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Box-Skandal bei Olympia: Deutscher Ringrichter gesperrt

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Skandalöse Urteile im Box-Turnier führen zu Ausschlüssen und Sperren

02.08.2012, 23:49 Uhr | t-online.de, dpa, sid

Box-Skandal bei Olympia: Deutscher Ringrichter gesperrt. Frank Scharmach (li.) wird Ali Mazaheri (blau) wenig später disqualifizieren.  (Quelle: Reuters)

Frank Scharmach (li.) wird Ali Mazaheri (blau) wenig später disqualifizieren. (Quelle: Reuters)

Mehrere Skandalurteile in den Box-Wettkämpfen haben den sechsten Tag der Olympischen Spiele in London überschattet. Am Ende des Tages wurde ein Ringrichter aus dem Turnier ausgeschlossen, darüber hinaus der deutschen Unparteiische Frank Scharmach bis zum 7. August für alle Kämpfe gesperrt. Zudem muss der Technische Delegierte des Boxweltverbandes aus London abreisen. Alle Entscheidungen und Ergebnisse finden Sie im t-online.de-Live-Ticker

Auslöser war ein in der olympischen Box-Geschichte wohl einmaliger Vorgang: Bantamgewichtler Satoshi Shimizu aus Japan hatte seinen Gegner Magomed Abdulhamidow in der dritten Runde gleich sechs Mal auf die Bretter geschickt. Am Ende wurde aber trotzdem der Aserbeidschaner mit 22:17 Punkten zum Sieger erklärt. "Ich war schockiert. Er ist so oft zu Boden gegangen, warum habe ich nicht gewonnen? Ich verstehe es nicht", beklagte sich Shimizu. Sein Kontrahent Abdulhamidow musste beim Verlassen des Ringes von seinen Betreuern gestützt werden.

Acht Millionen Euro für zwei Medaillen?

Nach Protest der Japaner drehte der Boxweltverband AIBA das Urteil und bestimmte Shimizu zum Sieger durch Überlegenheit. In der Begründung heißt es, Abdulhamidow hätte bei den letzten drei Niederschlägen laut Reglement angezählt werden müssen. Das unterließ Der turkmenische Ringrichter Ischanguli Meretnijasow jedoch. In der Folge schloss die AIBA den Ringrichter vom Turnier aus.

Pikant: Im vergangenen Jahr waren Vorwürfe laut geworden, dass Aserbaidschan dem Weltverband rund acht Millionen Euro für zwei Medaillen in London gezahlt hätte. Nach einer internen Untersuchung hatte die von der AIBA einberufene Sonderkommission SIC diese als "grundlos" und "jeder Grundlage entbehrend" zurückgewiesen. Dennoch schickte die AIBA ihren Technischen Delegierten, den Aserbaidschaner Aghajan Abiyev, nach Hause. Der Funktionär sei ausgeschlossen worden, weil er gegen den Führungscode verstoßen habe, hieß es.

Auch ein Iraner klagt an: "Es war alles arrangiert"

Doch damit nicht genug: Auch der deutsche Ringrichter Scharmach fiel durch eine ungewöhnliche Kampfleitung auf. Der iranische Schwergewichtler Ali Mazaheri warf dem Deutschen nach seiner Achtelfinalniederlage gegen den Kubaner Jose Larduet Gomez gar Betrug vor. "Das war ein abgekartetes Spiel. Ich hätte problemlos um Bronze kämpfen können, wenn das nicht gewesen wäre. Es war alles arrangiert", sagte Mazaheri, der noch vor der offiziellen Bekanntgabe des Siegers den Ring wütend verlassen hatte.

Scharmach hatte den Iraner nach drei Verwarnungen disqualifiziert. Dagegen protestierte die iranische Teamführung. Nach dem Videostudium entschied die AIBA, den Deutschen für fünf Tage zu suspendieren. Danach darf er wieder eingesetzt werden. Der Deutsche Boxsport-Verband stehe hinter der Entscheidung, sagte Sportdirektor Michael Müller. "Ich bedauere zutiefst, dass wir diese Entscheidungen treffen mussten. Aber unser Hauptanliegen muss immer der Schutz der Fairness in den Wettbewerben sein", sagte AIBA-Präsident Wu Ching-Kuo. Diese sehen viele Experten aber als gefährdet an. Der frühere britische Schwergewichtsweltmeister Lennox Lewis sagte: "Das alles macht mir Sorgen. Man weiß bis zum Schluss nicht, wie der Kampf ausgehen wird."

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