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Goldfieber in Nordkorea - Euphorie im ganzen Land

02.08.2012, 18:58 Uhr | dpa

Goldfieber in Nordkorea - Euphorie im ganzen Land. Judoka An Kum Ae holte die erste Goldmedaille dieser Spiele für Nordkorea.

Judoka An Kum Ae holte die erste Goldmedaille dieser Spiele für Nordkorea. (Quelle: dpa)

Seoul (dpa) - In Pjöngjang stehen sogar Großleinwände. Jeden Abend zeigt das Staatsfernsehen rund eine Stunde Olympia aus London und erfreut Parteispitze und Volk gleichermaßen. In Nordkorea ist das Goldfieber ausgebrochen.

Bereits nach 76 der 302 Entscheidungen in London hat das nordkoreanische Team die Zahl der Olympiasiege von den Peking-Spielen 2008 verdoppelt. Und viermal Gold und einmal Bronze machen Appetit auf mehr. Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA schrieb von "einem Freudentaumel", die Parteizeitung "Rodong Sinmun" titelte nach dem Gewinn der ersten Goldmedaille durch Judoka An Kum Ae: "Ein Sieg, der unser Volk glücklich macht."

Tatsächlich dienen die überraschenden Erfolge der eigenen Athleten den meisten Nordkoreanern als willkommene, wenn auch nur vorübergehende Ablenkung von ihrem täglichen Existenzkampf. Zuletzt haben schwere Unwetter in weiten Teilen des verarmten Landes über 100 Menschenleben gefordert und über 60 000 Menschen obdachlos gemacht.

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"Ich hoffe, ich habe unseren Machthaber Kim Jong Un ein wenig froh gemacht", sagte An Kum Ae nach ihrem Sieg in der Klasse bis 52 Kilogramm. Auch Gewichtheber Kim Un Guk (62-Kilo-Klasse) widmete linientreu seine Goldmedaille dem neuen Machthaber. "Ich habe den ersten Platz geholt, weil der Oberbefehlshaber Kim Jong Un mir Kraft und Mut gegeben hat."

Dank eines Abkommens mit der Asiatisch-Pazifischen Rundfunkunion (ABU) können auch die Nordkoreaner zuhause im Fernsehen und am Radio die Wettkämpfe zumindest zeitweise verfolgen. Das Interesse am Sport habe zugenommen, berichtete KCNA. Pjöngjang sei vom Olympia-Fieber erfasst worden, sagte Ri Kwang Cho von der nordkoreanischen Radio- und Fernsehkommission (KRT). "Mit der wachsenden Aufregung für die Olympischen Spiele kleben mehr und mehr Menschen an ihren Fernsehgeräten." Vor allem Aufzeichnungen werden gezeigt.

Die Möglichkeit für eine breitere Berichterstattung durch den Lizensierungsvertrag mit ABU ist gegeben. Nordkorea erhalte den Mehrkanal-Service der Union aus London, sagt John Barton, Sportdirektor bei ABU: "Insgesamt rund 3000 Stunden Liveprogramm und Aufzeichnungen von der Olympiade." Er habe bisher keine genauen Daten zu den Übertragungszeiten. Doch seien die Veranstaltungen, in denen die nordkoreanischen Sportler siegreich waren, auch komplett gezeigt worden. In der britischen Hauptstadt hilft ABU einem Produktionsteam von KRT. "Das ist das erste Mal, dass KRT ein Team zu Olympischen Spielen entsandt hat." Das sei eine bedeutende Entwicklung für beide Seiten.

Auch die sportliche Entwicklung ist bemerkenswert. Nach einem Viertel aller Entscheidungen lag die Mannschaft aus dem abgeschotteten Norden der koreanischen Halbinsel in der Nationenwertung sogar vor Deutschland. Für Nordkoreas Regime ist es nicht unüblich, Siege bei internationalen Sportveranstaltungen als Propagandamittel einzusetzen. Doch nach Beobachtungen des Vereinigungsministeriums in Seoul "hat es bisher keine wesentlichen Aktivitäten des Regimes gegeben, die Berichte über die Olympia-Erfolge für Propagandazwecke auszunutzen".

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