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Formel-1-Kolumne: Heißer Formel-1-Herbst steht bevor

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Lotus und Räikkönen heizen der Konkurrenz ein

01.08.2012, 14:00 Uhr | t-online.de

Formel-1-Kolumne: Heißer Formel-1-Herbst steht bevor. Lewis Hamilton (Mi.) und die Lotus-Piloten Kimi Räikkönen (li.) und Romain Grosjean machen mächtig Druck. (Quelle: dpa)

Lewis Hamilton (Mi.) und die Lotus-Piloten Kimi Räikkönen (li.) und Romain Grosjean machen mächtig Druck. (Quelle: dpa)

Eine Kolumne von Elmar Brümmer
Der Iceman ist wieder da, rechtzeitig für den Hochsommer. Und Kimi Räikkönens zweiter Platz beim Großen Preis von Ungarn bringt einige Konkurrenten richtig ins Schwitzen. Der Start in die zweite Saisonhälfte mit dem Sieg von Lewis Hamilton, der Verfolgungsjagd durch Lotus und den gleichzeitigen Dürreperioden für Red Bull, Ferrari und vor allem Mercedes lässt nach vier Wochen Pause auf einen heißen Herbst schließen. Genau das, was die Formel 1 braucht, um sich von den Negativ-Schlagzeilen neben der Piste abzusetzen.

Der Wettbewerb verdichtet sich vor den entscheidenden neun Rennen. Fernando Alonso konnte zwar durch seinen fünften Platz ("Das Glas war halbvoll“) mit dem unterlegenen Ferrari in der WM-Wertung seinen Vorsprung auf den Zweitplatzierten Mark Webber sogar noch ausbauen, aber das Verfolgerquartett hinter dem Spanier liegt innerhalb von acht Punkten. Erinnerungen an den Finalkrimi von 2010 werden wach...

Vettel: "Es war frustrierend"

Auch Red Bull fühlt in der Konstrukteurswertung schon den heißen Atem von McLaren und Lotus – beginnend mit dem Großen Preis von Belgien am 2. September wird die WM nun auch über die technische Weiterentwicklung entschieden. Wenn die Rennfabriken nach der Sommerpause wieder aufmachen dürfen, wird sich zeigen, wie sehr Branchenführer Red Bull das Verbot der jüngsten technischen Tricks treffen wird. Ferrari setzt einstweilen auf die Eichhörnchentaktik, während Alonso fordert: "Wir müssen jetzt technisch ein paar Schritte nach vorn machen.“

Er könnte damit die Synchronstimme für Sebastian Vettel sein. Der Heppenheimer hätte am Ende fast noch den Drittplatzierten Romain Grosjean kassiert, war aber ansonsten reichlich bedient nach Rang vier: "Ich bin nicht wirklich zufrieden.“ Vom Start über die Strategie lief es am heißesten Formel-1-Wochenende des Jahres nie wirklich rund: "Wir haben alles probiert, aber es war frustrierend. Für uns gibt es allerhand zu tun. Der Speed im Rennen ist nicht so schlecht. Aber die Konstanz fehlt. Wir müssen gucken, dass wir an uns arbeiten, in allen Bereichen. Hier und da gibt es noch was zu tun.“

Hamilton liefert unter Druck voll ab

Ganz anders natürlich der Hungaro-King Hamilton. Vettels Frust ist Lewis’ Lust. Zur richtigen Zeit hat er sich zurückgemeldet, das ganze Wochenende über war der Brite dominant gewesen, und hat sich damit auch im Vertragspoker mit McLaren eine bessere Ausgangsposition verschafft. "Ich bin hin und weg! Das sind doch die Rennen, die zählen, wenn man unter starkem Druck gewinnen kann. Es ist wie in den guten alten Zeiten mit Kimi“, sprudelte Hamilton.

Ungarn war so etwas wie die letzte Chance für seine Titelambitionen – und er hat sie genutzt. Die Zukunftsperspektive sieht nicht so duster aus: "Es liegt noch ein weiter Weg vor uns in diesem Jahr, aber wir haben gezeigt, dass wir vorne mitfahren können. Es ist sehr eng, und wir werden alles geben, was wir haben. Es tut gut, mit diesem Gefühl in die Ferien zu fahren.“

Räikkönen will mehr

Für Lotus scheint der erste Sieg nur noch eine Frage der Zeit zu sein, jedenfalls dann, wenn es so warm ist wie in Budapest. Räikkönen nuschelte nach dem zweiten zweiten Platz in seiner Comeback-Saison trotzdem eher unzufrieden: "Zweiter, das ist nicht genug.“ Aber er spürt, dass er nah dran ist.

Der Iceman hatte sich durch eine kluge Boxenstrategie nach vorn geschoben, und im entscheidenden Duell gegen den ungestümen Teamkollegen Romain Grosjean seine sprichwörtliche Coolness bewiesen. Ob ihn das jüngste Gerücht, dass Ferrari an seiner Wiederverpflichtung interessiert sei, zusätzlich beflügelt? "Wir werden weiterhin Druck machen, um den entscheidenden Schritt zu schaffen“, verspricht er. Das lässt – step by step – für die ausstehenden neun Rennen noch einiges erwarten.

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