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Manipulations-Skandal: acht Badminton-Spielerinnen ausgeschlossen

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Weltverband schließt acht Badminton-Spielerinnen aus

01.08.2012, 20:17 Uhr | sid, dpa

Manipulations-Skandal: acht Badminton-Spielerinnen ausgeschlossen. Chinas Wang Xiaoli (li.) und Yang Yu, Südkoreas Jung Kyung Eun (oben) and Kim Ha Na, Indonesias Greysia Polii and Meiliana Jauhari and Südkoreas Ha Jung-eun (li.) und Kim Min-jung werden hart bestraft. (Quelle: Reuters)

Chinas Wang Xiaoli (li.) und Yang Yu, Südkoreas Jung Kyung Eun (oben) and Kim Ha Na, Indonesias Greysia Polii and Meiliana Jauhari and Südkoreas Ha Jung-eun (li.) und Kim Min-jung werden hart bestraft. (Quelle: Reuters)

Im Manipulationsskandal beim olympischen Badminton-Turniers hat der Weltverband BWF hart durchgegriffen. Er schloss acht Spitzenspielerinnen aus China, Südkorea und Indonesien von der weiteren Teilnahme in der Doppel-Konkurrenz aus. Die Sportlerinnen hatten zum Ende der Gruppenphase versucht, durch schwache Leistungen leichtere Konkurrenten für die K.o.-Runde zu bekommen.

Auch den Protest Südkoreas gegen den Ausschluss hat der Weltverband mittlerweile abgelehnt. Indonesien hatte einen eigenen Protest zuvor zurückgezogen. Die Chinesinnen hatten das Urteil ohne Einspruch akzeptiert. Das Badminton-Turnier ist inzwischen fortgesetzt worden. Durch den Ausschluss der vier Paare rückten Doppel aus Russland, Südafrika, Kanada und Australien nach, die sonst die Heimreise hätten antreten müssen.

Aufschläge absichtlich ins Netzt geschlagen

Das topgesetzte chinesische Damendoppel Wang Xiaoli und Yu Yang hatte seine Partie gegen die Südkoreanerinnen Jung Kyung-Eun und Kim Ha-Na am Dienstagabend unter skandalösen Umständen mit 14:21, 11:21 verloren. Auch bei der Partie zwischen den Südkoreanerinnen Ha Jung-Eun/Kim Min-Jung und dem indonesischen Doppel Meiliana Juahari/Greysia Polii war keines der beiden Teams wirklich gewillt, als Sieger das Feld zu verlassen.

"Wir waren schon qualifiziert, wir wollten Kraft sparen für die K.o.-Runden", verteidigte Yu Yang ihr Verhalten. Mitte des ersten Satzes schlugen die Gold-Kandidaten so gut wie jeden Aufschlag ins Netz. Die Zuschauer in der Londoner Wembley Arena quittierten diese Unsportlichkeit mit Buh-Rufen, ehe der dänische Oberschiedsrichter Thorsten Berg eingriff und mit einer Disqualifikation drohte. Danach brachten die Spielerinnen zumindest den Aufschlag ins Feld, agierten aber völlig lustlos.

Südkoreas Cheftrainer: "Die Chinesinnen haben damit angefangen"

Südkoreas Cheftrainer Sung Han-Kook räumte ein, dass seine zwei Doppel ebenfalls versucht hätten, ihre Spiele zu verlieren. Dies sei aber lediglich die Reaktion auf das Verhalten der Chinesen gewesen. "Die Chinesinnen haben damit angefangen", sagte Sung.

Bereits in den vergangenen Monaten hatte es bei der Olympia-Qualifikation immer wieder Diskussionen um unsportliches Verhalten der Chinesen gegeben. Häufig wurden Spiele kampflos abgegeben, wenn zwei Chinesen aufeinandertrafen.

Erstmals Gruppenphase bei Olympia

Vor einiger Zeit hatte Cheftrainer Li Jongbo sogar öffentlich eingeräumt, dass es 2004 bei den Olympischen Spielen im Halbfinale des Damen-Einzels eine Absprache gegeben hatte. Der Trainerstab hatte Zhou Mi angewiesen, nach verlorenem ersten Satz das Spiel an die spätere Goldmedaillen-Gewinnerin Zhang Ning abzugeben.

Schon zum Turnierauftakt hatte es unter den Badminton-Spielern Unmut gegeben, weil der Verband kurzfristig den Spielplan änderte. Bislang war das Turnier bei Olympia nur im K.o.-Modus ausgetragen worden. Die Manipulationen ermöglichende Gruppenphase wird in London erstmals ausgespielt.

Ausschluss von den Olympischen Spielen wahrscheinlich

Das Internationale Olympische Komitee stellte sich unterdessen hinter die Entscheidung der Badminton-Verbandes. "Wir unterstützen und begrüßen die Entscheidung. Für solch ein Verhalten ist bei Olympischen Spielen kein Platz", sagte ein hochrangiger Funktionär.

Ob die Athletinnen auch ihre Akkreditierungen abgeben müssen und somit formal von den Spielen ausgeschlossen werden, muss nun die IOC-Disziplinarkommission entscheiden. Dies gilt angesichts der Vergehen der Sportler und des Verstoßes gegen den olympischen Eid als wahrscheinlich.

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