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WM der Slalom-Skateboarder - Im Zeitraffer auf Hütchenfahrt

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WM der Slalom-Skateboarder - Hütchenfahrt im Zeitraffer

26.07.2012, 11:23 Uhr | dpa

WM der Slalom-Skateboarder - Im Zeitraffer auf Hütchenfahrt. Extrem schnell - im Schnitt werden beim Slalom-Skateboarden pro Sekunde fünf Hütchen umkurvt.

Extrem schnell - im Schnitt werden beim Slalom-Skateboarden pro Sekunde fünf Hütchen umkurvt. (Quelle: dpa)

Stuttgart (dpa) - Obwohl Slalom-Skateboarden schon mehr als 50 Jahre alt ist, kennt kaum jemand die Sportart. Von Freitag bis Sonntag treffen sich in Stuttgart und Ostfildern die Stars der Szene zur WM - und zeigen rasante Fahrten um Plastikhütchen auf hartem Asphalt.

Die Slalompunkte sind eng gesteckt. Das Gefälle ist so saftig, dass man auf jeden Fall lieber bergab als bergauf unterwegs sein möchte. Eine Rampe tut ihr Übriges, um die Abfahrt zu beschleunigen. Also rauf auf die Bretter und los. Aber nicht mit Ski oder Snowboard im alpinen Gletschergebiet, sondern auf Skateboards über den harten Asphalt von Stuttgart.

Dabei geht es nicht nur um Spaß und Adrenalin, sondern von Freitag bis Sonntag auch um die Weltmeisterschaft im Slalom-Skateboarden. Der dreifache Europameister und Weltranglisten-Fünfte in dieser Sportart, Robert Thiele, hat die WM nach Stuttgart und Ostfildern geholt - nachdem das französische Grenoble als Austragungsort im März kurzfristig abgesagt hatte.

Die Slalom-Skateboard-WM findet im jährlichen Wechsel in Europa und Nordamerika statt - in Deutschland gastierte sie noch nie. "Ich bin sehr froh, meine Sportart endlich einmal in diesem Rahmen hier vorstellen zu können", sagt Organisator Thiele. Obwohl der Slalom zur Ursprungs-Disziplin im Skateboarden gehört und mehr als 50 Jahre alt ist, kennt die Sportart kaum jemand.

"Wenn uns Leute beim Training zuschauen, bleiben nicht selten die Münder offen", erzählt Thiele. Das liegt vermutlich an der wahnsinnigen Geschwindigkeit, mit der die Sportler auf ihren Skateboards um orangefarbenen Slalom-Hütchen sausen. Fünf davon schaffen sie in einer Sekunde. Und je nach Gefälle werden sie dabei bis zu 60 Stundenkilometer schnell.

Slalom-Akrobatik im Zeitraffer, ganz ohne Blut und Stürze - das soll es am Wochenende beim eng gesteckten Tight Slalom und beim Mix aus kurzen und weiten Abständen im Hybrid Slalom im Scharnhauser Park in Ostfildern (Kreis Esslingen) sowie am Sonntag in der Königsklasse, dem Giant Slalom, auf der dafür gesperrten Stuttgarter Etzelstraße geben. Etwa 120 Slalom-Skateboarder aus 16 Ländern sollen von den Rampen starten - entweder im direkten Zweier-Vergleich gegeneinander. Oder alleine gegen die Zeit.

Der Gesamt-Weltmeister wird dann am Sonntag im Talkessel gekürt. Zu den Favoriten gehört der deutsche Dominik Kowalski, der als Stuntman für die Fernsehserie "Alarm für Cobra 11" arbeitet. Aber auch Robert Thiele hat gute Chancen, unter die Top Ten zu kommen. Trotz seiner 44 Jahre. "Beim Slalom-Skateboarden gibt es keine Sprünge oder abrupte Bewegungen. Das ist viel gelenkschonender als Skifahren." Und die Kondition des gebürtigen Tschechen sollte für die etwa 15 Sekunden dauernde Fahrt auch reichen.

Sein erstes Skateboard bekam Thiele im Alter von zehn Jahren. Ein Freund seines Vaters schickte es aus Australien in die damalige Tschechoslowakei. "Zu der Zeit war es einfacher, mit den Russen auf dem Mond zu fliegen, als Ware aus dem Westen zu bekommen", erzählt der heutige Fotograf schmunzelnd. "Also bastelten wir unsere Bretter so gut es ging selber." Sprünge hielten die Boards nicht aus, aber den Slalom, erzählt er. "Vielleicht ist aus dieser Erfahrung heraus der ehemalige Ostblock deshalb auch heute noch so gut in der Slalom-Szene vertreten."

Beim internationalen Slalom-Skaterverband ISSA sind weltweit etwa 2000 Sportler gemeldet. Wenn die Elite der Kurvenroller sich am Wochenende Gefechte liefert, geht es um Ruhm und Ehre, aber nicht um Geld. Die Randsportart hat keine wertvollen Preise zu verteilen. Sogar die Pokale sind selber gebastelt. Dafür soll es aber jede Menge familiärer Atmosphäre, Fair Play und Spaß geben. "Das ist irgendwie olympisch", findet Thiele. Auch wenn die Rennen nicht in London sind.

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