Startseite
Sie sind hier: Home > Sport >

Olympia 2012: Nadja Drygalla reist nach NPD-Eklat ab

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Ruderin Nadja Drygalla verlässt Olympisches Dorf

03.08.2012, 17:55 Uhr | sid, dpa

Olympia 2012: Nadja Drygalla reist nach NPD-Eklat ab. Nadja Drygalla verlässt das Olympische Dorf. (Quelle: dpa)

Nadja Drygalla verlässt das Olympische Dorf. (Quelle: dpa)

Große Aufregung im deutschen Olympia-Team: Ruderin Nadja Drygalla soll nach Medienberichten mit einem NPD-Funktionär liiert sein. Die 23-Jährige hat mittlerweile das Olympische Dorf und auch London verlassen. Alle Entscheidungen und Ergebnisse finden Sie im t-online.de-Live-Ticker

Nach Informationen von NDR 1 Radio MV war Drygallas Lebensgefährte im vergangenen Jahr Landtags-Direktkandidat der rechtsextremen NPD in Rostock. Er schreibe regelmäßig für ein NPD-nahes Internetportal und sei führendes Mitglied der regionalen Kameradschaft "Nationale Sozialisten Rostock".

2011 aus der Sportfördergruppe ausgeschieden

Erstmals kursierten Meldungen über eine Beziehung Drygallas zu einem Rostocker Neo-Nazi bereits im März 2011. Das Innenministerium von Mecklenburg-Vorpommern bestätigte inzwischen, dass Drygella Kontakte zur "offen agierenden rechtsextremistischen Szene" hatte.

Die ehemalige Polizeianwärterin hatte darüber mit ihrer Behörde Gespräche geführt, die ihrem Austritt aus dem Dienst und der Sportfördergruppe im September 2011 vorausgingen. Die Gespräche hätten dazu geführt, "dass Nadja Drygalla einen Antrag auf Entlassung stellte, welchem mit Wirkung vom 30.09.2011 stattgegeben wurde".

Vesper: "Wichtig ist, was sie selber denkt"

Der DOSB-Generalsekretär äußert sich zur Abreise Drygallas. Nach Medienberichten soll die Ruderin mit einem NPD-Funktionär liiert sein.

DOSB-Generalsekretär äußert sich zur Abreise Drygallas.


Innenminister weist Schuld von sich

Dass es sich bei dem Kontakt in die Szene um den Lebensgefährten der Ruderin handelt, wollte die Behörde nicht bestätigen. "Zu Mutmaßungen und Gerüchten im Zusammenhang mit den persönlichen Lebensverhältnissen von ehemaligen Polizeianwärtern nimmt das Innenministerium grundsätzlich keine Stellung", hieß es.

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier wies eine Schuld am Zustandekommen der Nominierung von sich. "Entgegen anderslautender Medienberichte zeichnet das Innenministerium für die Entsendung der olympischen Teilnehmer nicht verantwortlich, sondern die jeweiligen Sportverbände", erklärte Caffier. Drygallas Verein, der ORC Rostock, und auch der Olympiastützpunkt wollten zu dem Thema keine Stellungnahme abgeben.

Vesper: "Jeder für seine eigenen Taten verantwortlich"

Der DOSB war über Journalisten und einen Internetbericht auf das Thema aufmerksam geworden. Auf einer Pressekonferenz erklärte Michael Vesper, Chef de Mission der deutschen Olympiamannschaft, dass "die Geschichte nicht unproblematisch ist". Für ihn gebe es aber keinen Zweifel, dass Drygalla "auf dem Boden des Grundgesetzes und der olympischen Werte steht".

Die Verbindung zu einem anscheinend rechtsextremen Partner machte Vesper der Sportlerin nicht zum Vorwurf. "In Deutschland gibt es Gott sei Dank den Grundsatz, dass jeder für seine eigenen Taten verantwortlich ist, und nicht für die seines Umfeldes", sagte er. Man würde jedem Menschen Unrecht tun, wenn man ihn über "einen anderen Menschen aus seinem persönlichen Umfeld definieren würde".

Mannschaftsleitung begrüßt Abreise

Für den Chef de Mission ist allerdings auch klar: "Wenn wir nur den leisesten Hinweis hätten, dass jemand in unserem Kader fremdenfeindlich ist, wäre diese Person nicht in der Olympia-Mannschaft." In dem Gespräch mit ihm habe sich Drygalla von der rechtsextremen Szene distanziert, berichtete Vesper. Nach seiner Erkenntnis gebe es "nicht den geringsten Hinweis" darauf, dass der Neofaschismus dem deutschen Sport nahekommt.

Der DOSB hatte die Mitteilung über Drygallas Abreise zunächst per Presseerklärung kommuniziert. Darin wurde Chef de Mission Michael Vesper wie folgt zitiert: "Heute erhielt die Mannschaftsleitung der Deutschen Olympiamannschaft Erkenntnisse zum privaten Umfeld der Rudererin Nadja Drygalla. Daraufhin habe ich im Beisein des Sportdirektors des Deutschen Ruderverbandes, Herrn Mario Woldt, ein ausführliches und intensives Gespräch mit unserem Mannschaftsmitglied geführt. Frau Drygalla hat am Ende unseres Gesprächs erklärt, dass sie das Olympische Dorf verlassen wird, um keine Belastung für die Olympiamannschaft entstehen zu lassen. Die Mannschaftsleitung begrüßt diesen Schritt."

Kein weiterer Start vorgesehen

Auch der Deutsche Ruderverband wollte zunächst nicht den Stab über Drygalla brechen. "Wir werden mit ihr in Ruhe sprechen, wenn wir wieder zu Hause sind. Wenn sich bestätigt, dass sie nichts damit zu tun hat, warum soll sie nicht weitermachen? Sie ist von sich aus abgereist, sie wollte die Mannschaft nicht stören. Man darf sie nicht vorverurteilen. Es gab für uns nie Anzeichen, dass an den Vorwürfen etwas dran sein könnte", sagte DRV-Präsident Siegfried Kaidel.

Drygalla hatte mit dem deutschen Frauen-Achter den letzten Platz auf dem Dorney Lake belegt. Ein weiterer Start der 23-Jährigen war nicht vorgesehen.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
UMFRAGE
49 Medaillen in Athen, 41 in Peking: Können die deutschen Olympioniken das in London toppen?
Anzeige
Video des Tages
Wahnsinn 
Cleverer Hund überwindet Gartenzaun mit Trick

Kaum zu glauben, wie der Hund es schafft zu seinen Freunden zu gelangen. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Jetzt EntertainTV Plus bestellen und 1 Jahr sparen!

EntertainTV Plus 1 Jahr statt 14,95 € für 4,95 €* mtl. sichern. www.telekom.de Shopping

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal