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Freistilstaffel um Steffen scheitert schon im Vorlauf

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Frust: Erst Biedermann, dann Steffen-Staffel raus

28.07.2012, 15:40 Uhr | dpa

Freistilstaffel um Steffen scheitert schon im Vorlauf. Britta Steffen (M) sorgte mit der Staffel für ein enttäuschendes Resultat.

Britta Steffen (M) sorgte mit der Staffel für ein enttäuschendes Resultat. (Quelle: dpa)

London (dpa) - Paul Biedermann war nach seinem frühen Aus kaum etwas zu entlocken, dagegen sprach Britta Steffen ausgiebig über das Scheitern der von ihr angeführten Freistil-Staffel.

Statt in die Finals ging es für den Weltrekordler und das Frauen-Quartett mit Vorlauf-Pleiten zurück ins olympische Dorf. Biedermann rätselte gefasst über die Gründe für seine enttäuschende Vorstellung über die 400 Meter Freistil. Steffen rang sich trotz des verbummelten Staffel-Wettkampfs noch ein Lächeln ab. "Jetzt ist es vorbei und wir gucken weiter nach vorne", sagte die Doppel-Olympiasiegerin. "Es war der erste Tag, schlechter kann es nicht werden, schauen wir mal."

Nur anfangs lief in den beiden wichtigen deutschen Rennen alles nach Plan. Nach 50 und 100 Metern lag Biedermann sogar unter seinem Weltrekord. Auch die Durchgangszeit zur Rennhälfte von 1:52,41 Minuten war gut. Doch dann zog die Konkurrenz vorbei, Biedermann wirkte schwerfällig und konnte nicht mehr kontern. "Hinten raus konnte ich es nicht mehr halten", erklärte Biedermann. Nach 3:48,50 Minuten fehlten über 400 Meter 1,24 Sekunden zum Endlauf - Platz 13 lautete das bittere Resultat für den Weltrekordhalter.

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Steffen hatte als Startschwimmerin (54,43 Sekunden) des Quartetts über 4 x 100 Meter auf Rang zwei übergeben, am Ende reichte es nur zum enttäuschenden neunten Platz. Fast eine Sekunde war das Quartett mit ihr, Silke Lippok, Lisa Vitting und Daniela Schreiber zu langsam für die Medaillenentscheidung. "Scheinbar war das teilweise von uns zu viel Reserve. Da alle anderen Nationen scheinbar voll geschwommen sind. Damit haben wir die A...-Karte, dass wir als Neunte raus sind", schilderte Schreiber - und musste mehrfach traurig schlucken.

Die Schwimmer suchten die Schuld bei sich, die Verantwortlichen nahmen die ersten Pleiten im Londoner Becken dagegen auf ihre Kappen. "Für unsere Schwimmer war es ein rabenschwarzer Tag", räumte Leistungssportdirektor Lutz Buschkow ein. Jetzt müsse man "aus dem Tal noch mal Gas geben", um "ein ordentliches Olympia-Ergebnis" zu erzielen.

Ob Biedermann über seine Paradestrecke 200 Meter Freistil konkurrenzfähig ist, in der am Sonntag die Vorläufe anstehen, ist fraglich. "Ich muss mich erstmal eine Stunde sammeln. Morgen geht es weiter", sagte der 25-Jährige und verließ schnell die Katakomben des Aquatics Centre. Oben schaute derweil Großbritannien s Queen Elisabeth II. im blauen Kostüm bei den Vorläufen vorbei.

Alles andere als königlich waren die Marschrouten der deutschen Team-Leitung aufgegangen. "Weil wir Kraft sparen wollten, wollten wir mehr über die Beine machen. Das war ein taktischer Fehler", erklärte Biedermann-Trainer Frank Embacher. "Wir werden morgen wieder angreifen, da bin ich zuversichtlich. Jetzt werden wir erstmal zwei Stunden das böse Wort mit Sch... ins Handtuch brüllen und dann ist wieder alles gut."

Wie für Biedermann kam zunächst auch für Weltmeister Park Tae-Hwan (Südkorea) das Aus - wegen eines vermeintlichen Fehlstarts. Doch dann gab der Weltverband FINA einem südkoreanischen Protest statt und der Olympiasieger durfte doch im Endlauf starten. Als Schnellster für das Finale qualifizierte sich der chinesische Topfavorit Sun Yang in 3:45,07 Minuten.

Neben Biedermann hätte sich beinahe auch noch Superstar Michael Phelps aus seinem Finale geschwommen. Der Rekord-Olympiasieger aus den USA war als Achter über 400 Meter Lagen gerade einmal sieben Hundertstelsekunden schneller als Serien-Europameister Laszlo Cseh. Der Ungar scheiterte völlig überraschend. Yannick Lebherz schied auf Rang elf in 4:15,41 Minuten aus.

Über 100 Meter Schmetterling landete Alexandra Wenk in 58,85 Sekunden auf dem 21. Platz aller Vorläufe. Olympischen Rekord schwamm hier die Amerikanerin Dana Vollmer in 56,25. "Endstation Vorlauf" hieß es auch für die Brustschwimmer Christian vom Lehn (1:00,78/Rang 19) und Hendrik Feldwehr (1:01,00/Platz 21) über 100 Meter.

Mit der eigenen Leistung war Steffen, die schon in Peking 2008 die Bilanz alleine retten musste, indes nicht unzufrieden. Die Zeit sei für einen Vorlauf eigentlich "total in Ordnung" gewesen, sagte die Berlinerin. Mit großem Respekt berichtete sie über die Reaktion ihres Liebsten nach dem Vorlauf-Schock. "Er hat mich ganz klar angeguckt und gesagt, das war scheiße, jetzt gucke ich aber, was ich daraus lernen kann. Da war er für mich ein ganz Großer in dem Moment."

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