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Lochte vermisst Rivalen Phelps schon

04.08.2012, 00:01 Uhr | dpa

Lochte vermisst Rivalen Phelps schon. Michael Phelps gewinnt in seinem letzten Rennen erneut Gold.

Michael Phelps gewinnt in seinem letzten Rennen erneut Gold. (Quelle: dpa)

London (dpa) - Zum letzten Mal präsentierte sich Superstar Michael Phelps nach einem olympischen Einzelrennen in der Pose des Triumphators.

Nach seinem Olympiasieg über 100 Meter Schmetterling in 51,21 Sekunden reckte der Schwimm-Gigant die Arme in die Höhe und ließ sich von der Menge im Aquatics Centre von London feiern. Ergriffen lauschte er später bei der Siegerehrung der amerikanischen Nationalhymne.

"Ich bin einfach glücklich, dass ich das letzte Einzelrennen gewonnen habe. Das ist alles was ich wollte", kommentierte Phelps. 21 olympische Medaillen, davon 17 goldene - vielleicht ist es ein Rekord für die Ewigkeit. Mit der Lagen-Staffel will Phelps zum Abschluss der Schwimm-Wettbewerbe am Samstag den nächsten Titel holen. Danach heißt es Goodbye.

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"Wenn es alles vorbei ist, wird es mich emotional treffen", sagte der Superstar voraus. Schon jetzt wird er von seinem großen Rivalen Ryan Lochte vermisst. Als der Serienweltmeister im Anschluss an das 200-Meter-Lagen-Rennen vom Donnerstag erzählte, wie sehr er Phelps nach dessen Karriereende vermissen werden, kam der genannte Rekord-Olympionike exakt in diesem Augenblick um die Ecke. Wie schon bei der Siegerehrung scherzend, setzte er sich neben seinen Schwimm-Kumpel. Auf den letzen Wettkampfbahnen seiner einzigartigen Karriere verspürt der Dauer-Olympiasieger Phelps ein bisschen Wehmut.

21 Medaillen (17 Gold, 2 Silber, 2 Bronze) hat Phelps nun bei Olympia gewonnen, eine weitere wird wohl dazukommen. Denn in der Lagen-Staffel sind die USA in der olympischen Geschichte unbesiegt. Phelps und Lochte machten aus der Pressekonferenz am späten Donnerstag beinahe eine Comedy-Veranstaltung. Da musste sich auch der Drittplatzierte über 200 Meter Lagen nicht langweilen. Obwohl es nur eine Verlegenheitsfrage an den Ungarn Laszlo Cseh gab - natürlich über Silbermedaillengewinner Lochte und Sieger Phelps.

Dem Händedruck im Wasser und den Frotzeleien bei der Siegerehrung folgten heitere und ernste Statements auf dem Podium. Der Abschied rückt näher, Phelps resümiert. Der Sport habe "das Beste aus ihm herausgeholt", in den vergangenen vier Jahren habe er sich "im Becken und außerhalb weiterentwickelt". Nach Olympia werde er keine Wettkämpfe mehr bestreiten. Über das Leben nach der Schinderei des Hochleistungssports hat sich der 27-Jährige noch nicht viele Gedanken gemacht. Allerdings steht Golfspielen mit US-Masters-Champion Bubba Watson ganz oben auf seiner To-do-Liste.

Lochte, der nach seinem Sieg über die längere Lagen-Distanz zum Olympia-Auftakt angekündigt hatte, die "Spiele zu rocken", sprach nun davon, "müde" zu sein. Im Gegensatz zu Phelps will Lochte bis Rio 2016 weiterschwimmen - vermissen wird er den im Laufe der Jahre vom reinen Konkurrenten zum Kumpel gewordenen Kollegen allemal. "Wir haben eine tolle Rivalität, aber gleichzeitig eine Freundschaft aufgebaut", sagte Lochte. "Wenn wir aus dem Wasser steigen, sind wir immer noch Freunde." Phelps werde ihm als "härtester Wettkämpfer" fehlen.

Von Duellen lebt der Schwimmsport, einen Nachfolger für Rennen gegen Ryan Lochte hat Phelps auch schon ausgemacht. Der Südafrikaner Chad le Clos hatte Phelps auf dessen Spezialstrecke 200 Meter Schmetterling die erste Niederlage seit zwölf Jahren zugefügt. "Es wird aufregend sein, das zu beobachten", prognostizierte Phelps, der sich beim gemeinsamen Eisbad mit dem 20-Jährigen über die von beiden ungeliebte Brust-Lage austauschte.

Ryan Lochte freute sich, dass er erstmals seit Jahren seinen 28. Geburtstag am Freitag ohne Rennen feiern konnte. Er wolle einfach einmal "nichts tun" und mit der Familie abhängen. Ohnehin werde er die nächsten Jahre weniger hart trainieren, "ich werde ja älter". Und der einstige Fastfood-Junkie kündigte lächelnd einen Rückfall an: Er werde "definitiv" zu McDonalds gehen.

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