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Britta Steffen: "Vielleicht ist meine Zeit einfach vorbei"

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Steffen ohne Chance auf den Finaleinzug

01.08.2012, 22:12 Uhr | dpa

Britta Steffen: "Vielleicht ist meine Zeit einfach vorbei". Britta Steffen verpasst über 100 Meter Freistil das Olympia-Finale. (Quelle: dpa)

Britta Steffen verpasst über 100 Meter Freistil das Olympia-Finale. (Quelle: dpa)

Lange schaute Britta Steffen aus dem Wasser auf die Anzeigetafel, bis sie sich aus dem Becken quälte. Auf einem Tisch vor den TV-Interviewern sitzend verfolgte sie das zweite Halbfinale über 100 Meter Freistil. Dann war klar: 54,18 Sekunden und Rang zwölf bedeuteten das Aus.

"Vielleicht ist meine Zeit einfach vorbei, was die 100 Meter betrifft", sagte die 28-Jährige - und das trotz alledem mit einem Lächeln. Vorwürfe machte sie sich keine. "Ich habe alles gegeben, ich habe gekämpft wie eine Wildsau", erklärte sie. Nun freue sich als Zuschauerin auf das Finale.

Steffen: "Sport ist nicht planbar"

Mit ihrer Jahresbestzeit von 53,65 Sekunden aus dem Staffel-Rennen der deutschen Meisterschaften im Mai in Berlin wäre Steffen als Fünfte in den Endlauf eingezogen. Doch "der Sport ist nicht planbar", weiß Steffen. Ihr Scheitern sei "kein Weltuntergang, durch mich ist auch nicht der Weltfrieden gefährdet. Also ist so weit alles okay."

Zwar bleibt ihr noch das Rennen über 50 Meter Freistil, doch in der gezeigten Form ist die Weltrekordlerin in London auch dort chancenlos.

In Peking noch die Bilanz der Schwimmer gerettet

Steffen hatte das vorzeitige Ende auf ihrer Lieblingsstrecke früh vorhergesehen. Nach Rang 14 und 54,42 Sekunden im Vorlauf schwante ihr, dass sie wenige Stunden später "vielleicht nicht mehr zur Weltspitze" gehören würde. Doch auch damit könne sie "ganz gut leben", merkte die Berlinerin an. Sie sollte mit ihrer Vorhersage recht behalten.

In Peking vor vier Jahren hatte Steffen mit Doppel-Gold die Bilanz der deutschen Schwimmer gerettet. Nach dem Krankheitsjahr 2010 kam sie wieder zurück, holte in Europa und auch national Titel. Bei den Europameisterschaften auf Lang- und Kurzbahn allerdings nicht gegen die ganz große Konkurrenz.

Optimismus stellt sich als Trugschluss heraus

Die WM 2011 in Shanghai ging mit fluchtartiger Abreise nach dem Vorlauf völlig in die Hose - und trotz des Optimismus, den sie verbreitete, lief es auch über die 100 Meter in London nicht. Dabei hatte sie aus dem vierwöchigen Trainingslager auf Teneriffa Mut für Olympia geschöpft. "Es kann noch mal richtig, richtig gut werden", hatte sie gesagt - ein Trugschluss.

Dass der Druck nach den Enttäuschungen der ersten Tage besonders groß gewesen sei, empfand Steffen nicht. "Man kann die Leistung der anderen nicht beeinflussen. Ich kann auch nur mein eigenes Zeug machen." Wie bei Freund Paul Biedermann reichte das nicht zu einer Medaille. "Es ist schwer für mich, die Situation gerade zu verkraften, wie das gelaufen ist", sagte der Olympia-Fünfte.

Deutsche Schwimmer zuletzt 1932 ohne Medaille

Vielleicht gelingt Steffen über 50 Meter oder einer Lagen-Staffel noch der "Lucky Punch". Aber auf den ersten Blick ist niemand in Sicht, der wie in Helsinki 1952 wenigstens eine Bronzemedaille holt. So droht den deutschen Schwimmern eine olympische Nullnummer wie 1932 in Los Angeles.

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