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Winokurow schockt die Konkurrenz

28.07.2012, 17:26 Uhr | sid

Winokurow schockt die Konkurrenz. Alexander Winokurow (li.) setzte sich im Spurt gegen den Kolumbianer Rigoberto Uran durch. (Quelle: Reuters)

Alexander Winokurow (li.) setzte sich im Spurt gegen den Kolumbianer Rigoberto Uran durch. (Quelle: Reuters)

Die erste Sensation bei den Olympischen Spielen in London ist perfekt. In der Nähe des Buckingham Palace hat sich der Kasache Alexander Winokurow, der im September 39 Jahre alt wird, im olympischen Straßenrennen die Goldmedaille geholt und für eine faustdicke Überraschung gesorgt. Winokurow siegte nach 250 km auf Londons Prachtstraße The Mall aus einer größeren Ausreißergruppe, die den Plan der favorisierten Teams der Sprinter durchkreuzte. Weder Großbritannien noch das Quartett des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) schafften es, das Feld zusammenzuhalten und für Cavendish und Greipel die Bühne zu bereiten. (Olympia: Alle Entscheidungen im Live-Ticker)

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Der 30 Jahre alte Rostocker verpasste es damit, nach Olaf Ludwig (1988) und Jan Ullrich (2000) dritter deutscher Olympiasieger auf der Straße zu werden. Greipel hatte sich nach drei Etappensiegen bei der Tour de France in starker Form befunden und seine Karriere krönen wollen. Dafür hatte er alle Unterstützung, der BDR hatte nur diesen einen Plan. Bei der letztlich entscheidenden Attacke war kein Fahrer mitgegangen, die Kräfte sollten komplett für das Finale geschont werden. Greipel gewann zwar den Sprint aus dem Feld und wurde mit 40 Sekunden Rückstand 27., aber dies war völlig ohne Wert.

Norweger landet auf Platz drei

Hinter Winokurow, der Nachfolger des verletzten Spaniers Samuel Sanchez wurde und 2000 in Sydney hinter Ullrich Zweiter war, errang der Kolumbianer Rigoberto Uran Silber vor dem Norweger Alexander Kristoff.

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Viele der bis zu einer Million Zuschauer an der Strecke wollen nichts anderes als Gold für Cavendish. Der Druck für die Briten war so groß wie nie zuvor, und sie hielten ihm nicht stand. Vor dem Rennen hatte sich Cavendish siegessicher gegeben und von einem britischen "Dreamteam" gesprochen. Prince Charles hatte seinen Landsleuten zusammen mit Frau Camilla noch an der Startlinie Glückwünsche für die nationale Aufgabe mit auf den Weg gegeben.

Von Beginn an Unruhe im Feld

Cavendish sollte mit dem ersten Gold die Olympia-Euphorie entfachen. Selbst Tour-de-France-Sieger Bradley Wiggins wollte sich für den Sprinterkönig, den er als "schnellsten Mann der Welt" bezeichnete, ins Zeug legen. Das Peloton zu kontrollieren und Ausreißer in Schach zu halten, erwies sich für die Briten und auch das BDR-Quintett letztlich als zu große Herausforderung. Besonders auf dem 15,5 Kilometer langen Rundkurs über den Box Hill wurde das Tempo immer wieder erhöht und Unruhe ins Feld gebracht.

Auch der nicht gestattete Funkverkehr mit den sportlichen Leitern, sonst ein Standard in allen Radrennen, stellte diese beiden Teams besonders auf die Probe. Die Tatsache, dass selbst die besten Mannschaften nur maximal fünf Fahrer zur Verfügung hatten, sorgte somit für das erwartet offene Renngeschehen und hatte auch Einfluss auf den Ausgang.

Martin steigt vorzeitig aus

Zunächst übernahm für den BDR Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin die Initiative, er stieg aber nach etwa 180 Kilometern aus. Der 27-Jährige, der an den Nachwirkungen eines Kahnbeinbruchs aus der Tour de France laboriert, schonte Kräfte für das Einzelzeitfahren am Mittwoch. "Ich habe meine Arbeit getan", sagte Martin, der aufgrund einiger Schlaglöcher auf dem kurvenreichen Kurs zudem leichte Schmerzen an der Hand verspürte.

Cavendish und Greipel hielten sich dagegen stets ganz vorne und im Windschatten ihrer Helfer auf, um auf den engen Straßen unnötigen Gefahren aus dem Weg zu gehen. Das Tempodiktat wurde später gänzlich von den Briten übernommen, die in einer Art Mannschaftszeitfahren den Rhythmus des Feldes bestimmten.

Außreißergruppe setzt sich ab

Eine Reihe aussichtsreicher Nationen hatte bereits zu Beginn Fahrer in Ausreißergruppen platziert, die sich schon in der ersten Rennhälfte gebildet hatten. Sehr aktiv zeigten sich die Australier, aber auch der Belgier Philippe Gilbert oder der italienische Tour-Dritte Vincenzo Nibali bestimmten lange das Geschehen mit.

Gut 50 km vor dem Ziel versuchte es Gilbert dann allein, wurde aber von einer nachfolgenden Gruppe gestellt, aus der Winokurow mit Uran den entscheidenden Angriff riskierte. Unter größter Anstrengung und Bündelung der Kräfte fuhren die Briten und Deutschland vergeblich hinterher.

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