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Red Bull nach FIA-Urteil: "Wie Todesstrafe für Hühnerdiebe"

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Red Bull verteidigt Vettels Überholmanöver gegen Button

24.07.2012, 12:30 Uhr | dpa, sid

Red Bull nach FIA-Urteil: "Wie Todesstrafe für Hühnerdiebe". Red-Bull-Motorsportchef Marko (re.) findet drastische Worte für das Urteil gegen Vettel. (Quelle: imago)

Red-Bull-Motorsportchef Marko (re.) findet drastische Worte für das Urteil gegen Vettel. (Quelle: imago)

Red Bull hat seinen Starpiloten Sebastian Vettel in Schutz genommen und den Internationalen Automobilverband FIA für das Urteil gegen den deutschen Formel-1-Doppelweltmeister scharf kritisiert. Das von der FIA festgelegte Strafmaß sei, "wie Hühner-Diebstahl mit der Todesstrafe" zu ahnden, sagte Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko.

Vettel hatte für sein Überholmanöver beim Großen Preis von Deutschland in der vorletzten Runde gegen Jenson Button eine 20-Sekunden-Strafe aufgebrummt bekommen und war damit vom zweiten auf den fünften Platz zurückgefallen. "Er war mit allen vier Rädern draußen", gab auch Marko zu. Die Situation sei aber von Jenson Button ausgelöst worden. "Er hat Sebastian keinen Platz gelassen und ihn hinausgedrängt. Um eine Kollision zu vermeiden, musste Sebastian ausweichen", sagte der Red-Bull-Motorsportchef. Der Strafe fehle daher jede Grundlage.

Vettel: "Der eine Schiedsrichter gibt Elfmeter, der andere nicht"

Nachdem Vettel unmittelbar nach der Strafe gar nichts hatte sagen wollen, erklärte er nun auf seiner Homepage: "Aus meiner Sicht ist eigentlich alles richtig abgelaufen, aber man kann nichts tun, wenn das die Verantwortlichen anders sehen. Es ist wie im Fußball: Der eine Schiedsrichter gibt Elfmeter, der andere nicht. Damit muss man dann leben."

Aber nicht nur Rennkommissare sahen es anders als der Weltmeister. "Sebastian hat sich einen Vorteil verschafft. Das war so nicht in Ordnung", hatte Force-India-Pilot Nico Hülkenberg bei einem PR-Termin in Stuttgart gesagt. Dagegen erklärte Marko: "Wir fühlen uns im Recht." Ein ähnliches Manöver von McLaren-Fahrer Lewis Hamilton gegen Mercedes-Pilot Nico Rosberg in Bahrain war ungeahndet geblieben.

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Wurz: "Vettel hätte sich zurückfallen lassen müssen"

Vettel hätte seine Strafe nach dem Überholmanöver gegen Button wohl verhindern können, wenn er den Briten danach wieder vorbeigelassen hätte. "Vettel hätte sich nach dem Überholen einfach zurückfallen lassen müssen. Das hat er aber nicht gemacht", sagte Alex Wurz. Der Ex-Rennfahrer ist bei einigen Rennen selbst als Rennkommissar im Einsatz.

Auch per Funk hatte Vettel keine Aufforderung bekommen, Button passieren zu lassen. Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko erklärte, dies sei passiert, weil man Vettel im Recht sah.

Vettel will sich mit den Rennkommissaren gut stellen

Vor dem letzten Rennen vor der vierwöchigen Sommerpause sieht es nicht gut aus für Vettels immer noch möglichen Titel-Hattrick. In der WM verlor er in Hockenheim weiteren Boden auf Spitzenreiter und Fernando Alonso, der nach seinem dritten Saisonsieg im Ferrari schon 44 Punkte voraus ist.

Auch deshalb will Vettel künftig Ärger mit den Rennkommissaren tunlichst vermeiden. "Wir werden uns für die nächsten Rennen noch mehr ins Zeug legen und darauf achten, nichts mehr zu tun, was unsere Platzierung auch nur irgendwie gefährden würde", kündigte der 25-jährige Heppenheimer an.

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