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Olympia 2012 - Tennis: Philipp Kohlschreiber verteidigt Olympia-Absage

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Kohlschreiber verteidigt Olympia-Absage

30.07.2012, 11:33 Uhr | dpa

Olympia 2012 - Tennis: Philipp Kohlschreiber verteidigt Olympia-Absage. Philipp Kohlschreiber wird nicht in London aufschlagen.

Philipp Kohlschreiber wird nicht in London aufschlagen. (Quelle: dpa)

London (dpa) - Die Olympia-Absage von Philipp Kohlschreiber hat dem unsäglichen Nominierungs-Wirrwarr im deutschen Herren-Tennis vor den London-Spielen die Krone aufgesetzt.

Kohlschreiber hatte nach dem Finale des ATP-Turniers in Kitzbühel verletzt für seine Olympia-Premiere am nächsten Tag abgesagt - angesichts der stressigen Vorbereitung kaum noch eine Überraschung.

Die deutsche Nummer eins wollte von falscher Planung indes nichts wissen. "Ich glaube, dass das ein Riesenpech ist, wenn so etwas passiert", rechtfertigte sich der Augsburger. Doch verwunderlich war schon, dass er eine Woche vor dem olympischen Rasenwettbewerb noch beim Sandplatzturnier in Kitzbühel aufschlug - und sich prompt ins Endspiel kämpfte, nach dem er wie der niederländische Turniersieger Robin Haase nach London hätte hetzen müssen.

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Tommy Haas wäre zu gern in Wimbledon dabei gewesen, doch der wiedererstarkte Altmeister - 2000 mit Silber dekoriert - war vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) nicht für eine mögliche Wildcard beim Internationalen Tennis-Verband (ITF) gemeldet worden. Für Florian Mayer passten die Olympischen Spiele nicht in seinen Turnierplan - er scheiterte in Kitzbühel in seinem Auftaktmatch.

"Ich hätte hier auch in der ersten Runde verlieren können, und da wäre gar nichts passiert", sagte Kohlschreiber zerknirscht mit tief ins Gesicht gezogener Baseballkappe in einem Video, dass auf der offiziellen Fan-Homepage via Facebook verbreitet wurde. Man könne einfach nie planen, erklärte er. Doch! Der Olympia-Start stand fest, und ohne die Teilnahme in Kitzbühel wären Probleme mit einem verhärten Fuß und den Adduktoren wohl vermeidbar gewesen. Noch beim Turnier in Hamburg hatte er in der Woche davor mit Blick auf Olympia getönt: "Das ist hoffentlich das Erlebnis, was ich vielleicht irgendjemandem, meinen Kindern, egal wem, mal erzählen kann."

Wie bitter für ihn das zweite Olympia-Aus wirklich ist, weiß der Bayer nur selbst. Womöglich ging es dem 28-Jährigen nach vielen Rückschlägen mehr darum, mit dem Final-Einzug in Kitzbühel endlich das ersehnte Ziel vom erstmaligen Sprung unter die Top 20 der Weltrangliste zu erreichen. "Ich wollte hier wirklich weit kommen, ich mag das Turnier extrem gern", gab Kohlschreiber zu. Selbst Branchenprimus Roger Federer meinte in London dazu: "Manchmal ist Selbstvertrauen wichtiger als eine gute Vorbereitung."

Der stellvertretende Chef de Mission Bernhard Schwank und Tennis-Teamleiter Patrik Kühnen bedauerten die Absage des Wimbledon-Viertelfinalisten. Kühnen hatte zuerst einen Anruf von Kohlschreibers Management und dann vom Augsburger selbst erhalten: "Ihm war anzumerken, dass er enttäuscht war. Fragwürdig ist aus meiner Sicht gar nichts, ich habe auch das Attest bekommen."

Zwischen Kühnen und Kohlschreiber hatte es im Februar während der Davis-Cup-Niederlage gegen Argentinien atmosphärische Störungen gegeben, beim World Team Cup ließen sich die Spieler lieber von ihren Trainern betreuen. In Wimbledon durfte sich Kühnen am Samstag immerhin auch freuen: Philipp Petzschner gewann sein Auftaktmatch. Er war allerdings erst gar nicht nominiert und nur wegen einer Absage ins Einzel-Feld nachgerückt.

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