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Olympia 2012: Darum sind die Deutschen so schlecht

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Warum sind die Deutschen so schlecht?

31.07.2012, 08:37 Uhr | t-online.de

Olympia 2012: Darum sind die Deutschen so schlecht. Timo Boll ist die Enttäuschung über seine Leistung anzusehen. (Quelle: imago)

Timo Boll ist die Enttäuschung über seine Leistung anzusehen. (Quelle: imago)

Aus London berichtet Julian Moering

Es ist vielleicht noch zu früh, von einem Debakel für die deutsche Olympiamannschaft zu sprechen. Aber sie ist definitiv auf dem Weg dorthin. Auch am dritten Wettkampftag gab es wieder jede Menge Enttäuschungen zu vermelden. In vier Disziplinen winkte Edelmetall, dreimal ging es mächtig in die Hose. Nimmt man die verpassten Chancen der letzten Tage vor allem im Schwimmen und Fechten hinzu, ergibt das eine beängstigende Quote. Für den einzigen Lichtblick des Tages sorgte Britta Heidemann mit Silber im Degen-Fechten. Das ist bislang die erste und einzige deutsche Medaille. Doch das kann nicht über die Gesamtmisere hinwegtäuschen.

Bolls Medaillen-Traum ist früh geplatzt

Die deutsche Nummer 1 scheidet wie in Peking früh aus.

Die deutsche Nummer 1 scheidet wie in Peking früh aus.


Die Turner um Fabian Hambüchen belegten im Mehrkampf-Finale nur den vorletzten Platz, Paul Biedermann wurde als amtierender Weltmeister nur Fünfter über 200 Meter Freistil und auch unsere Synchronspringer Patrick Hausding und Sascha Klein, immerhin Vize-Weltmeister und Silber-Gewinner von Peking, sind deutlich an einer Medaille vorbei gesprungen. Noch dazu musste Tischtennis-Ass Timo Boll bereits im Achtelfinale die Segel streichen. Allesamt waren sie als Medaillengaranten in die Spiele gegangen.

Woran liegt's?

Warum sind die Deutschen so schlecht? Es scheint vor allen ein mentales Problem zu sein. Bei Turner Philipp Boy, seines Zeichens Vize-Weltmeister im Mehrkampf, war es neben einem angeschlagenen Fuß vor allem eine Blockade im Kopf, die ihm zu schaffen machte. Der 25-Jährige hatte sichtlich mit den Nachwirkungen des zwei Tage zuvor geplatzten Traums einer olympischen Einzelmedaille zu kämpfen.

Gleich bei seiner ersten Übung am Pferd patzte er und brachte sein Team damit früh in Bedrängnis. Der zweite schwere Fehler passierte ihm am Reck, just in dem Moment, in dem Deutschland noch einmal hätte angreifen können."Ich weiß, was in meinen Fuß kaputt gegangen ist. Aber es ist mehr im Herz und im Kopf kaputt gegangen", suchte der untröstliche Boy nach dem erneuten Scheitern nach Erklärungen und schob nach: "Ich brauche erst einmal wieder einen klaren Kopf."

Hambüchen: "Zu viele Fehler"

Doch es war nicht Boy alleine, auch seine Mitstreiter streuten immer wieder kleine Unsicherheiten ein. Ärgerlich, denn die Punktzahl von 271,711, die den Briten zu Bronze gereicht hat, hat die deutsche Turner-Riege allemal drauf. "Da hätten wir locker mithalten können", sagte ein sichtlich angefressener Hambüchen, "aber am Ende waren es zu viele Fehler".

Bei den Schwimmern waren es am ersten Tag vor allem taktische Fehler, die für das blamable Aus der Frauen-Staffel mit Britta Steffen über 4x100 Meter Freistil und von Weltmeister Biedermann über 400 Meter Freistil verantwortlich waren. Biedermanns Trainer hatte seinen Schützling falsch eingestellt, wie er selbst zugab. Dass so etwas ausgerechnet bei Olympia passiert, ist kaum zu begreifen. Diese Hypothek hat Biedermann anscheinend so stark belastet, dass er auch im 200-Meter-Finale nicht an seine Leistungsgrenze gehen konnte. "Ich frage mich gerade, ob das alles war, was drin war", erkannte auch der 25-Jährige. Wieder ein mentales Problem.

Athleten sind nicht locker genug

Wie es scheint, können viele der deutschen Medaillenhoffnungen nicht mit dem Erwartungsdruck bei Olympia umgehen. Auch bei den Synchronspringern Hausding und Klein, die seit den Spielen in Peking vor vier Jahren bei allen wichtigen Events immer eine Medaille gewannen, stellte Bundestrainer Lutz Buschkow eine "gewisse Unlockerheit" fest. Ein verpatzter dreieinhalbfacher Rückwärtssalto beendete dann auch alle Träume von Edelmetall, am Ende reichte es nur für Platz sieben.

Ist der Druck zu groß?

Um bei Olympia Erfolg zu haben, muss in einem gesunden Körper auch ein gesunder Geist wohnen, das wussten schon die alten Griechen. Die gestiegene Aufmerksamkeit - immerhin schaut die ganze Welt zu - erzeugt einen deutlich höheren Druck, als etwa bei Welt- oder Europameisterschaften. Die aus deutscher Sicht bislang enttäuschenden Resultate in London lassen vermuten, dass es unseren Athleten aber gerade an mentaler Stärke zur Bewältigung des Drucks mangelt.

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