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Politik setzt Fußball unter Druck

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Politik will größeres Sicherheits-Paket

23.07.2012, 15:36 Uhr | dpa

Politik setzt Fußball unter Druck. Politiker fordern mehr Sicherheit in den Stadien.

Politiker fordern mehr Sicherheit in den Stadien. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Die jüngsten Bilder von wütenden Zuschauer-Chaoten, Rauchbomben und Rasenstürmen in deutschen Stadien wirken nach.

Kurz vor dem Start in die neue Fußballsaison hat die Politik vom Deutschen Fußball-Bund (DFB), der Deutschen Fußball Liga (DFL) und den Vereinen ein noch umfangreicheres Sicherheitspaket gefordert. Die auf dem jüngsten Sicherheitsgipfel von 53 Proficlubs verabschiedeten Maßnahmen und ein Verhaltenskodex sind der Innenministerkonferenz (IMK) zu wenig. Der Profifußball soll noch mehr in Fanprojekte investieren, dafür wollen die Länder Vorhaben im Amateurfußball finanziell unterstützen.

Am Montag in Berlin erhoben die Innenminister bei einem Spitzentreffen mit DFB und DFL die Forderung, die jüngsten Erklärungen der Profivereine auch "zeitlich zu untersetzen, damit wir im Frühjahr grundsätzliche Normen haben", erklärte Lorenz Caffier, der Vorsitzende der Innenministerkonferenz. "Der Druck ist da, weil sie sagen, so machen sie nicht mehr weiter. Über einige Punkte wird nicht mehr verhandelt", sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach der Nachrichtenagentur dpa und machte damit klar, dass die Innenminister zu einer "Null-Toleranz-Politik" gegen gewaltbereite Fans und Störer keine Alternativen zulassen werden.

"Wir haben den Druck gespürt, der von den Ländern ausgeübt worden ist", kommentierte Niersbach das Treffen. Die Innenminister erwarten ein noch größeres finanzielles Engagement des bezahlten Fußballs in Fanprojekte, eine neue Qualität bei Ordnungsdiensten und Videoüberwachung, zentral umgesetzte Stadionverbote für gewalttätige Fans und weitere Sanktionierungen. Auch personenbezogene Eintrittskarten wurden thematisiert.

Der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann begrüßte sehr, dass Stadionverbote gegen Randalierer und Schläger auf fünf oder sogar zehn Jahre ausgedehnt werden sollen. Die Innenminister regten zugleich erneut an, "dass Stadionverbote nicht von Heimmannschaften ausgesprochen, sondern zentral umgesetzt werden", erklärte Schünemann. In der Praxis habe man erlebt, dass die Verbote von Heimclubs "nicht hundertprozentig umgesetzt" werden.

"Wir stellen uns dem Druck, weil es letztlich darum geht, das wunderbare Klima im deutschen Fußball zu erhalten, was immer noch existiert und was nicht von einer verschwindend kleinen Minderheit kaputt gemacht werden darf", betonte DFB-Chef Niersbach. Einige Maßnahmen wie eine bessere Schulung der Ordnungsdienste könnten schon kurzfristig umgesetzt werden. Andere wie eine Videoüberwachung als Lizenzierungs-Bedingung würden längere Zeit brauchen. "Es geht jetzt darum, konkret die Zeitfolge festzulegen", forderte Schünemann.

Auch die Prävention müsse weiter ausgebaut werden, betonte Niedersachsens Innenminister: "Wir haben nicht nur im Profibereich, sondern zunehmend auch im Amateurbereich Probleme." Deshalb habe die Innenminister-Konferenz abgeboten, die Steuergelder, mit denen bisher Fanprojekte im Profibereich mitfinanziert werden, eins-zu-eins im Amateurbereich einzusetzen.

Im Gegenzug werde erwartet, "dass dann im Profibereich die Fanprojekte auch von der Liga bezahlt werden", unterstrich Schünemann. Zudem stellte Verbands-Präsident Niersbach "mit Erleichterung" fest, "dass die Kosten des Einsatzes der Polizei derzeit nicht diskutiert werden, dass der Staat und die Länder zu ihren Verpflichtung stehen". Auch eine mögliche Abschaffung der Stehplätze ist derzeit kein Diskussionsgegenstand.

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