betrüger im Sport gesprochen.

Besonders gefährdete Sportarten und Medaillengewinner herausgegriffen

Nach IOC-Regeln sind Nachuntersuchungen der Dopingproben bis zu acht Jahre nach den Spielen erlaubt, um sie im Nachhinein noch für mögliche Bestrafungen heranzuziehen. Diese Acht-Jahres-Frist für die Kontrollen von Athen endet am 29. August.

Dabei hatte das IOC ursprünglich gar nicht vorgesehen, die Proben von 2004 noch einmal analysieren zu lassen. Es lagen keine Informationen über Substanzen vor, die damals noch nicht gefunden werden konnten. Von internationalen Medien wurde diese Herangehensweise als nachlässige Haltung im Anti-Doping-Kampf gewertet. Erst nach der Medienschelte entschloss sich das IOC zu den Nachtests. Laut Arne Ljungqvist, Vorsitzender der Medizinischen Kommission, sollten bei den nachträglichen Analysen besonders gefährdete Sportarten und Medaillengewinner herausgegriffen werden.

Wahrscheinlichkeit positiver Fälle steigt

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hatte bereits vor Monaten erklärt, verbindliche Vorschriften für den Umgang mit Nachtests von olympischen Dopingproben vorantreiben zu wollen. Es sei seit 2004 viel Geld in die Verbesserung der Tests gesteckt worden, so WADA-Generaldirektor David Howman. Dadurch steige die Wahrscheinlichkeit, dass es bei Nachtests positive Fälle gebe.

Peking-Athleten nachträglich überführt

Bei Nachuntersuchungen der Proben von den Olympischen Winterspielen 2006 in Turin, vor allem auf den Wirkstoff CERA, eine neue Version des Blutdopingmittels EPO in der dritten Generation, war allerdings nichts gefunden worden. Dafür wurden bei Nachkontrollen der Pekinger Dopingproben von 2008 gleich sechs Athleten positiv auf Doping getestet, darunter der deutsche Radprofi Stefan Schumacher, der Italiener Davide Rebellin, Olympia-Zweiter im Straßenrennen, und 1500-Meter-Olympiasieger Rashid Ramzi aus Bahrain.

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